Köln denkt über Sportdirektor nach

SID
Donnerstag, 18.11.2010 | 12:07 Uhr
Auf der Jahreshauptversammlung des Tabellenletzten ging es am Mittwochabend hitzig zu
© Getty
Advertisement
International Champions Cup
Sa21.07.
Topspiele im Livestream: FCB - PSG und BVB - Liverpool
International Champions Cup
Man City -
Borussia Dortmund
CSL
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
International Champions Cup
FC Bayern München -
PSG
Club Friendlies
Benfica -
FC Sevilla
Club Friendlies
Marseille -
Villarreal
Club Friendlies
Inter Mailand -
Zenit
J1 League
Kobe -
Shonan
J1 League
Tosu -
Sendai
CSL
Hebei CFFC -
Jiangsu
Allsvenskan
AIK -
Brommapojkarna
International Champions Cup
Liverpool -
Borussia Dortmund
Club Friendlies
Eibar -
Basaksehir
Club Friendlies
Leicester -
Akhisarspor
UEFA Champions League
Ajax -
Graz
Club Friendlies
Huddersfield -
Lyon
Club Friendlies
Marseille -
Real Betis
International Champions Cup
Juventus -
FC Bayern München
International Champions Cup
Borussia Dortmund -
Benfica
International Champions Cup
Man City -
Liverpool
International Champions Cup
AS Rom -
Tottenham
International Champions Cup
AC Mailand -
Man United
International Champions Cup
Atletico Madrid -
Arsenal
Club Friendlies
Blackburn -
Everton
Copa Sudamericana
San Lorenzo -
Temuco
Club Friendlies
Arminia Bielefeld -
SV Werder Bremen
J1 League
Kobe -
Kashiwa
J1 League
Tosu -
Iwata
CSL
Jiangsu -
Shandong Luneng
International Champions Cup
Arsenal -
PSG
Club Friendlies
FC St. Pauli -
Stoke
International Champions Cup
Benfica -
Juventus
International Champions Cup
Chelsea -
Inter Mailand
International Champions Cup
Man United -
Liverpool
International Champions Cup
FC Bayern München -
Man City
International Champions Cup
FC Barcelona – Tottenham
CSL
Guangzhou Evergrande -
Chongqing
Club Friendlies
Groningen -
SV Werder Bremen
Allsvenskan
AIK -
Kalmar
International Champions Cup
PSG -
Atletico Madrid
International Champions Cup
Man United -
Real Madrid
International Champions Cup
Tottenham -
AC Mailand
International Champions Cup
FC Barcelona -
AS Rom
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
UEFA Champions League
Graz -
Ajax
Club Friendlies
Southampton -
Celta Vigo
International Champions Cup
Arsenal -
Chelsea
International Champions Cup
Benfica -
Lyon
Copa Sudamericana
Sao Paulo -
Colon Santa Fe
Club Friendlies
West Ham -
Angers
Club Friendlies
Brighton -
Sporting
Championship
Reading -
Derby County

Der 1. FC Köln überlegt, Fachkompetenz für den sportlichen Bereich ins Boot zu holen. Auch über Michael Meier müsse nachgedacht werden, sagte Präsident Wolfgang Overath.

 Am Ende eines fürchterlichen Abends mit Anfeindungen, Spott und Häme wurde Wolfgang Overath auch noch gedemütigt. Die aufgebrachten Mitglieder des 1. FC Köln verweigerten dem Präsidenten und seinem Vorstand am Mittwochabend auf der Jahreshauptversammlung erstmals die Entlastung - und damit die Gefolgschaft.

Das Misstrauensvotum war ein schwerer Wirkungstreffer für den Weltmeister von 1974, der zuvor in einer emotionalen, aber inhaltslosen Rede trotz Rücktrittsgedanken die Fortsetzung seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bekannt gegeben hatte.

