Kagawas Blasphemie und die coole Sau

SID
Donnerstag, 06.01.2011 | 23:25 Uhr
In Dortmund scharen sich die Jünger um Kagawa - Der Vergleich mit Messi kommt dennoch zu früh
© Getty
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2022 wird in Katar die Fußball-Elite für knappe vier Wochen Station machen. Der World Cup hält Hof im Wüsten-Staat. Elf Jahre zuvor gibt's ein Generalpröbchen. Am Freitag beginnt der Asia Cup, das Pendant zur Europameisterschaft. Die Gastgeber treffen im Eröffnungsspiel im piekfeinen Khalifa Stadium auf die Fußball-Ungeheuer von Uzbekistan. 55.000 Zuschauer werden kommen.

Es ist die Woche des Sports in Doha. Die Bayern sind hier, Roger Federer und Rafael Nadal sind hier und einige der besten Fußballer Asiens. Shinji Kagawa zum Beispiel, die Entdeckung schlechthin in der Hinrunde der Bundesliga. Kagawa will mit Japan das Ding freilich auch gewinnen und seinen Namen vergolden.

"Ich will eine Nummer Zehn sein, die auch viele Tore schießt, genau wie Lionel Messi", posaunte Kagawa. Das wird wohl nix werden, es gibt schließlich auch nur einen Rudi Völler. Kagawa ist ja ein klasse Spieler, aber das der seinen Namen überhaupt in Verbindung bringt mit dem Besten der Besten, grenzt an Blasphemie!

Einnehmende Asiaten

Wie heiß die Japaner sind, zeigt die Akkreditierungsliste für das Eröffnungsspiel. Obwohl ihre Samurais gar nicht spielen, werden 60 Journalisten aus Japan das Medienzentrum stürmen. Dieselbe Anzahl kommt aus dem allmächtigen China. Wenigstens können die zwei Gegner ihrer Mannschaft in der Vorrunde beobachten, aber die Japsen haben es echt geschafft, mir und allen anderen Bayern-Reportern die Plätze aus der Pressetribüne wegzunehmen.

Die Kataris machen es sich übrigens im gleichen Hotel bequem wie der FC Bayern. Täglich läuft deren Trainer Bruno Metsu in der Lobby rum, stets umringt von vielen fleißigen Helfern. Leider wird er bestens abgeschirmt.

Ich hätte den ja schon gerne mal gefragt, wie er anno 2002 mit Senegal die hochnäsigen Franzosen im Eröffnungsspiel der WM abgekocht hat. Einfach eine coole Sau, der Metsu. Wie der schon geht - lässig. Und immer ein entspanntes Grinsen, als würde ihn die ganze Hektik überhaupt nichts angehen.

Fußball für die ganze Familie

Rund um das Khalifa Stadium haben die Veranstalter auf dem riesigen Gelände eine beeindruckende Fan-Zone eingerichtet. Sogar Kinderspielplätze wurden errichtet. Die Gefahr, dass da was auseinander genommen wird, besteht nicht. Erstens sind keine stiernackigen Union-Jack-Prolos ohne Haare und Zähne da und zweitens gibt's keinen Alkohol. Und die paar Uzbeken werden jetzt auch nicht gerade Vollstoff geben.

Das wird ein nettes Treffen für die ganze Familie. 2022 wird das ein wenig anders werden. Dann wird Japan auch nicht zum Favoritenkreis zählen. Vielleicht verzichten dann die Journalisten auf ihre Invasion.

Der Bulle von Tölz bei Roger und Rafa

 

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