Donnerstag, 19.08.2010

Bundesliga

Tönnies fordert Magath zu Aussprache auf

Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies wird nach den vereinsinternen Unruhen der letzten Tage eine Aussprache zwischen Trainer Felix Magath und den Fans einberufen.

Clemens Tönnies möchte den Streit zwischen Magath und den Fans aus der Welt schaffen
© Getty
Clemens Tönnies möchte den Streit zwischen Magath und den Fans aus der Welt schaffen

Gegenwind für Schalke-Macher Felix Magath: Der schwelende Streit zwischen den Fans und dem Erfolgstrainer der Königsblauen hat Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies auf den Plan gerufen.

"Ich mache mir Sorgen um Schalke", sagte Tönnies, der alle Beteiligten an an Tisch holen will. Auslöser der Zwistigkeiten ist die Absetzung des langjährigen Fanbeauftragten der Königsblauen, Rolf Rojek.

Magath hat unterdessen seinen Führungsstil auf einer Pressekonferenz beim Vizemeister verteidigt. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass wir uns jetzt vor dem Saisonstart die Köpfe einschlagen", sagte der 57-Jährige: "Ich kann die Befürchtungen der Fans nicht verstehen oder nachvollziehen."

Tönnies: Magaths Führungsstil keine "Diktatur"

Auch Tönnies verteidigte die Stellung von Magath "auf Schalke". "Ich habe Felix Magath vor etwas mehr als einem Jahr hierher geholt, damit er die Karre aus dem Dreck zieht. Dass ich ihn dabei mit einer großen Machtfülle ausgestattet habe, war damals von allen Beteiligten gewollt. Felix Magath hat einen autoritären Führungsstil, das ist auch für mich manchmal nicht einfach, hat aber nichts mit Diktatur zu tun. So etwas zu behaupten ist albern", sagte der Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück.

Magath stellte im Vorfeld des Bundesliga-Auftakts klar: "Man hat mich gebeten, den Verein umzustrukturieren, denn vor über einem Jahr war Schalke in einer existenziellen Krise. Ich habe auch damals nie etwas anderes gesagt, als dass ich zwar nach Erfolg strebe und mit dem FC Schalke deutscher Meister werden will, aber der Verein erst einmal auf eine gesunde Basis gestellt werden muss. Wenn man das nicht mehr wünscht, bin ich der falsche Mann."

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Fanbeauftragter Rojek trat zurück

Der langjährige Fanbeauftragte Rojek war am Mittwoch von seinem Posten zurückgetreten. Der 55-Jährige war in der vergangenen Woche vom Vereinssprecher Dittrich telefonisch darüber informiert worden, dass Rojek nicht mehr diesen Posten ausüben könne, da er "nicht beim Verein angestellt sei und ein Interessenkonflikt zwischen seiner Tätigkeit als Fanbeauftragter und Vorsitzender des Schalker Fan-Club Verbandes" bestünde.

Eine offizielle schriftliche Absetzung Rojeks lag allerdings nicht vor, deshalb entschied sich Rojek zum Rücktritt. Rojek, der zudem seit 1994 dem Schalker Aufsichtsrat angehörte, war seit 1988 Fanbeauftragter der Gelsenkirchener.

Magath verlangt professionelles Umfeld

In einem Interview mit dem "Hamburger Abendblatt" sagte Magath, er brauche ein professionelles Arbeitsumfeld vom Zeugwart bis zum Fanbeauftragten, "das allein ein Ziel kennt: Erfolg. Nur um den geht es im Profisport, den wollen Fans, Sponsoren, Spieler und Verein. Und dann muss der, der in der Verantwortung steht, der als Erstes gehen muss, wenn es nicht läuft, auch das Sagen haben". Viele Trainer müssten den Kopf hinhalten für Entscheidungen, die sie nicht getroffen hätten. Magath: "Ich halte ihn für meine eigenen hin. Wenn ich dann geköpft werde, ist das wenigstens gerecht."

Weiter stellte Magath in dem Interview klar: "Ich bin ja kein Trojanisches Pferd." Der Meistertrainer erklärte, wer ihn hole, "weiß, wen er holt. Meine Konzepte sind bekannt, meine Methoden ebenfalls. Schalke hat mich verpflichtet, weil der Klub das Gefühl hatte, dass er in seinen Strukturen etwas ändern muss."

Kein Machtkampf zwischen Magath und Tönnies

In der Pressekonferenz legte der Ex-Nationalspieler nach: "Ich habe mich nicht gemeldet und gesagt, ich will nach Schalke, sondern Clemens Tönnies ist nach Wolfsburg gefahren und hat gesagt, ich brauche einen starken Mann. Man hat jemanden gesucht, der große Machtfülle hat."

Der Schalke-Coach widersprach vehement, dass es einen Machtkampf mit Tönnies gegeben habe, weil der Fußballlehrer auf Verstärkungen für 35 Millionen Euro bestanden habe.

Magath: "Es gab keinen Machtkampf, und es wird auch nie einen mit Herrn Tönnies geben. Es ging ausschließlich darum, ob mir gegenüber gemachte Zusagen eingehalten werden. Sie werden eingehalten. Also ist alles gut."

Magath verteidigt seinen Führungsstil auf Schalke


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