"Das bestimmt nicht eine Gruppe von Chaoten"

Nach einer kurzen Nacht Bedenkzeit zeigte sich Overath am Donnerstag trotzig und als der starke Mann, den er immer gerne verkörpert. "Ob und wann ich einmal zurücktrete, das bestimme ich selbst. Das bestimmt nicht eine Gruppe von Chaoten", sagte der 67-Jährige dem Kölner Express. Die Tragweite seiner Aussage wurde ihm wenig später offenbar bewusst, via Klub-Internetseite sprach er von einer "kleinen Gruppe von Mitgliedern, die gezielt Stimmung mit Zwischenrufen gemacht hat".

2009 war Overath noch mit 98 Prozent für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt und der Vorstand entlastet worden - auch von der "kleinen Gruppe". Anno 2010 schlägt ihm und seinem Führungsteam, das Verbindlichkeiten von 24,122 Millionen Euro mitzuverantworten hat, blanke Ablehnung entgegen.

Nach über sechs Jahren Amtszeit, einem Abstieg und vielen Versprechungen hat die Lichtgestalt des Kölner Fußballs ihre Strahlkraft verloren. Mit seiner Rede konnte Overath das Ruder nicht rumreißen. "Zwei Seelen" hätten in seiner Brust geschlagen, solle er sich das nochmal antun, oder "kämpfe ich?".

Er entschied sich für das Kämpfen. "Ich will Ihr Vertrauen zurückgewinnen. Darum lasse ich sie nicht im Stich", rief er den 3119 Mitgliedern - Versammlungsrekord - vom Podium in der Staatenhalle am Rheinpark entgegen.

Vertrauen in Schaefer und Lottner

Die hatten aber die Nase so voll. Von dem Auf und Ab, lustlosen Profis, erbärmlichen Heimspielen für teures Geld und den leeren Phrasen ihres Präsidenten. Overath hatte weder Strategien noch Lösungsmöglichkeiten angeboten. Dafür aber einen Zehn-Punkte-Plan, der nur Kopfschütteln verursachte.

In Punkt eins wurde festgehalten, dass "der FC über allem steht", an dritter Stelle wolle man "jeden Stein umdrehen", fünftens die vor der Saison geformte "FC-Leitkultur glaubhaft leben". Punkt 9 sah einen Sieg des FC in Stuttgart vor.

Position zehn brachte dann endlich den erhofften Applaus. "Wir wollen Frank Schaefer und Dirk Lottner die Möglichkeit geben, arbeiten zu können", sagte der FC-Boss, ohne aber über das "Wie" zu referieren. Und zu einem klaren Bekenntnis zum äußerst beliebten Trainer Schaefer, Nachfolger von Zvonimir Soldo, konnte sich Overath erneut nicht durchringen. Die Fans wollten einen Zeitraum hören. Der Boss verweigerte das: "Ich habe bereits vorher gesagt: Wir wollen mit ihm weiterarbeiten, egal was passiert. Diese Aussage steht."

Overath: "Wir werden da was machen"

Dass Overath den Forderungen des Fan-Volkes nach einer Trennung von Manager Michael Meier nicht nachkam, verstand sich in diesem Zusammenhang von selbst. Jeder Mensch, der arbeitet, mache Fehler.

Auch Michael Meier habe Fehler gemacht, aber er werde ihn nicht entlassen, sagte der Präsident, der aber irgendwie die Situation retten wollte und die Installation eines Sportfachmannes in Erwägung zog: "Wir machen uns Gedanken um die Situation des Sportdirektors und um Michael Meier. Wir werden da etwas machen."

Doch die Mitglieder hatten genug, spätestens bei der Abstimmung über die Entlastung des Vorstandes. Per Stimmkarte wurde Zustimmung oder Ablehnung angezeigt - im Ergebnis nahezu pari. Als Verwaltungsratschef Rolf-Martin Schmitz ohne genaue Auszählung kurzerhand zugunsten des Vorstandes entschied, gingen die Fans auf die Barrikaden. Ein Vorgehen wie in einer Bananen-Republik wollten sie sich nicht bieten lassen. Die Ohrfeige folgte bei der Wiederholung: 1317 mal NEIN auf grauem Untergrund - zwei Drittel votierten gegen Overath

Köln in der Krise: Ohrfeige! Vorstand nicht entlastet

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung