Karl-Heinz Rummenigge rechtfertigte die Strafanzeige der Bayern gegen UEFA-Mitarbeiter
Karl-Heinz Rummenigge rechtfertigte die Strafanzeige der Bayern gegen UEFA-Mitarbeiter
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FC Bayern rechtfertigt Strafanzeige gegen UEFA-Mitarbeiter

Donnerstag, 16.09.2010

Rummenigge: "Ich hatte Bauchschmerzen"

Karl-Heinz Rummenigge hat sich nach dem 2:0-Sieg des FC Bayern in der Champions League gegen den AS Rom vehement gegen die Anschuldigungen von zwei UEFA-Mitarbeitern gewehrt. Wie der "Stern" berichtet hatte, behaupten UEFA-Chefermittler Peter Limacher und dessen Informant Robin Boksic, die Münchner hätten das UEFA-Cup-Halbfinale 2008 an Zenit St. Petersburg verkauft.

Noch am Mittwoch stellte der FC Bayern daraufhin Strafanzeige gegen Limacher und Boksic. Die UEFA dagegen wiegelte in einer ersten Reaktion ab. Generaldirektor Gianni Infantino: "Ich bin extrem überrascht über die Reaktion aus München. Das ist traurig, sie scheinen zu überreagieren. Peter Limacher kämpft an vorderster Front den schwierigen Kampf gegen Korruption, er hat unser vollstes Vertrauen."

Im Interview sprach Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge von "ungeheuerlichen Behauptungen" und einem schweren "Image-Schaden" - und rechtfertigt die Strafanzeige gegen den UEFA-Mitarbeiter.

Frage: Der FC Bayern hat Strafanzeige gegen zwei Mitarbeiter der UEFA gestellt. Was sind Ihre Beweggründe?

Rummenigge: Uns wird von den UEFA-Mitarbeitern Peter Limacher und Robin Boksic unterstellt, das UEFA-Cup-Halbfinale 2008 an St. Petersburg verkauft zu haben. Das Magazin "Stern" hat uns diese Behauptungen mitgeteilt. Da sind ungeheuerliche Behauptungen dabei. Bei Uli Hoeneß, Karl Hopfner und einem Spieler soll die Staatsanwaltschaft demnach Hausdurchsuchungen durchgeführt haben. Bei einem Spieler sollen eine Millionen Dollar in Cash und Kokain gefunden worden sein. Außerdem soll auf einem Konto des FC Bayern München ein zweistelliger Millionenbetrag eingegangen sein. Das sind Dinge, die wir uns nicht gefallen lassen können. Das sind ja keine Kinkerlitzchen, sondern äußerst unangenehme Geschichten. Das ist bestimmt keine Überreaktion von Bayern München, schließlich geht es um Behauptungen von zwei UEFA-Mitarbeitern, die unserem Verein einen unglaublichen Imageschaden zuführen.

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Frage: Boksic wird im "Stern" als Hochstapler entlarvt, dem UEFA-Chefermittler Limacher vertraut hat. Inwieweit vertrauen Sie dem "Stern", dass seine Recherchen wahr sind?

Rummenigge: Der "Stern" hat uns absolut glaubwürdig versichert, dass diese Geschichte der Wahrheit entspricht. Sie als Journalisten wissen, was mit einem passiert, wenn man solche Behauptungen aufstellt, die dann nicht der Wahrheit entsprechen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der "Stern" hier unwahre Behauptungen in Sachen Limacher und Boksic von sich gibt. Der Artikel wurde von sieben Redakteuren unterschrieben. Wir sind leider davon überzeugt, dass der "Stern" die Wahrheit geschrieben hat.

Frage: Die UEFA hat auf Ihre Strafanzeige reagiert und sich in einer Pressemitteilung vor Herrn Limacher gestellt.

Rummenigge: Das weiß ich nicht. Ich weiß nur eins, dass wir am Mittwochvormittag bei der Münchner Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen diese zwei Herren gestellt haben. Ich erwarte sowohl von der Staatsanwaltschaft München als auch von der UEFA eine lückenlose Aufklärung des Falles. Wir können diese Dinge keineswegs so stehen lassen. Ich habe nur gehört, dass die UEFA uns Überreaktion unterstellt. Es kann ja wohl nicht sein, dass man derartige Dinge, mit denen man da konfrontiert wird, mit einer Handbewegung zur Seite wischt. Als ich diese Aussagen gehört habe, hatte ich Bauchschmerzen und war total schockiert.

Frage: Wie aussichtsreich ist Ihre Strafanzeige?

Rummenigge: Ich bin kein Jurist, aber ich denke, dass man uns Recht geben wird. Der Vorwurf, wir hätten das Spiel gegen St. Petersburg 2008 gekauft, steht ja schon länger im Raum. Wir wurden noch nie von der UEFA diesbezüglich kontaktiert oder um Stellungnahme gebeten. Das ist ein Alleingang von Herrn Limacher. Mit welcher Berechtigung spricht der eigentlich mit dem "Stern"? Der Punkt des Akzeptablen wurde deutlich überschritten.

Frage: Hatten Sie schon mit der UEFA Kontakt?

Rummenigge: Nein, und das ist auch nicht unsere Aufgabe. Wir haben uns diesen Schritt gut überlegt, dass war kein Schuss aus der Hüfte. Die Vorwürfe sind so ungeheuerlich, dass wir uns nach langen Überlegungen gezwungen sahen, diese Schritte einzuleiten.

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Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wehrt sich gegen die Anschuldigungen von zwei UEFA-Mitarbeitern, die Münchner hätten das UEFA-Cup Halbfinale 2008 an St. Peterburg verkauft. Er rechtfertigt die Strafanzeige der Bayern.

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