Wölfe wittern Wende - Dzeko will in England Titel

SID
Sonntag, 09.01.2011 | 15:50 Uhr
Steve McClaren trainiert seit 2010 den VfL Wolfsburg
© Getty
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Erleichterung beim VfL Wolfsburg über das Ende der Störfeuer, Titelträume bei Edin Dzeko. Der Rekordtransfer scheint alle Beteiligten beglückt zu haben.

Der Kapitän ist von Bord, die Kassen sind prall gefüllt und die Laune steigt: Nach dem Rekordwechsel von Edin Dzeko zu Manchester City machte sich beim VfL Wolfsburg Erleicherung breit.

Die Wölfe wittern nach der sportlichen Talfahrt die Wende und gönnen ihrem einstigen Leitwolf die Titel-Träume auf der Insel.

Hoeneß: "Alles überlagert mit Dzeko"

"Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen ist Dzeko mit seiner Klasse ein Verlust. Zum freue ich mich, dass die ständigen Diskussionen beendet sind", sagte Manager Dieter Hoeneß.

Der 58-Jährige, immer noch geschwächt durch eine Grippe, atmete tief durch: "Ich bin seit einem Jahr in Wolfsburg, und seitdem war alles überlagert vom Thema Dzeko."

Trainer Steve McClaren sprach von einem positiven Effekt für sein Team durch den mit 34 Millionen Euro teuersten Wechsel in der Bundesliga.

"Mein Eindruck ist, dass in der Mannschaft, auch durch den Weggang Dzekos, etwas in Bewegung gekommen ist", sagte der Engländer zum Abschluss des Trainingslagers: "In meinen Augen war es die beste Lösung. Und ich hoffe, sie wird uns zu einer positiven Rückrunde verhelfen."

VfL glaubt an Wende

Nach Meinung McClarens sei die Dauerdebatte um Dzeko sogar ein Grund für die Talfahrt der Hinrunde gewesen.

Die Mannschaft habe sich hinter der Diskussion versteckt. "Es gab fast jede Woche neue Entschuldigungen. Die Situation um Edin war eine davon", sagte McClaren. Hoeneß stimmte dem zu.

"Ich hoffe, dass sich die Verantwortungen im Team verschieben", sagte der Manager mit Blick auf den Rückrunden-Start am Samstag gegen Bayern München.

Im Spielerlager weinte man Dzeko auch nicht die ganz großen Tränen nach. "Wir können den Verlust als Mannschaft kompensieren", sagte Marcel Schäfer. "Auf der einen Seite ist es schade, dass er geht. Auf der anderen Seite freue ich mich für ihn", meinte Diego Benaglio.

Dzeko will Titel mit ManCity

Für Dzeko war Wolfsburg natürlich schnell Geschichte. Kaum hatte der 24-Jährige bei City seinen Vertrag bis 2015 unterschrieben, begann die neue Zeitrechnung.

In einem Video auf seiner Internetseite dokumentierte der Klub jeden Schritt des Bosniers bei seiner Ankunft: beim ersten Gang in die Kabinen, bei der Begrüßung der Teamkollegen, beim Training.

Brav lobte Dzeko seinen neuen Arbeitgeber und kündigte an, dass er zum ersten Titelgewinn 43 Jahren beitragen will.

"City spielt um den ersten Platz in der Premier League. Das ist das, was ich auch will", sagte der Stürmer.

Dzeko: "Es ging nicht ums Geld"

In Deutschland wird man ihn so schnell nicht vergessen. Sein Name führt nun die Liste der teuersten Transfers an. Zuvor hatte Mario Gomez im Jahr 2009 mit seinem Weggang vom VfB Stuttgart zu Bayern München für 30 Millionen Euro die Bestmarke gesetzt.

Immer wieder betonte Dzeko, dass nicht das Geld den Ausschlag für den Wechsel gab.

"Jeder spricht davon, dass der Verein viel Geld hat. Aber darum ging es nicht. Die Ziele des Klubs sind für mich entscheidend", meinte der Stürmer. Ein Gespräch mit Manchester-Coach Robert Mancini sei entscheidend gewesen. "Er sagte mir, das City der beste Klub für mich sei."

In der Tat haben die Citizens hohe Ambitionen und drängen mit aller Macht auf den ersten Titelgewinn seit 1968.

Klub-Besitzer Scheich Mansour bin Zayed Al-Nahyan hat seit seiner Übernahme im Jahr 2008 schon 300 Millionen Pfund in den Klub gepumpt.

Dzeko: "Es ging nicht ums Geld"

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