FC Bayern: Im Kampf mit der Philosophie

Von Fatih Demireli
Dienstag, 28.09.2010 | 11:59 Uhr
Millionenschwere Bank: Mario Gomez, Hamit Altintop und Co. warten auf Einsätze
© Getty
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Der schlechteste Saisonstart seit 1977 bereitet den Bossen des FC Bayern große Sorgen. Die Offensive ist die schlechteste der Liga, die Top-Stars des Rekordmeisters sind völlig außer Form. Trotz sportlicher Krise rückt Louis van Gaal von seiner Philosophie aber nicht ab und vertraut seinem Stamm. Von Konkurrenzkampf hält der Niederländer nicht viel. Seine Bankdrücker könnten sich aber zu Hoffnungsträgern entwickeln.

Es ist Zeit zum Zeichensetzen, hat sich der FC Bayern gedacht und den Vertrag mit Louis van Gaal wie erwartet um ein weitere Saison bis 2012 verlängert. Die Bayern vertrauen trotz Ergebniskrise ihrem Trainer.

Das 1:2 gegen Mainz war dennoch ein Tiefpunkt früh in der Saison: Stürmer Miroslav Klose sah sogar das "schlechteste Spiel unter diesem Trainer". Die Gründe für den Stotterstart sind klar: Bayern stellt die schlechteste Offensive der Bundesliga, erzielte wie der 1. FC Köln nur fünf Tore in sechs Spielen.

"Fußball ist ein Spiel, um Tore zu machen", sagt van Gaal. Doch genau das machen die Spieler nicht, die grundsätzlich dafür zuständig sind: Klose, Ivica Olic und Mario Gomez sind noch ohne Saisontor. Lediglich Thomas Müller traf bereits zwei Mal. Dass van Gaal trotz der Misere in der Offensive und trotz des Fehlens seiner Superstars Arjen Robben und Franck Ribery nicht umdenkt, verwundert.

"Konkurrenzkampf verbessert nicht"

Olic und  Müller sprachen sich schon vor dem Mainz-Spiel vorsichtig für einen Systemwechsel mit zwei Stürmern aus. Van Gaal will davon nichts wissen: "Die Spieler reden mit den Medien darüber, weil diese Fragen gestellt werden." Kein Systemwechsel also. Von Rotation hält der Niederländer auch nichts: "Ich glaube nicht, dass Konkurrenz die Spieler besser macht. Sie gibt Druck. Die Spieler brauchen aber Vertrauen", so der Bayern-Coach.

Auch deswegen wurden vor der Saison keine Transfers getätigt. Das Vertrauen zahlen die Stammkräfte in der aktuellen Phase aber nicht zurück und laufen auch elf Wochen nach der WM 2010 in Südafrika ihrer Form hinterher.

Personalwechsel in der Elf sind in den meisten Fällen verletzungsbedingt. Siehe Danijel Pranjic, der für den verletzten Diego Contento in das Team rutschte. Oder Toni Kroos, der zu Saisonbeginn eine Berg- und Talfahrt erlebte, aber nun mangels Kreativspieler einen Platz in der ersten Elf gefunden hat.

Spieler wie Martin Demichelis, Hamit Altintop oder Mario Gomez gelten unter van Gaal als große Verlierer, weil sie kaum zum Zuge kommen. In der schwierigen Phase mit negativen Ergebnissen und Verletzungen könnte aber für den einen oder anderen Bankdrücker die große Stunde schlagen.

Fünf Kandidaten und ihre Chancen

Martin Demichelis: Nicht einmal als Backup von Daniel van Buyten wird er inzwischen mehr gebraucht. Als Van Gaal im Spiel gegen Mainz beim Stand von 1:2 den Belgier als Stürmer nach vorne beorderte, wechselte er für van Buytens Part in der Abwehr nicht etwa Demichelis ein, sondern Mittelfeldspieler Anatolij Tymoschtschuk. 17 Minuten Bundesliga - die Bilanz des Innenverteidigers, der bei der WM 2010 noch jedes Spiel für Argentinien bestritt, sieht bescheiden aus.

Während van Gaal seinen Vertrag beim FC Bayern verlängert hat, stehen die Zeichen bei Demichelis auf Trennung. "Ich verstehe, dass er unzufrieden ist. Ich werde mich im November mit seinem Berater treffen, da werden wir die Situation bewerten", so Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in der "tz". Schon im Sommer forcierte der Argentinier seinen Abgang - ohne Erfolg.

Bis zum Winter und vor allem bis zur Rückkehr von Breno, der immerhin schon mal das Training aufgenommen hat, könnte Demichelis die Abwehr verstärken. Vorausgesetzt, dass van Gaal Holger Badstuber wieder auf die linke Seite beordert. Nachdem Pranjic als Vertreter von Contento als Linksverteidiger - wie in den zahlreichen Versuchen zuvor - nicht überzeugte, ist ein Modell "Badstuber links, Demichelis zentral" denkbar.

