Trochowski, Guerrero oder Petric?

HSV: Die drei Fragezeichen

Von Stefan Moser
Freitag, 24.09.2010 | 09:48 Uhr
Piotr Trochowski (M.) erzielte in 35 Länderspielen für Deutschland zwei Treffer
© Getty
Advertisement
Bundesliga
Fr23:00
Bayern-Wolfsburg: Die Highlights vom Freitag
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers-Celtic: Das Old Firm in Glasgow steht an!
CSL
Live
Beijing Guoan -
Shanghai SIPG
Ligue 1
Nizza -
Angers
Ligue 1
Lille -
Monaco
Primeira Liga
Porto -
Portimonense
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
CSL
Tianjin Teda -
Tianjin Quanjian
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby County -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Primeira Liga
Benfica -
Ferreira
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheffield Wed -
Sheffield Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
Saint-Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Club Brugge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk Split -
Lokomotiva Zagreb
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru

Vor dem Nordderby gegen Werder Bremen sucht der Hamburger SV noch immer nach der Optimalbesetzung im zentralen Mittelfeld. Piotr Trochowski erklärt die taktische Evolution auf seiner Position: Die Zeiten des klassischen Spielmachers sind vorbei.

Die Frage brannte auf den Nägeln. Einem Zuschauer ganz besonders. Also flitzte er in der Nachspielzeit aufs Spielfeld, rannte zu Heiko Westermann in den Mittelkreis und hob fassungslos die Arme: Wie kann der HSV nur dieses Spiel gegen Wolfsburg verlieren? Westermann hatte auch keine Antwort.

70 Prozent Ballbesitz, 67 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 15:1 Ecken, 18:8 Torschüsse und unglaubliche 51:7 Flanken. Alle statistischen Werte wiesen Hamburg als klaren Sieger aus, nur das Ergebnis sprach für die Gäste.

Nachdem sich der HSV nach zuletzt zwei drögen Unentschieden gegen Nürnberg und St. Pauli das Etikett "Beamtenfußball" eingehandelt hatte, präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Armin Veh gegen Wolfsburg mit viel Spielfreude und noch mehr Herz.

"Beste erste Hälfte der bisherigen Saison"

Nur war die "beste erste Hälfte der bisherigen Saison" (Veh) am Ende umsonst: Westermann scheiterte am Pfosten, Mladen Petric am Torhüter und Jonathan Pitroipa wie so oft an Jonathan Pitroipa. Und so verlor der HSV erst die Geduld, dann die Ordnung, schließlich Kraft und Konzentration - und am Ende, nach zwei gandenlosen Kontern, eben auch das Spiel. Die erste Saisonniederlage.

Mit acht Punkten aus fünf Partien liegt Hamburg nun auf Platz sechs, vor den vermeintlichen Konkurrenten aus Wolfsburg, Stuttgart, Leverkusen, Schalke oder Bremen, die den schwierigen WM-Sommer allesamt noch schlechter verkraftet haben. Dank zweier Siege gleich zum Auftakt liegt der HSV im Moment sogar noch vor den Bayern - und trotzdem ist ein Teil der Anhänger bis auf Weiteres mit Mannschaft und Trainer wieder per Sie.

Dass vor allem die Außenverteidiger immer wieder mit den Händen in den Hosentaschen verteidigen, nimmt man in Hamburg mittlerweile dabei fast schon routiniert zur Kenntnis; auch Vehs Suche nach der richtigen Balance "zwischen Disziplin und Leidenschaft" hat noch Kredit. Die Skepsis richtet sich vielmehr gegen das Spielsystem.

Hamburg sucht den Zehner

Der Trainer hat sich auf ein 4-2-3-1 festgelegt. Ruud van Nistelrooy ist als einzige Spitze gesetzt, auf der Position direkt dahinter stehen bislang aber nur drei Fragezeichen. Paolo Guerrero, Piotr Trochowski und Petric haben sich abwechselnd als Zehner versucht, alle drei mehr oder weniger erfolglos.

"Wir haben für diesen Bereich zwar sehr gute Spieler, aber sicher noch keine feste Ordnung", sagt Trochowski, der gegen Wolfsburg erst in der 75. Minute eingewechselt wurde, im Gespräch mit SPOX.

Er selbst sei, laut Veh, "prädestiniert für die Rolle", habe aber noch taktische Defizite. Trochowski komme zu sehr aus der Tiefe, der Abstand zwischen ihm und van Nistelrooy sei mithin zu groß.

