Mittwoch, 15.09.2010

Inside Bundesliga: 7 Klubs - 7 Brennpunkte

Was wird aus Nova?

Köln kommt offenbar auch ohne seinen einstigen Torjäger Milivoje Novakovic zurecht. Hannover 96 muss in der Defensive auf zwei Youngster bauen, während Werder Bremen einen formidablen Allrounder eingekauft hat. Und in Wolfsburg schmeißt Trainer Steve McClaren das System über den Haufen - zur Freude von Grafite.

Milivoje Novakovic (l.) hat in 128 Pflichtspielen bisher 58 Tore für den 1. FC Köln erzielt
© Getty
Milivoje Novakovic (l.) hat in 128 Pflichtspielen bisher 58 Tore für den 1. FC Köln erzielt

VfB Stuttgart: Lange Zeit war Timo Gebhart unter Trainer Christian Gross im VfB-Mittelfeld gesetzt, fast immer auf der rechten Seite. Selbst schwächere Auftritte bestrafte der Schweizer nicht mit einem Verweis auf die Bank, Gebhart wurde von Gross durchaus etwas protegiert und er zahlte das große Vertrauen oft mit guten Leistungen zurück. Jetzt ist aber Mauro Camoranesi da und Gebhart hat seinen Platz auf der rechten Seite zunächst an den Italiener verloren.

Und da Daniel Didavi vorher schon sehr dicht an der ersten Elf war und in Freiburg auf der linken Seite eine vernünftige Partie machte, steht Gebhart derzeit auf der Kippe. In Freiburg kam er erst nach einer Stunde ins Spiel. Eine neue Situation für den 21-Jährigen, der in der Vorbereitung und in den Pokalwettbewerben noch ein entscheidender Faktor war.

Werder Bremen: Im Prinzip wusste fast niemand Genaues über Zugang Wesley Lopes Beltrame. Jetzt hat der Brasilianer sein Bundesliga- und sein Champions-League-Debüt gefeiert und man kann sagen: Er kann fast alles.

Gegen die Bayern wurde schon ersichtlich, was sich gegen Tottenham bestätigte: Wesley ist kein neuer Diego und kein neuer Özil. Er ist Sechser, Achter und Zehner in einer Person. Ohne Vorbereitung und mit Luft für nur 60 Minuten war er trotzdem in beiden Spielen sehr auffällig, bestach durch geschicktes Zweikampfverhalten und eine vorzügliche Antizipation.

Vielen Spielern wird ihre Vielseitigkeit früher oder später zum Verhängnis, wenn daraus Beliebigkeit wird. Wesley scheint da ein anderes Kaliber zu sein. Und in Thomas Schaafs variablen Systemgebilden wird er wohl immer einen Platz finden.

VfL Wolfsburg: Der miserable Saisonstart lässt Trainer Steve McClaren umdenken. In Wolfsburg hält wieder das Meister-System Einzug und mit ihm feiert der Traumsturm der Titel-Saison 2008/09 ein Comeback.

Gegen Dortmund spielte Diego fast einen zweiten Stürmer neben Edin Dzeko, hing dem Bosnier oft auf den Füßen. Mit der Rolle kam der Brasilianer überhaupt nicht klar. Dazu hing Mario Mandzukic links in der offensiven Dreierkette im Mittelfeld völlig in der Luft, über die rechte Seite bekam Karim Ziani so gut wie gar nichts auf die Reihe. Damit soll jetzt Schluss sein.

McClaren geht zurück zum 4-4-2, das erfolglose 4-2-3-1 soll fürs Erste ad acta gelegt werden. Das bringt Vorteile: Diego ist in der Raute endlich der zentrale Spielgestalter, hat den Platz, den er für sein ausschweifendes Spiel braucht. Und vorne drin sollen es neben Dzeko auch wieder Grafite richten und dem Bosnier die Unterstützung geben, die er braucht.

Der Nachteil: Mandzukic, der sein Können durchaus schon angedeutet hat, sich aber im Sturmzentrum wohler fühlt, wäre erstmal raus aus der Mannschaft. Für die Position im linken Mittelfeld in der Raute ist der Kroate nicht geschaffen.

Hannover 96: Die Gelb-Rote Karte für Emanuel Pogatetz aus dem Leverkusen-Spiel bereitet Mirko Slomka immer mehr Kopfzerbrechen: Sein etatmäßiger Backup Mario Eggimann fällt nach seiner Hüftoperation im Sommer weiter aus. Nun droht auch noch Stammkraft Karim Haggui im Abwehrzentrum mit einer Zehenstauchung auszufallen.

Damit hätte Hannover keinen gelernten Innenverteidiger mehr zu Verfügung. Gegen Wolfsburg müsste sich Slomka dann auf die Nachwuchskräfte Felix Burmeister (20) oder Christopher Avevor (18) verlassen.

Außerdem wird Christian Schulz aushilfsweise wieder vom linken Flügel ins defensive Zentrum rücken. Der zweifache Torschütze und Überraschungsmann der ersten Spiele, Konstantin Rausch, könnte dann dessen Position außen in der Viererkette übernehmen.

Damit wäre im linken Mittelfeld Platz für den nächsten Hoffnungsträger: Last-Minute-Einkauf DaMarcus Beasley könnte zu seinem Bundesligadebüt kommen. Der 28-jährige Amerikaner steht Gewehr bei Fuß: "Wenn der Trainer mich aufstellt, bin ich bereit!"

