Wunderheiler glaubt nicht an Robben-Verletzung

SID
Mittwoch, 04.08.2010 | 14:45 Uhr
Arjen Robben erzielte in der vergangenen Bundesliga-Saison 16 Tore in 24 Spielen
© Getty
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Dick van Toorn kann sich nicht vorstellen, dass Arjen Robben an einer neuen Muskelblessur leidet. "Das ist eine alte Verletzung. Robben kann spielen", so der Physiotherapheut.

Die Reaktion des "Wunderheilers" von Arjen Robben dürfte den Verantwortlichen des FC Bayern München erneut die Zornesröte ins Gesicht treiben. "Ich finde es seltsam, dass der Spieler eine neue Muskelverletzung haben soll", sagte Dick van Toorn der niederländischen Tageszeitung "Algemeen Dagblad".

Der Physiotherapeut hatte Robben nach einem angeblich leichten Muskelfaserriss für die WM in Südafrika scheinbar fitgemacht, jetzt aber fällt der niederländische Angreifer zum Ärger des FC Bayern für mindestens zwei Monate wegen eines Muskelrisses aus. Robben verpasst damit auch den Auftakt in der Champions League (14. September).

Van Toorn: "Ich bin der Meinung, dass Robben spielen kann"

"Meiner Meinung nach ist der Muskelfaserriss, den die Ärzte von Bayern München gefunden haben, eine alte Verletzung oder eine Narbe. Ich bin der Meinung, dass Robben spielen kann", ergänzte Toorn. Nach der Verletzung am 5. Juni war Robben bereits am 24. Juni bei der WM wieder zum Einsatz gekommen.

Bei einer Untersuchung von Robben hatte Münchens Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt einen Muskelriss diagnostiziert. Der FC Bayern vermutet, dass es sich dabei um die Verletzung handelt, die der Niederländer vor der WM erlitten hatte. Müller-Wohlfahrt sprach von einer "erheblichen Verletzung".

Rummenigge kündigte mögliche juristische Konsequenzen an

Der Vizeweltmeister wird die ersten Bundesliga-Spieltage und auch den Champions-League-Auftakt am 14. September verpassen. Robben war nach der Verletzung, die er sich im Test der Elftal am 5. Juni gegen Ungarn zugezogen hatte, mit Verspätung nach Südafrika gereist.

Im dritten Gruppenspiel gegen Kamerun war er am 24. Juni zum ersten Mal wieder zum Einsatz gekommen, wenn auch nur für 17 Minuten. Danach aber spielte er in der K.o.-Runde für Oranje praktisch durch - auch im Finale gegen Spanien (0:1 n.V.) volle 120 Minuten.

Die Verantwortlichen der Bayern waren nach Bekanntwerden der Diagnose verärgert. "Wieder einmal müssen wir eine Verletzung, die bei der Nationalmannschaft passiert ist, ausbaden", hatte Klub-Chef Karl-Heinz Rummenigge gesagt. Rummenigge kündigte an, möglicherweise auch juristisch gegen die Verantwortlichen bei den Niederländern vorzugehen: "Wir werden das überprüfen. Wir haben bereits die FIFA informiert." Der Fußball-Weltverband soll als "Mediator" auftreten.

Die FIFA verweist auf das Rundschreiben 11/86, das alle Klubs vor der WM unterschrieben haben. Das regelt die finanzielle Kompensation für die Abstellung von Spielern für die Nationalmannschaft. Für Robben kassierten die Münchner eine WM-Abstellungsgebühr von 58.500 Euro. "Damit ist das nicht mehr Sache der FIFA", hieß es auf Anfrage des SID aus dem Medienbüro des Weltverbandes.

Unverständnis der Teamkollegen

Betroffenheit, Unverständnis und Verwunderung zeigten die Kollegen von Robben am Mittwoch. "Ich bin kein Arzt, aber ich finde das auch seltsam, dass man da nichts merkt", sagte Nationalstürmer Mario Gomez.

"Er fühlt sich fit und kann doch nicht spielen. Es ist schockierend, weil er bei der WM noch gespielt hat. Man hat ihm das nicht angemerkt, dass er ein 5-cm-Loch im Oberschenkel hat. Auch für den FC Bayern ist es sehr bitter, weil er ein Ausnahmespieler ist, der Spiele auch alleine entscheiden kann."

Nationaltorwart Jörg Butt zeigte wie Rummenigge insbesondere wegen der Auswirkung auf den Klub verstimmt. "Das ist eine sehr schlechte Nachricht, er hat eine sensationelle Saison gespielt, es ist bitter dass wir drunter leiden, dass er bei der WM dabei war. Das ist einer, der den Unterschied ausmacht. Das ist schlecht für den FC Bayern", sagte Butt.

Der Robben-Schock und die Folgen

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