DFB-Sportdirektor vor Engagement beim HSV

Auf dem Weg zum System Sammer

Von Daniel Börlein
Freitag, 21.01.2011 | 10:26 Uhr
Matthias Sammer soll neuer Sportchef beim Hamburger SV werden
© Getty
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Matthias Sammer ist der Wunschkandidat des Hamburger SV für die Position des Sportchefs. Der Wechsel des 43-Jährigen vom DFB zu den Norddeutschen scheint nur noch Formsache. Sammer kommt mit einem eigenen Konzept und klaren Vorstellungen. Dadurch wird sich beim HSV einiges ändern. (Hamburger SV - Eintracht Frankfurt, 20.15 Uhr im LIVE-TICKER)

1. Die Situation: Sammer, Hamburg und der DFB

Am Dienstagabend um kurz vor 21 Uhr verkündete Hamburgs neuer Aufsichtsratsvorsitzender Ernst-Otto Rieckhoff auch offiziell, was längst alle wussten: Matthias Sammer soll neuer Sportchef beim HSV werden.

"Wir haben einstimmig entschieden: Falls der DFB ihm ermöglicht, sein Vertragsverhältnis dort aufzulösen, werden wir ihm ein Angebot unterbreiten. Seine Leidenschaft, seine sportliche Vision und seine Kompetenz sprechen für ihn", so Rieckhoff.

In einer mehrstündigen Sitzung hatte Sammer dem Aufsichtsrat der Hanseaten zuvor sich und sein Konzept vorgestellt und alle Anwesenden damit "vollkommen überzeugt", wie Aufsichtsrats-Vize Alexander Otto erklärte.

Konkretes Angebot vorgelegt

Mittlerweile hat Sammer ein konkretes Angebot vorliegen: Der 43-Jährige soll als neuer Sportchef den sportlichen Bereich des HSV verantworten, einen Sitz im Vorstand erhalten, dafür zwischen zwei und 2,5 Millionen Euro pro Jahr (mehr als der aktuelle vierköpfige Vorstand zusammen) verdienen und für drei Jahre unterschreiben.

Alles hängt nun an Sammer. Dessen Vertrag beim DFB, wo man den Sportdirektor nach wie vor schätzt und nur ungern ziehen lassen würde, läuft zwar noch bis 2013, klar scheint allerdings: Wenn Sammer um seine Freigabe bittet, wird ihm der DFB keine Steine in den Weg legen, auch weil sich der HSV bei der im Sommer kurzfristig geplatzten Verpflichtung von DFB-Chefscout Urs Siegenthaler vorbildlich verhielt und keinen Ärger machte.

Zwanziger will Klarheit

"Wir sind nicht in der Situation, dass der DFB an der Position des Sportdirektors zerbricht", sagte Präsident Dr. Theo Zwanziger dem "Kicker" und fordert für die anstehende Präsidiumssitzung des DFB Klartext von Sammer: "Ich will am Freitag von Matthias eine klare Aussage!"

Laut "Bild" wird es diese Aussage allerdings vorerst nicht geben. Öffentlich war von Sammer selbst ohnehin bislang kein Statement zu hören - weder in die eine Richtung noch in die andere. Die Tatsache, dass er sich aber offenbar intensiv mit dem HSV beschäftigt, dem Verein ein Konzept vorgelegt und schon mehrere Gespräche geführt hat, macht jedoch deutlich, dass die Aufgabe einen gewissen Reiz auf Sammer ausübt.

Beim DFB schien ihm der zuletzt etwas verloren gegangen zu sein, nachdem er den vermeintlichen Machtkampf mit Bundestrainer Joachim Löw über die Verantwortlichkeit für die U 21 verloren hatte und von Zwanziger auch öffentlich zurecht gewiesen wurde.

Nicht auszuschließen also, dass Sammer das Interesse des HSV vor der anstehenden Präsidiumssitzung des DFB und der für Ende Januar avisierten Entscheidung um die Zukunft von U-21-Coach Rainer Adrion auch als Druckmittel verstanden wissen will.

2. Die Personalie Matthias Sammer

3. Die Personalie Bernd Hoffmann

4. Die Personalien Bastian Reinhardt und Armin Veh

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