Hamburger SV: Drei Positionen hat Armin Veh in seinem bevorzugten 4-2-3-1-System für das offensive Mittelfeld zu vergeben, noch experimentiert der HSV-Trainer allerdings an der optimalen Besetzung. Gewinner der noch jungen Saison ist bislang Jonathan Pitroipa: Die dünnsten Beinchen und das kleinste Renommee aller Kandidaten - aber als einziger bisher in allen Spielen in der Startelf. Eljero Elia, Piotr Trochowski, Paolo Guerrero und Mladen Petric streiten aktuell noch um die übrigen zwei Plätze.

Probleme bereitet dabei vor allem die Position im Zentrum. Mit Petric, Guerrero und Trochowski versuchten sich in drei Partien drei Akteure auf der Zehn: Keiner konnte sich als kreativer Regisseur nachhaltig in Szene setzen.

"Trochowski ist eigentlich prädestiniert für diese Rolle, nur muss er noch lernen, näher beim Stürmer zu stehen. Wir werden das mit ihm hinbekommen", sagte Veh zwar nach dem 1:1 gegen Nürnberg, will sich aber auch weiterhin nicht festlegen: "Wir werden auf der Position immer wieder mal wechseln, es kommt auf die Trainingsleistungen an."

Einer der drei Kandidaten wird jedenfalls am Sonntag im Stadtderby gegen St. Pauli seine zweite Chance bekommen. Auch in der Kreativfrage gilt das "Spiel des Jahres" in Hamburg als richtungweisend. Nach den jüngsten Trainingseindrücken sieht es so aus, als hätte Guerrero für die Partie am Millerntor die Nase vorn.

Fußballer und ihre Autos
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Jürgen Klinsmann zeigte auch während seiner Zeit in England seine Wurzeln. 1994 mit Tottenham-Fans beim Einsteigen in seinen Käfer
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In Sachen Coolness einer der wenigen echten Herausforderer von Jürgen Grabowski (s. Bild Nr. 1): Günter Netzer. Der Blick, die Matte, der GRÜNE Ferrari. Wir schreiben das Jahr 1972
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Berti Vogts 1971 samt Hund und schnittigem Porsche. Im Hintergrund irgendein hippes Viertel von Grevenbroich (GV)
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Achtung, krasser Zeitsprung: Eines deutschen Meisters würdig fahren Wolfsburgs Jan Simunek und Edin Dzeko im Bugatti vor
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Flott unterwegs war Piotr Trochowski zu HSV-Zeiten. Allerdings nur als Beifahrer von Klaus Ludwig beim ADAC-Sicherheits-Training
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Deutlich gemächlicher ließ es der frühere FC-Bayern-Abwehrhühne Daniel van Buyten angehen. Hier mit Fitness-Trainer Darcy Norman in Donaueschingen
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Ob Nicolas Anelka mehr Autos als Vereine hatte, sei dahingestellt. Man sagt ihm aber nach, bei der Auswahl seiner fahrbaren Untersätze nie daneben gegriffen zu haben
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Franck Ribery kann während des Trainingslagers 2009 in Dubai nicht einfach so an diesem Flitzer vorbei gehen
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Wie soll man eine Auto-Diashow beenden? Mit einem Auto. Das ist oder war mal die Schüssel von Weltpokalsiegerbesieger Nico Patschinski himself
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FC St. Pauli: Wie bei Eintracht Frankfurt hat sich auch St. Pauli, respektive Trainer Holger Stanislawski, noch nicht endgültig auf eine Nummer eins festgelegt. Thomas Kessler war nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel zunächst draußen, durfte aber gegen Köln zuletzt ran und zeigte auch gleich eine sehr ordentliche Partie. Natürlich kam ihm dabei auch die Verletzung von Routinier Mathias Hain zugute.

Der 37-Jährige hat sich immer noch nicht von seinem knöchernen Sehnenabriss im kleinen Finger der rechten Hand erholt, konnte auch noch am Mittwoch nur eine Einheit mit Krafttrainer Dr. Pedro Gonzalez absolvieren. Alles deutet darauf hin, dass Kessler auch im Stadtderby im Tor stehen wird.

Jetzt beim Bundesliga FUXX für den kommenden Spieltag aufstellen!

1. FC Köln: Die Saison begann für Milivoje Novakovic glänzend, bereits nach acht Minuten kam er gegen Kaiserslautern zu seinem ersten Saisontor. Danach aber ging es steil bergab: Das Spiel gegen  den FCK wurde noch mit 1:3 verloren, in Bremen (2:4) war Novakovic als Sturmspitze quasi nicht existent und zuletzt gegen St. Pauli schmorte er 90 Minuten nur auf der Bank - nicht unbedingt ein Vorteil für ihn persönlich, dass der FC ohne ihn das bisher beste Saisonspiel und gleichzeitig auch den ersten Sieg einfuhr.

Novakovic ist der Verlierer der ersten Saisonspiele. Zumal Trainer Zvonimir Soldo gegen St. Pauli auch noch auf ein 4-2-3-1 umstellte, mit Lukas Podolski in der Spitze - und nicht Novakovic.

Die Frage ist, was aus dem Slowenen wird, der ganz offenbar wie viele andere auch an den Spätfolgen der WM und der damit zerstückelten Vorbereitung leidet. Momentan ist für Nova offenbar kein Platz in der ersten Elf.

Der 4. Spieltag im Überblick

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