Was machen Jones, Baumjohann und Streit?

Schalke II: Oase der Aussortierten

Von Haruka Gruber
Donnerstag, 23.12.2010 | 21:10 Uhr
Schnee und Eis, dennoch haben Baumjohann (2.v.l.), Jones (2.v.r.) und Streit (r.) Spaß im Training
© Getty
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Sie werden verspottet und beleidigt, doch mit Hilfe des "Ex-Praktikanten" Michael Boris wollen sich die degradierten Schalke-Stars für neue Aufgaben empfehlen. Deutschlands ungewöhnlichste zweite Mannschaft im Porträt.

Welch Ansammlung bekannter Namen: Noch nie in der Geschichte der vierten Liga hatte eine Mannschaft wohl derart prominente Spieler zu bieten wie die zweite Mannschaft des FC Schalke 04.

Jermaine Jones, Alexander Baumjohann oder Albert Streit sind nur eine kleine Auswahl derer, die aus den unterschiedlichsten Gründen bei Schalke II trainieren. Viele von ihnen wurden auch schon in der Regionalliga West eingesetzt, wo das Team auf Rang neun liegt. Coach Michael Boris betreute in dieser Saison alleine sechs A-Nationalspieler (!).

Eine höchst kuriose Situation, die den Verdacht nahelegt, dass Schalke II nur eine Ansammlung frustrierter und unmotivierter Fußball-Millionäre ist, die nur zum Training erscheinen, um keine Abmahnung zu riskieren - doch genau das Gegenteil ist der Fall. Anders formuliert: Schalke II ist Deutschlands ungewöhnlichste zweite Mannschaft, bestehend aus Nationalspielern, Bundesliga-Veteranen und großen Talenten. Ein Porträt.

Torwart

Lars Unnerstall (20, Vertrag bis 2012)

Debütierte im Herbst bei der deutschen U-20-Nationalmannschaft. Erinnert optisch mit seiner Größe von 1,98 Meter und den blonden Haaren an Manuel Neuer - doch Schalkes Nummer eins ist dem 20-Jährigen noch einige Entwicklungsschritte voraus, was angesichts des Altersunterschieds nicht verwundert. Seine Stärke ist die Strafraumbeherrschung, fußballerisch muss er aber zulegen.

Perspektive: Rückt automatisch in den Bundesliga-Kader, wenn sich Neuer oder Stellvertreter Mathias Schober verletzten sollten. Wenn Neuer bleibt, soll Unnerstall mittelfristig zur neuen Nummer zwei aufgebaut werden.

Abwehr

Frank Fahrenhorst (33, Vertrag bis 2012)

Unterschrieb im Sommer überraschend bei Schalke II, obwohl der 33-Jährige mit der Erfahrung von zwei A-Länderspielen sowie 215 Bundesliga-Einsätzen auch bei einem höher klassigeren Klub hätte spielen können. Nachdem er in Duisburg aussortiert wurde, wollte er jedoch im Ruhrpott bleiben, wo er auch aufwuchs. Gehört trotz seiner introvertierten Art zu den Führungsspielern von Schalke II.

Perspektive: Trainierte bereits bei den Profis mit, doch große Ambitionen hegt Fahrenhorst nicht mehr. Bereitet schon seine zweite Karriere als Trainer vor.

Kyriakos Papadopoulos (18, Vertrag bis 2014)

Debütierte bereits mit 15 Jahren in der ersten Liga Griechenlands, wurde von Magath aber recht schnell aus dem Profi-Team aussortiert und zur zweiten Mannschaft geschickt. Nach der Jones-Degradierung wurde der 18-Jährige dank engagierter Leistungen bei Schalke II wieder von Magath zurückbeordert und ist wieder fester Bestandteil des Bundesliga-Kaders.

Perspektive: Wird in de Rückrunde nicht mehr Teil der zweiten Mannschaft sein, zu vielversprechend waren seine letzten Vorstellungen bei den Profis. Hat seine Wertigkeit auch im defensiven Mittelfeld nachgewiesen. Boris vergleicht ihn bereits mit Marcelo Bordon, nur mit einer besseren Spieleröffnung.

Sergio Escudero (21, Vertrag bis 2014)

Wurde bei seinem Wechsel im Sommer als größtes Linksverteidiger-Talent Spaniens angepriesen, den Beweis bleibt er bis heute schuldig. Spielte bei Schalke II bereits dreimal, dafür wartet er nach wie vor auf seinen ersten Bundesliga-Einsatz. Größter Kritikpunkt: die mangelnde Physis.

Perspektive: Ist spätestens nach Panders Genesung chancenlos bei den Profis, weswegen ihm nichts anderes übrig bleibt als der Verbleib bei der Zweiten. Einzige Alternative: Ein Ausleihgeschäft, wobei es an möglichen Abnehmern mangelt.

 

Hans Sarpei (34, Vertrag bis 2012)

Passte gut ins Magath-Beuteschema: günstig und erfahren. Ging vor der Saison von Leverkusen nach Schalke, im sicheren Gefühl, als Stammspieler bei Ghanas WM-Viertelfinaleinzug über ausreichend Kredit zu verfügen. Nach fünf teils desolaten Auftritten bei den Profis war dieser jedoch schnell aufgebraucht. Wurde vor drei Wochen gemeinsam mit Jones und Baumjohann zu Schalke II abgerufen.

Perspektive: Das WM-Hochgefühl ist längst verflogen, wird trotz einwandfreier Berufsauffassung auf absehbarer Zeit keine neue Chance bei Magath erhalten. Darf außerdem als Nicht-EU-Bürger nicht in der Regionalliga spielen. Ein Wechsel wäre die einzige Lösung, doch der Markt für 34-Jährige ist überschaubar.

Christian Pander (27, Vertrag bis 2011)

Der zweimalige Nationalspieler meldete sich freiwillig für die zweite Mannschaft, um nach 19 Monaten Pause schrittweise das Vertrauen in den eigenen Körper wiederzufinden. "In der Vergangenheit hatte ich häufig Probleme, wenn ich nach einer Pause sofort in das Training der Profis eingestiegen bin. Deswegen war es eine bewusste Entscheidung von mir, den Umweg über die Regionalliga zu gehen, bis ich mich wirklich gut fühle", sagte Pander im SPOX-Interview. War bei seinen Einsätzen für Schalke II als linker Flügelspieler oder Linksverteidiger nicht nur wegen seiner gewohnt gefährlichen Standards eine Stütze.

Perspektive: Stand am 15. Spieltag gegen den FC Bayern erstmals wieder in Magaths Kader und wurde sogar eingewechselt. Sollte er fit bleiben und die Winter-Vorbereitung problemlos absolvieren können, dürfte er Lukas Schmitz mittelfristig verdrängen.

Denis Lapaczinski (29, Vertrag bis 2011)

Gehörte als Teenager zu den größten Hoffnungsträgern des deutschen Fußballs. Wechselte als 19-Jähriger mit reichlich Zweitliga-Erfahrung von Reutlingen zu Hertha BSC, wo jedoch offensichtlich wurde, dass sein Körper für den Spitzenfußball nicht geeignet ist. Selbst die Regionalliga scheint zu belastend, nach 29 Einsätzen in seinem Premieren-Jahr für Schalke II fehlt er die aktuelle Saison komplett wegen einer hartnäckigen Fußverletzung.

Perspektive: Wenn alles optimal läuft, könnte er unter Umständen März, April zurückkehren. Wahrscheinlicher scheint jedoch ein Karriereende.

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