SPOX-Meinung zu Schalkes Zukunft

Magath & Schalke: Eine Zwangsehe

Von Haruka Gruber
Freitag, 03.12.2010 | 12:00 Uhr
Felix Magath liegt mit dem FC Schalke 04 in der Tabelle nur auf Rang 15
© Getty
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Beim FC Schalke 04 wird vor dem Spiel gegen den FC Bayern (Sa., 18.15 Uhr im LIVE-TICKER) über eine Entlassung von Felix Magath spekuliert - dabei hätte eine Trennung fatale Folgen. Der Klub hat keine andere Wahl, als ihm zu vertrauen. Sonst droht das finanzielle Desaster. Ein Kommentar von Haruka Gruber.
 
 

KOMMENTAR Manchmal fällt es einem schwer, Felix Magaths Worte richtig zu deuten.

"Ich weiß nicht, ob mir der Aufsichtsrat den Rücken gestärkt hat. Aber ich habe mitgenommen, dass alle zuversichtlich sind", sagte der Trainer des FC Schalke 04 am Mittwoch, nachdem er dem Aufsichtsrat sowie den Vorstandskollegen Horst Heldt und Peter Peters die enttäuschenden Leistungen seiner Mannschaft auf Verlangen erklärt hatte.

Sprach aus Magath tatsächlich die Sorge um seinen Arbeitsplatz? Oder hatte seine Äußerung auch einen ironischen Unterton angesichts der öffentlichen Debatte um seine Zukunft? Sollte Magath die Gerüchte um seine mögliche Entlassung nicht allzu ernst nehmen - verständlich wäre es allemal.

Der leidende Fan mag es nur ungern vernehmen, aber Fakt ist: Für Schalke gibt es keine Alternative zu Magath.

Abfindung von 20 Millionen Euro

Ein neuer Trainer würde vielleicht für frischen Wind und unter Umständen für bessere Ergebnisse sorgen, doch selbst mit einer imposanten Aufholjagd ist in dieser Saison wohl nur die Qualifikation für die Europa League möglich.

Ein Wettbewerb, der finanziell kaum Gewinne verspricht und dementsprechend wenig interessant sein dürfte. Anders formuliert: Aus wirtschaftlicher Sicht ist für einen so hoch verschuldeten Verein wie Schalke fast egal, ob er Vierter oder 14. wird.

Was erreicht Schalke in dieser Saison? Hier geht's zum Tabellenrechner!

Schlimmer noch: Selbst ein Einzug in die Champions League würde die finanzielle Situation kaum entlasten, weil die zu erwartenden Mehreinnahmen von 20 bis 25 Millionen Euro nicht zur dringend benötigten Tilgung der Verbindlichkeiten genutzt werden können. Im Falle einer Trennung stünde Magath und seinem Trainerteam nämlich eine Abfindung von rund 20 Millionen Euro zu.

Zentralstaat Magath

Aber nicht nur wirtschaftlich kann es sich Schalke kaum leisten, Magath zu entlassen. Die gesamte Vereinsstruktur und jeder Entscheidungsprozess ist auf ihn ausgerichtet. Es gibt keinen anderen Verein in der Bundesliga, der so zentralistisch und hierarchisch aufgebaut ist wie Schalke - mit Magath an der Spitze. Sein Weggang würde demnach eine organisatorische Leere bedingen, deren Folgen kaum absehbar sind.

Schalke gleicht einer zerklüfteten Insellandschaft. Die Profimannschaft ist eine eigene Insel, genauso die zweite Mannschaft oder die Jugendabteilung, miteinander vernetzt sind sie nur durch Magath beziehungsweise seinem kleinen Kreis an Vertrauten. Bernd Hollerbach ist der Verbindungsmann zur zweiten Mannschaft, Seppo Eichkorn für die Jugendteams.

Eine personenunabhängige, übergreifende Philosophie gibt es nicht. Alle wichtigen Entscheidungen trifft Magath.

Magath mischt auch bei Finanzen und Verwaltung mit

Ähnliche Arbeitsweise bei den Finanzen und in der Verwaltung: Formal ist zwar Vorstandskollege Peter Peters für diese Bereiche zuständig, doch die Zügel in der Hand halten angeblich Markus Kern, Olaf Prang und Arnd Hovemann - die drei Assistenten der Geschäftsführung, die Magath zuarbeiten.

An jeder wichtigen Schnittstelle sitzt demnach ein Magath-Mann - was wenig überraschend zu unüberhörbarer Verärgerung bei den Angestellten führt, die vor Magath bereits beim Verein arbeiteten und nun zu Erfüllungsgehilfen herabgestuft wurden.

mySPOX-User HassanS04: Magath schafft sich ab!

Doch sie werden sich wie die immer unzufriedener werdenden Fans, die sich spätestens seit Rolf Rojeks Absetzung von Magath nicht ganz ernst genommen fühlen, damit abfinden müssen, dass ein Verbleib des Trainers für den Klub unabdingbar ist.

Kann Horst Heldt das Vakuum füllen?

Vorstandsmitglied Horst Heldt könnte zumindest das strukturelle Vakuum füllen, immerhin soll er sich fleißig eingearbeitet und in den letzten Monaten mit dem Marketing und der Jugendarbeit des Vereins vertraut gemacht haben.

Aber ob er bei allem Management-Talent jetzt schon das Format mitbringt, um die sportliche und unternehmerische Verantwortung des zweitgrößten Vereins Deutschlands zu tragen, scheint fraglich - zumal er in der öffentlichen und wahrscheinlich auch internen Wahrnehmung durch Magaths Zurechtweisung Anfang der Saison entscheidend geschwächt wurde.

"Emotionen verstellen Blick"

Es bleibt dabei: Das Schicksal von Schalke und Magath ist eng miteinander verknüpft. Magath sagte einmal: "Emotionen stören, denn sie verstellen den Blick auf die Realität."

Vielleicht sollte der gesamte Verein anfangen, die Zusammenarbeit mit Magath ähnlich pragmatisch zu sehen - denn ihm bleibt womöglich nichts anderes übrig.

Voraussichtliche Aufstellungen: Wie spielt Schalke gegen die Bayern?

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