Danijel Pranjic: Das Mainz-Spiel bewies erneut, dass der Kroate am wenigsten auf der Linksverteidigerposition zu gebrauchen ist. In der Saisonvorbereitung überzeugte der Nationalspieler vielmehr im Mittelfeld; ob als Schweinsteiger-Ersatz im Zentrum oder offensiv auf links - Pranjic hat seine Stärken weiter vorne.

Van Gaal bescheinigte seinem Mitbringsel aus den Niederlanden gute Leistungen in der Vorbereitung, doch mangels Rotation blieb er meistens draußen. "Van Gaal gibt jedem Spieler das Gefühl, gebraucht zu werden", sagte Pranjic im Sommer gegenüber SPOX. Die Praxis sieht aber bisher anders aus. Sollte van Gaal wider Erwarten sein System umstellen und auf ein 4-4-2 setzen, könnte Pranjic' große Stunde schlagen. Übrigens: In Heerenveen fiel er den Bayern-Scouts genau in diesem System auf.

Anatolij Tymoschtschuk: Ein Lichtblick war der Einsatz gegen Mainz - wenn auch nur als Notnagel und Platzhalter für den stürmenden van Buyten. Es waren die ersten Minuten des Ukrainers im Bayern-Trikot in dieser Saison. Van Gaal hält grundsätzlich viel von Tymoschtschuk, aber eben nicht beim FC Bayern. Er passt nicht in sein System, weil er nach Ansicht van Gaals als zentraler Mittelfeldspieler nur für Defensivaufgaben zu gebrauchen ist.

Tymoschtschuk kam in der vergangenen Saison immer wieder ins Spiel, wenn die Bayern eine Führung sichern wollten. Doch in dieser Saison war das selten der Fall. Von den Dauerreservisten hat er die geringsten Chancen, ins Team zu rutschen, da an Mark van Bommel und Bastian Schweinsteiger kein Vorbeikommen ist. Der Blondschopf wollte zu Saisonbeginn weg, aber die Bayern legten ihr Veto ein. Ein neuer Versuch im Winter wird sicher folgen.

Hamit Altintop: Bei den Mitspielern äußerst beliebt, in der Nationalmannschaft der unumstrittene Leader, wartet Hamit Altintop bei van Gaal weiter auf den Durchbruch. Dennoch verlängerte der Türke seinen auslaufenden Vertrag noch einmal um ein weiteres Jahr. Auch weil er eine Chance sah, sich in Abwesenheit der WM-Fahrer früh zu empfehlen. Die Rechnung ging nicht auf.

In den letzten Monaten warfen Altintop kleinere Verletzungen immer wieder zurück. So auch vor dem Mainz-Spiel, als er als fast sicherer Ribery-Ersatz galt, aber das Training abbrechen musste. In wichtigen Champions-League-Spielen glänzte Altintop mit guten Leistungen, möglicherweise rückt er nun in die Mannschaft. Hamits Vorteil ist auch sein Nachteil: Er ist flexibel einsetzbar, aber eben auch ersetzbar. Die Worte van Gaals, wonach Spieler Vertrauen brauchen, gelten vor allem für Altintop, der mehr Startelf-Spieler denn Joker ist.

Mario Gomez: Als die Mainzer noch auf dem Rasen der Allianz Arena feierten, war Mario Gomez schon längst weg. Es brodelt in dem Stürmer, der erneut nur eine knappe Viertelstunde zum Einsatz kam. Auch in seinem zweiten Bayern-Jahr ist Gomez keine feste Größe unter van Gaal, dabei sind seine Konkurrenten im Angriff noch nicht mal in Topform.

Olic spielt sogar dann, wenn er nicht fit ist. Klose ist praktisch gesetzt, obwohl sein letztes Bundesliga-Tor auf den 24. April zurückgeht. Van Gaal probiert vieles, lässt Klose als Zehner ran, Olic wandert von rechts nach links und dann wieder nach ganz vorne, Müller ist ein Allrounder - nur Gomez bleibt in der Rotation außen vor. Gomez ist - wenn überhaupt - nur als Joker gefragt, doch diese Rolle liegt ihm nicht. Bei Bayern hat er weder in der Bundesliga noch in der Champions League ein Tor nach Einwechslung erzielt.

"Als Stürmer, der es gewohnt ist, viele Tore zu machen, bin ich zu ungeduldig. Normalerweise weiß ich: Wenn ich zwei Chancen nicht mache, kommt auch noch die dritte", erklärte Gomez im Mai im SPOX-Interview. "Aber als Ersatzspieler ist das anders, weil die Zeit nicht da ist. Ich will zu viel."

Dass er als Startelf-Spieler wertvoll ist, bewies Gomez in der vergangenen Saison mit zehn Bundesliga-Toren. Um die Offensivprobleme zu lösen, kommt van Gaal wohl nicht umhin, seinem jungen Angreifer bald eine Chance in der Startelf zu geben.

Bayern: Der erste große Frust

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