Dienstag, 02.11.2010

Nach Kritik von Präsident Uli Hoeneß

Van Gaal ist "erstaunt und enttäuscht"

Louis van Gaal schießt zurück: Der Trainer von Rekordmeister Bayern München hat sich im Rahmen der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Gruppenspiel gegen CFR Cluj "erstaunt und sehr enttäuscht" über die Kritik von Präsident Uli Hoeneß gezeigt.

Louis van Gaal steht seit 2009 als Trainer bei Bayern München unter Vertrag
© Getty
Louis van Gaal steht seit 2009 als Trainer bei Bayern München unter Vertrag

Der Streit zwischen Uli Hoeneß und Louis van Gaal überschattet die Bayern-Reise nach Cluj. Vor dem Abflug gab es einen Rüffel von Karl-Heinz Rummenigge für die Attacke des Präsidenten - und van Gaal steigerte die Unruhe vor Ort noch mit einer denkwürdigen Erklärung.

Van Gaal hatte gerade erst im Crystal Room des Hotels Opera Plaza in Cluj Platz genommen, als er schon zum Gegenschlag ausholte.

Der Trainer von Bayern München nutzte die Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel des Rekordmeistes am Mittwoch (20.30 Uhr im LIVE-TICKER und auf Sat.1) beim rumänischen Klub CFR Cluj zu einer emotionalen und harten Reaktion auf die Kritik von Präsident Uli Hoeneß - und vertiefte damit den Riss zwischen den beiden Streithähnen wohl noch einmal.

Er sei "erstaunt und sehr enttäuscht" über die Attacke von Präsident Hoeneß, sagte van Gaal. "Ich finde, dass ein Mann, der soviel bedeutet für Bayern München, um die Konsequenzen von seinen Aussagen wissen muss. Ich bin sehr enttäuscht, sehr enttäuscht, dass mein Präsident so etwas sagt über mich. Ich bin auch sehr erstaunt, dass das ein Präsident in dieser schwierigen Phase mit neun verletzten Spielern sagt", sagte er mit bebender Stimme.

Van Gaals Erklärung im Wortlaut:

Ich habe gesehen, dass sie bereits am Flughafen ein Statement von mir haben wollten, ich habe aber eine Pressekonferenz und denke, dass ich das hier machen kann. Ich werde auch nur drei Sätze sagen, und ich denke, dass das auch das Wichtigste ist, was ich momentan zu sagen habe.

Ich bin der Trainer von Bayern München und sehr stolz und froh, dass ich noch immer der Trainer von Bayern München bin.

Und ich bin nunmehr ein Jahr und ein paar Monate Trainer von Bayern München und nicht in der Lage, dass ich einem Mann wie Uli Hoeneß widersprechen will. Ich finde auch, dass ich das nicht kann, weil ich nur ein Jahr und drei Monate hier beschäftigt bin.

Aber ich finde auch, dass ein Mann, der soviel bedeutet für Bayern München, um die Konsequenzen von seinen Aussagen wissen muss. Ich bin sehr enttäuscht, sehr enttäuscht, dass mein Präsident so etwas sagt über mich. Weil ich denke, dass Kommunikation eine meiner besten Qualitäten ist.

Ich bin auch sehr erstaunt, dass das ein Präsident in dieser schwierigen Phase mit neun verletzten Spielern sagt, auch über meine Zweite-Reihe-Spieler. Zweite Reihe, das sind nicht meine Worte, das sind seine Worte. Ich habe die Perspektive offen gehalten für diese Spieler. Mit diesen Spielern haben wir in fünf Spielen 13 Punkte geholt. Das widerspricht dem, was er gesagt hat.

Ich denke, dass es jetzt vernünftiger ist, über Cluj zu sprechen als über meinen Präsidenten.

Derweil versuchten beide Seiten, die Wogen zu glätten. Der Verein verkündete in einer Pressemitteilung, dass Hoeneß, van Gaal, Sportdirektor Christian Nerlinger und der Vorstand aus Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner am geplanten klärenden Gespräch teilnahmen.

Die Erklärung im Wortlaut:

In einer offenen Diskussion hat man sich ausführlich ausgetauscht und auch ausgesprochen. Es wurde vereinbart, künftig öfter sich genau in diesem Kreis zu treffen und alle anstehenden Themen des FC Bayern München zu besprechen.

Am Ende des Gespräches gaben sich Uli Hoeneß und Louis van Gaal die Hand und vereinbarten, auch künftig verantwortungsvoll zum Wohl des FC Bayern München zusammen zu arbeiten.

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