"Man stand alleine da!"

Von Interview: Linus Brüggemann
Montag, 27.12.2010 | 10:45 Uhr
Tobias Rau und Bastian Schweinsteiger im Jahr 2004 beim Laktattest der Bayern
© Getty
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Gute Linksverteidiger sind auf der ganzen Welt rar. Tobias Rau war auf dieser Position bis vor einigen Jahren Deutschlands größte Hoffnung. Doch nach einigen Verletzungen und dem Wechsel zu Bayern München verpasste er den Durchbruch. Er hat sich mittlerweile für ein neues Leben entschieden. Er will Lehrer werden und studiert derzeit an der Bielefelder Universität.

SPOX: Herr Rau, Sie wollen Lehrer werden und haben nun Ihr erstes Praktikum am Bielefelder Gymnasium absolviert. Wie ist es gelaufen?

Tobias Rau: Der Einstieg war für mich ziemlich einfach. Viele Mitstudenten sind beim ersten Praktikum unsicher. Bei mir lief es sofort super, weil sowohl die Lehrer als auch die Schüler auf mich zukamen. Ich habe schon an meinem vierten Tag den Unterricht selbst geleitet. Diese Erfahrung hat noch einmal bestätigt, dass es genau der richtige Beruf für mich ist.

SPOX: Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?

Rau: Am Anfang war es hart. Ich hatte extrem viele Wochenstunden und zahlreiche Klausuren. Es war sehr schwierig, mich wieder umzustellen. Ich hatte ja jahrelang keine Sachen mehr auswendig gelernt, das war schon ungewohnt. Damals musste ich in das Studium viel mehr investieren als andere Studenten. Allerdings war ich auch extrem motiviert. Mittlerweile kann ich das Studentenleben aber richtig genießen und dieses Semester ist auch entspannend.

SPOX: Können Sie nach diesen vier Wochen beurteilen, wo die größten Unterschiede zwischen dem Beruf als Lehrer und dem des Fußballprofis liegen?

Rau: In beiden Berufen ist die Eigenmotivation sehr wichtig. Beim Fußball ging es allerdings immer nur darum, seine Leistung zu bringen. Wenn man dazu nicht in der Lage war, stand man alleine da. Wenn du aber die Erwartungen erfüllst, sind alle deine Freunde und jeder klopft dir auf die Schulter. In der Schule läuft das anders ab. Natürlich muss man als Lehrer auch fachlich gut ausgebildet sein. Aber es kommt auch darauf an, dass man jeden einzelnen Schüler individuell so gut wie möglich fördern kann. Da geht es neben fachlichen Gesichtspunkten, auch um Kooperation und das Miteinander.

SPOX: Klingt, als wäre das im Fußball anders...

Rau: Das ist beim Fußball, obwohl es ein Mannschaftssport ist, tatsächlich nicht so. Da kommt es einfach nur darauf an, sofort zu funktionieren. In diesem Geschäft bringt kaum jemand Verständnis dafür auf, dass das nicht immer realisierbar ist.

SPOX: Haben Sie sich auch während Ihrer Profikarriere geplant, Lehrer zu werden?

Rau: Ich hatte mir schon früh in den Kopf gesetzt, dass ich nach meiner Profikarriere mal studieren will. Aber ich hätte niemals gedacht, dass das so früh eintritt. Das war letztlich auch für mich selber überraschend. Ich bin immer fest davon ausgegangen, dass ich meine Karriere irgendwann aus Altersgründen beende. Nun ist es anders eingetreten.

SPOX: Was waren am Ende  die genauen Gründe für die Entscheidung, die große Bühne des Fußballs zu verlassen und ein Studium zu beginnen?

Rau: Ich hatte schon immer Spaß daran, mit Jugendlichen zusammen zu arbeiten, hatte somit den Lehrerberuf immer im Hinterkopf. Ich habe auch schon während meiner Zeit als Profi zumindest auf sportlicher Ebene viel mit Jugendlichen gearbeitet. Da habe ich gemerkt, dass es das Richtige für mich ist.

SPOX: Welche Erfahrungen nehmen Sie aus Ihrer Zeit als Profi mit?