MySPOX-Analyse: HSV vor Bremen

Müller und Özil setzen Maßstäbe

Im 4-2-3-1-System, für das in Deutschland zuletzt Louis van Gaal, Thomas Schaaf und Joachim Löw die Maßstäbe setzten, ist der zentrale Mittelfeldspieler kein klassischer Spielmacher mehr. Die Prototypen wie Thomas Müller und Mesut Özil sind eher hängende Stürmer, die entweder "zwischen den Linien" als Anspielstation für Tempo und Überraschung sorgen oder in plötzlichen Rhythmuswechseln selbst den Weg in den Strafraum suchen.

"Das komplette Spiel ist heute viel dynamischer und enger als früher, die Mannschaften verteidigen viel höher und lassen kaum Räume im Mittelfeld", beschreibt Trochowski die Entwicklung: "Die Position des Spielmachers gibt es also im Grunde nicht mehr, die Zeiten sind vorbei. Nun übernehmen meistens die Sechser die Aufgaben des früheren Zehners, sie lenken von hinten das Spiel, diktieren das Tempo und sind für die Gestaltung verantwortlich."

Tatsächlich hatten Hamburgs Sechser Ze Roberto und David Jarolim gegen Wolfsburg 95 bzw. 75 Ballkontakte. Petric, der die "10" auch auf dem Trikot trug, dagegen nur 35. Der Wert ist nicht ungewöhnlich, auch Müller bei den Bayern oder Özil in der Nationalmannschaft haben in der Regel nur halb so viele Ballberührungen wie Bastian Schweinsteiger.

Trochowski: "Wir haben viele Optionen"

Entscheidend ist nicht die Zahl der Ballkontakte sondern deren Qualität, das Spiel effektiv in die gefährliche Zone zu tragen. Und daran hakt es noch beim HSV. Trochowski schleppt häufig die Bälle und hatte gegen Nürnberg (sein bislang einziger Auftritt in der Startelf) mit sich selbst und einem klassischen Manndecker zu kämpfen. Guerrero fehlen Selbstvertrauen und Präsenz, um den Rhythmus anzuziehen. Und Petric klebte am Mittwoch zu sehr im Zentrum und spielte häufig mit dem Rücken zum Tor.

Trochowski bleibt trotzdem optimistisch: "Ich sehe das nicht als unsre Problemzone. Wir haben noch nicht die richtige Ordnung, aber drei sehr gute Spieler auf dieser Position. Man kann es auch positiv sehen: Wir haben viele Optionen."

Im Nordderby am Samstag gegen Bremen geht Vehs Suche nach der richtigen Option in die nächste Runde. Das zuletzt dramaturgisch aufgeladene Prestigeduell gilt nicht nur atmosphärisch als richtungweisend - freilich auch für Werder.

Es kriselt bei Werder

Der Nordrivale ist noch deutlich schlechter aus der Sommerpause gekommen als der HSV. So schlecht sogar, dass Trainer Schaaf und Manager Klaus Allofs ihr altes "Good Cop, Bad Cop"-Spiel plötzlich aufgegeben haben und nun beide, im Verbund mit Kapitän Torsten Frings, die Mannschaft öffentlich für ihre Berufsauffassung kritisieren.

Neben den Verletzungen der Schlüsselspieler Naldo, Per Mertesacker und Claudio Pizarro plagten Bremen dazu durchaus einige vergleichbare Probleme: Zerstückelte Vorbereitung, taktische Schwächen der Außenverteidiger und - nach Özils Wechsel nach Madrid - ein Loch im zentralen Mittelfeld. Immerhin kehren Mertesacker und Pizarro im Derby ins Team zurück.

Auch Schaaf hat mit Aaron Hunt, Marko Marin und mit Abstrichen auch Wesley schon drei Spieler im Zentrum ausprobiert - und noch keine passende Lösung gefunden.

Anders als Veh bastelt Schaaf auch immer wieder am System und wechselt zwischen Varianten mit einem oder zwei Stürmern. Paradox genug: In Deutschlands größter Brutstätte für Zehner gibt es derzeit einen erheblichen Mangel auf der Spielmacher-Position.

Vielleicht ja ein Trostpflaster für die unruhigen HSV-Flitzer.

Hamburger SV im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung