Hopp feiert das Ende des Verlustgeschäfts

SID
Montag, 23.08.2010 | 18:16 Uhr
Dietmar Hopp bekam 2010 das Bundesverdienstkreuz verliehen
© Getty
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Nachdem Dietmar Hopp in der Vergangenheit 175 Millionen Euro in das Projekt 1899 Hoffenheim gepumpt hat, feiert der Milliardär den kurz bevorstehenden Millionen-Transfer des brasilianischen Nationalspielers Carlos Eduardo nach Russland als Ende des Verlustgeschäfts.

UPDATE "Der Transfer zeigt, dass wir in der Bundesliga angekommen sind. Zum ersten Mal erzielt Hoffenheim ein Einnahme-Plus", sagte Hopp der "Rhein-Neckar-Zeitung".

Einen Teil des Geldes hat Hoffenheim schon wieder investiert. Die Kraichgauer verpflichteten am Montag Mittelfeldspieler Sebastian Rudy vom baden-württembergischen Ligarivalen VfB Stuttgart. Der 20 Jahre alte U-21-Nationalspieler erhält bei 1899 einen Vertrag bis 2014. Über weitere Vertragsmodalitäten vereinbarten beide Klubs Stillschweigen.

Wechsel Eduardos nur Frage der Zeit

Auch der Wechsel Eduardos ist nur eine Frage der Zeit. Die Verpflichtung Eduardos soll dem zweimaligen russischen Meister und Champions-League-Teilnehmer Rubin Kasan 20 Millionen Euro wert sein. Damit wäre der fünfmalige Nationalspieler, der eigentlich noch bis 2013 bei den Kraichgauern unter Vertrag steht, der drittteuerste Bundesliga-Export aller Zeiten.

Nur der Engländer Owen Hargreaves (Bayern München zu Manchester United/25 Millionen Euro) und der Brasilianer Diego (Werder Bremen zu Juventus Turin/24,5) wechselten für eine höhere Summe ins Ausland.

Allerdings fließt nicht das ganze Geld der russischen Öl-Oligarchen, die zuletzt schon den Nigerianer Obafemi Martins von Ex-Meister VfL Wolfsburg für neun Millionen Euro verpflichtet haben, in die Kassen der Hoffenheimer.

Drei Millionen Euro gehen an Eduardos Ex-Klub Gremio Porto Alegre. Zudem muss Kasan die letzte Rate angeblich erst in einem Jahr überweisen.

Hopp: "Haben keine Eile"

Das dürfte den Hoffenheimern allerdings nur wenig ausmachen. Schließlich sollen die Eduardo-Millionen ohnehin nicht komplett wieder ausgegeben werden. "Wir haben keine Eile und werden den Betrag vermutlich nicht in vollem Umfang reinvestieren", sagte Hopp.

Zwar werden Ilkay Gündogan (1. FC Nürnberg) und Adrian Ramos (Hertha BSC Berlin) weiterhin als Neuzugänge gehandelt, der Mäzen will die Preise aber drücken: "Die geforderten Ablösesummen sind utopisch."

Eine hohe Ablösesumme musste Hoffenheim allerdings auch für Eduardo überweisen. Rund acht Millionen hat der damalige Zweitligist vor drei Jahren investiert.

Damit ist der 23-Jährige nach wie vor der teuerste Transfer in der Zweitliga-Historie. Richtig zufrieden waren die Hoffenheimer mit ihrem Spielmacher trotz seiner 18 Tore sowie 19 Vorlagen in 80 Erst- und Zweitligaspielen aber nie.

"Carlos ein begnadeter Fußballer"

"Carlos hat sich nicht immer dem Erfolg untergeordnet", sagte der neue Kapitän Andreas Beck über den Brasilianer, dem es an Identifikation mit dem Verein gefehlt haben soll. Auch Hopp gefiel das Verhalten Eduardos außerhalb des Platzes nicht immer. "Carlos ist ein begnadeter Fußballer. Aber er muss von seinem Umfeld entsprechend geführt werden", sagte der Mäzen.

Geführt wird Eduardo unter anderem von seinem Berater Roger Wittmann.

Insofern kommt der Wechsel vom Herbstmeister der Saison 2008/09, der beim 4:1 zum Saisonstart gegen Werder Bremen an die glanzvollen Zeiten anknüpfen konnte, nach Russland gar nicht so überraschend. Schließlich hat Wittmann auch seinen Schützling Kevin Kuranyi zu Dynamo Moskau transferiert.

Ob der Wechsel nach Russland die Nationalmannschafts-Karriere Eduardos beflügelt, wird sich zeigen. Beim neuen Nationaltrainer Mano Menez hat Eduardo jedenfalls ein Stein im Brett. Menez war bereits in Porto Alegre Trainer des Spielmachers, den er als einzigen Bundesliga-Profi zur Trainingswoche der Selecao Anfang September nach Barcelona eingeladen hat.

1. Spieltag: Hoffenheim führt Bremen vor

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