Rau: Wenn ich zurückdenke an die Zeit, sind es fast ausschließlich positive Erfahrungen gewesen. Es gibt, glaube ich, nicht viel schönere Momente, als eine Meisterschaft oder den DFB-Pokal zu gewinnen. Auch die Länderspiele und Champions-League-Spiele sind einmalige Erlebnisse gewesen. Da kommen Gefühle auf, die wird ein Lehrer niemals erleben.

SPOX: Konnten Sie als Student schon von Ihrer Zeit als Profi profitieren?

Rau: Es fällt mir schwer, das zu reflektieren. Aber spontan würde ich sagen, dass ich während der Zeit als Fußballer gelernt habe, dass die Leistungsbereitschaft konstant sehr hoch sein muss. Das ist für die Vorbereitungen auf Klausuren sicherlich nicht von Nachteil.

SPOX: Sie hatten eingangs erwähnt, dass im Fußball immer nur die Leistung zählt. Hat sich der Charakter während der Zeit im Geschäft "Fußball" aufgrund dieser Tatsache verändert?

Rau: Ich kann nicht von Veränderungen sprechen. Aber es ist das Naturell des Menschen, dass jeder mit solch einer Situation anders umgeht. Letztendlich ist es eine Ellenbogengesellschaft und ich bin mittlerweile froh, dass ich das nicht mehr miterleben muss. Aber es hat mich nicht so sehr gestört, dass ich deswegen mit dem Fußball aufgehört hätte.

SPOX: Sie nannten in Verbindung mit ihrer Zeit als Profi mal den Begriff "Scheinwelt". Was genau meinten Sie damit?

Rau: Es wird in diesem Geschäft immer viel geredet. Es gibt diese Interviews, in denen die Spieler erzählen, dass die Mannschaft nur aus Freunden besteht. Das sind Standardsätze, die immer wieder verwendet werden. Im Endeffekt geht es aber nur um persönliche Interessen. Es gibt so viel Konkurrenz und es geht um enorme Summen von Geld - da kann es keine echten Freundschaften geben.

SPOX: Was hat das für persönliche Folgen?

Rau: Je länger ich in diesem Geschäft aktiv war, desto bewusster wurde ich mir über solche Dinge. In den ersten Jahren ist es natürlich leichter, damit umzugehen. Aber mit der Zeit wird man vorsichtiger, vor allem im Umgang mit der Presse und auch mit dem Umfeld. Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, an dem man feststellt: Das sind ja gar nicht meine Freunde. Zurückblickend ist es aber natürlich leichter, so etwas zu analysieren. Als Profi habe ich mir über so etwas keine Gedanken gemacht.

SPOX: Wie lange hat letztendlich die Umstellung vom Profi zum Student gedauert?

Rau: Zwei Tage (lacht). Mein Freundeskreis bestand schon immer fast ausschließlich aus Studenten und auch meine Freundin studiert. Ich glaube, auch mein Verhalten war schon immer studenten-typisch, also fiel es mir leicht.

SPOX: Was genießen Sie denn jetzt an diesem neuen Leben am meisten?

Rau: Es ist für mich ein tolles Gefühl, dass ich meine Zeit selber einteilen kann. Ich kann das machen, wozu ich Lust habe. Es macht mir auch unheimlich viel Spaß, am Wochenende mit meinen Freunden Fußball zu gucken, ohne diesen Druck zu verspüren. Als Profi musste ich ständig on fire sein, irgendwann war dann der Akku leer. Das würde jetzt nicht mehr passieren.

SPOX: Was ist das für ein Gefühl für Sie, wenn Sie heute Fußball spielen?

Rau: Ich war gerade letztens mit der Traditions-Nationalmannschaft für ein paar Tage in China, das war eine super Zeit. Nächste Woche habe ich mit der Traditionsmannschaft von Bayern München ein Turnier. Das sind tolle Events, die unheimlich viel Spaß machen.

SPOX: Eine Rückkehr zu einem Profiverein haben Sie in der Vergangenheit immer wieder kategorisch ausgeschlossen. Könnten Sie sich denn vorstellen, auf Landesebene wieder Fußball zu spielen?

Rau: Es wird kein Comeback geben, auch nicht auf niedrigerer Leistungsebene. Das stand für mich von Anfang an fest und daran hat sich nichts geändert.

Tobias Rau beendet seine Karriere

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