Sven Bender: "Meine Zeit wird noch kommen"

Von Für SPOX in Dortmund: Haruka Gruber
Montag, 15.11.2010 | 20:43 Uhr
In dieser Saison mindestens auf Augenhöhe: Sven Bender (M.) gegen Bayerns Mark van Bommel
© Imago
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Shinji Kagawa, Mario Götze und Nuri Sahin sorgen für die Schlagzeilen, doch still und leise hat sich der nächste Jungstar unentbehrlich gemacht: Sven Bender (21) über seine DFB-Ambitionen und Klopps Kultvideo.

SPOX: Nach Ihrer nahezu fehlerfreien Leistung beim 2:0 gegen Hamburg wurden Sie von SPOX zum Star des Spiels gekürt. Zu Recht?

Sven Bender: Es ist schwierig, seine eigene Leistung zu bewerten. Mich hat es natürlich gefreut, dass ich zum Beispiel das 1:0 von Shinji Kagawa durch einen guten Pass nach vorne ermöglicht habe. Letztendlich habe ich mich aber vor allem darauf konzentriert, Defensiv-Aufgaben zu erfüllen und immer an den Gefahrenherden präsent zu sein. Meine Hauptaufgabe ist es nun mal, mich an allen Brennpunkten zu zeigen. Das ist mir ganz ordentlich gelungen - nicht mehr und nicht weniger.

SPOX: Nach einer schwächeren ersten Hälfe dominierte der BVB nach der Pause das selbst ernannte Spitzenteam Hamburg. Was ist passiert?

Bender: In der Halbzeit wurde angesprochen, dass wir uns schwer getan haben, obwohl wir sehr viel Ballbesitz hatten. Hamburg trat sehr diszipliniert auf und stand hinten kompakt. Die 1:0-Führung fiel deswegen zum genau richtigen Zeitpunkt. Der HSV machte ein bisschen auf, unsere Angriffe wurden zielstrebiger und nach dem genialen 2:0 war es gelaufen.

SPOX: Sind Sie selbst überrascht über den Klassenunterschied in der zweiten Halbzeit?

Bender: Sagen wir es so: Der Sieg ist umso schöner, wenn man weiß, dass Hamburg zu den Top-Teams der Bundesliga gehört.

SPOX: Gegen Hamburg fiel auf, dass Sie anders als zu Saisonbeginn häufiger auf einer Linie mit Nuri Sahin gestanden haben und bemüht waren, nach vorne Akzente zu setzen. Stimmt der Eindruck?

Bender: Prinzipiell ist es nach wie vor so, dass Nuri der Ideengeber sein soll und ich ihm dafür den Rücken freihalte. Aber eine Doppel-Sechs muss so ausgelegt sein, dass sich nicht nur einer von den beiden nach vorne einschaltet, sonst wird es für den Gegner zu vorhersehbar. Deswegen muss ein Wechselspiel stattfinden - und das ist uns gegen Hamburg gut gelungen.

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SPOX: Haben Sie zu Sahin ein spezielles Verhältnis?

Bender: Ja. Wir zwei wissen, was wir aneinander haben und bedanken uns auch gegenseitig ausdrücklich nach einem Spiel. Dass wir uns außerdem privat sehr gut verstehen, hilft natürlich. (lacht)

SPOX: Zuletzt erklärte Torwart Roman Weidenfeller, dass die Rückkehr des verletzten Sebastian Kehl ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Saison sein könnte. Sehen Sie das ähnlich?

Bender: Zurzeit stimmt bei uns die Mischung zwischen erfahrenen und jüngeren Spielern. Das zeigt sich in unserer enormen Ruhe am Ball. Aber es werden im Laufe des Jahres mit Sicherheit Situationen auf uns zukommen, in denen uns ein Spieler wie Sebastian sehr weiterhelfen wird, weil er schon so viel erlebt hat.

SPOX: Auch wenn Sie dadurch womöglich den Stammplatz verlieren würden?

Bender: Gesunder Konkurrenzkampf ist ganz normal und treibt seine eigenen Leistungen voran. Von daher: alles in Ordnung. (lacht)

SPOX: In Dortmunds Mittelfeld laufen mittlerweile nur noch Spieler auf, die in die A-Nationalmannschaft berufen wurden - nur Sie warten auf eine Nominierung. Werden Sie bereits ungeduldig?

Bender: Ich bin relativ relaxt. Ich freue mich für die Jungs, die zuletzt von Jogi Löw berufen wurden. Es ist ja auch eine Auszeichnung für die gesamte Mannschaft. Was meine Zukunft anbelangt: Ich bleibe ruhig und ich bin mir sicher, dass alles mit der Zeit noch kommen wird.

SPOX: Letzte Saison klagte Dortmund darüber, dass dem Verein die Lobby fehlen würde. Hat sich das grundlegend verändert?

Bender: So dramatisch habe ich das im Vorjahr nicht gesehen. Wir haben schon vor dieser Saison gute Spiele gezeigt und Spitzenmannschaften geschlagen, aber Respekt muss man sich eben erarbeiten. Und das haben wir getan.

SPOX: Endet Dortmunds Höhenflug mit der Meisterschaft?

Bender: Es ist doch im Vergleich zu vorher nicht viel passiert. Wir haben ein Spiel mehr absolviert und dieses gewonnen. Sonst hat sich nichts getan, von daher hänge ich den Sieg gegen Hamburg nicht zu hoch auf.

SPOX: Hat es im Verlauf der Woche geholfen, dass Jürgen Klopp mit seinem amüsanten Interview über die vermeintliche Krise des BVB die Aufmerksamkeit auf sich zog?

Bender: Ich habe den Clip ehrlich gesagt noch gar nicht gesehen. Mir wurde nur davon erzählt. Aber so ist eben unser Trainer und es immer wieder schön zu verfolgen, wie er trotz all der Aufregung so bleibt, wie er ist.

Dortmunds Staubsauger: Sven Bender im Steckbrief

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