Gladbach im freien Fall

SID
Dienstag, 14.12.2010 | 11:39 Uhr
Auch beim Überraschungsteam aus Freiburg wirkten die Gladbacher wieder extrem hilflos
© Getty
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Michael Frontzeck wirkte nach dem erneuten Debakel ratlos, bekam aber umgehend eine Jobgarantie. Die Frage, ob Frontzeck auch im letzten Vorrunden-Spiel von Borussia Mönchengladbach gegen den Hamburger SV auf der Bank sitzen werde, beantwortete Sportdirektor Max Eberl mit einem klaren "Ja".

Zuvor hatte das völlig verunsicherte Bundesliga-Schlusslicht beim Überraschungsteam des SC Freiburg mit 0:3 (0:2) verloren. Durch die vierte Niederlage in Serie befinden sich die Borussen weiter im freien Fall Richtung 2. Liga.

Die Gladbacher, die nur eines der vergangenen 14 Spiele gewinnen konnten, haben lediglich zehn Zählern auf dem Konto und bereits fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Torjäger Papiss Cisse (19., 59.) und Oliver Barth (41.) trafen für die Freiburger, die durch den höchsten Saisonsieg auf den fünften Platz kletterten.

Cisse zog mit seinem Doppelpack und insgesamt 13 Toren mit Theofanis Gekas an der Spitze der Torjägerliste gleich, sah aber die 5. Gelbe Karte und wird damit zum Hinrunden-Abschluss bei Bayer Leverkusen fehlen.

Frontzeck analysierte die Situation ruhig, wirkte aber auch ratlos und monierte vor allem die lange Verletztenliste. "Ich kann Woche für Woche nur sagen, wir haben eine absolute Ausnahmesituation, die bis zum Winter so anhalten wird", sagte der Coach: "Wir sind ohne Acht hier angereist, in der Pause sind noch zwei dazugekommen. Im Moment ist es für alle Beteiligten hart, aber da müssen wir halt durch. Wir können ja niemanden hier gesundpusten."

"Fans hinter uns bringen"

Roel Brouwers wurde mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt, Mohamadou Idrissou knallte gegen den Pfosten und wurde mit einer Beckenknochenverletzung ausgewechselt. "Beckenknochen und andere Dinge sind mir wurscht. Wir müssen das nächste Spiel gegen Hamburg gewinnen", meinte Eberl, der mit einem frostigen Empfang der Fans rechnet: "Die Leute werden uns nicht von Anfang mit Hallo empfangen, aber wir müssen sie wieder hinter uns zu bringen."

Die rund 23.000 Zuschauer mussten nicht lange auf die ersten Torchancen warten. Zunächst tauchte Cedrick Makiadi gefährlich vor dem Tor der Borussen auf (3.), dann vergab der Gladbacher Angreifer Igor de Camargo per Kopf die große Möglichkeit zur Führung (6.).

Gladbach mit starkem Beginn

Die Gladbacher, bei denen die gesperrten Raul Bobadilla und Marco Reus sowie Torwart Logan Bailly, Dante, Anderson und Jean-Sebastian Jaures fehlten, machten zu Beginn einen sehr engagierten Eindruck. Die Gäste, deren Verantwortliche zuletzt Kritik von den früheren Stars Berti Vogts und Günter Netzer einstecken mussten und sich mit einer neuen Oppositionsgruppe auseinandersetzen müssen, dominierten vor allem die Zweikämpfe.

Die Freiburger, die ohne Stammtorwart Simon Pouplin, Pavel Krmas, Ömer Toprak, Tommy Bechmann und Kisho Yano auskommen mussten, konnten sich in der Offensive kaum durchsetzen. Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt, der zum 50. Mal in der Bundesliga an der Seitenlinie stand, hatte in der 14. Minute erneut bei einem Kopfball der Gladbacher Glück: Der Ex-Freiburger Mohamadou Idrissou verfehlte das Ziel nur knapp. Nur zwei Minuten später scheiterte Idrissou am Freiburger Torwart Oliver Baumann.

Um so überraschender fiel die Freiburger Führung durch den Kopfball Cisses nach Vorarbeit von Maximilian Nicu. Beim zwölften Saisontor des Senegalesen sahen die Gladbacher Abwehrspieler Sebastian Schachten und Roel Brouwers, die beide zu passiv agierten, nicht gut aus. Nach dem Rückstand waren die Borussen völlig verunsichert.

Idrissou scheitert

In der 32. Minute hätten die Gastgeber aber fast selbst für den Ausgleich gesorgt. Nach einem katastrophalen Missverständnis zwischen Kapitän Heiko Butscher und Torwart Baumann konnte der Keeper den Schuss von Idrissou aus kurzer Distanz noch an den Pfosten lenken.

Besser machte es Barth auf der Gegenseite bei seinem ersten Bundesligator. Der Innenverteidiger staubte aus kurzer Distanz ab. Spätestens als Cisse seine dritte Chance im zweiten Durchgang eiskalt nutzte, war von Gladbacher Gegenwehr nichts mehr zu spüren.

Freiburg - Gladbach: Daten zum Spiel

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