Jan Rosenthal: Der Kampf gegen den Konjunktiv

Von Thomas Jahn
Samstag, 07.08.2010 | 13:43 Uhr
Bestritt 17 Spiele für die deutsche U-21-Nationalmannschaft: Jan Rosenthal vom SC Freiburg
© Getty
Advertisement
League Cup
Mi24.01.
Chelsea-Arsenal: Wer fährt nach Wembley?
Copa del Rey
Do25.01.
Derby mit Druck: Dreht Barca den Rückstand?
League Cup
Live
Bristol City -
Man City
Coupe de France
Live
Epinal -
Marseille
Copa del Rey
Live
FC Sevilla -
Atletico Madrid
Coupe de France
PSG -
Guingamp
Serie A
Lazio -
Udinese
Copa del Rey
Alaves -
Valencia
Serie A
Sampdoria -
AS Rom
League Cup
Arsenal -
Chelsea
Coupe de France
Monaco -
Lyon
Copa del Rey
Real Madrid -
Leganes
Indian Super League
Kalkutta -
Chennai
First Division A
Brügge – Oostende
Coupe de France
Straßburg -
Lille
Copa del Rey
FC Barcelona -
Espanyol
A-League
Melbourne Victory -
FC Sydney
Ligue 1
Dijon -
Rennes
Primera División
Bilbao -
Eibar
Primera División
La Coruna -
Levante
Championship
Bristol City -
QPR
Primera División
Valencia -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Montpellier
Serie A
Sassuolo -
Atalanta
Primera División
Malaga -
Girona
Ligue 1
Angers -
Amiens
Ligue 1
Guingamp -
Nantes
Ligue 1
Metz -
Nizza
Ligue 1
St. Etienne -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Troyes
Primera División
Villarreal -
Real Sociedad
Serie A
Chievo Verona -
Juventus
Primera División
Leganes -
Espanyol
Eredivisie
Utrecht -
Ajax
Serie A
SPAL -
Inter Mailand
Eredivisie
Feyenoord -
Den Haag
Ligue 1
Lille -
Straßburg
Serie A
FC Turin -
Benevento
Serie A
Neapel -
Bologna
Serie A
Crotone -
Cagliari
Serie A
Florenz -
Hellas Verona
Serie A
CFC Genua -
Udinese
Premiership
Ross County -
Rangers
Primera División
Atletico Madrid -
Las Palmas
Ligue 1
Bordeaux – Lyon
First Division A
Lüttich – Anderlecht
Serie A
AC Mailand -
Lazio
Primera División
FC Sevilla -
Getafe
Primera División
FC Barcelona -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Sampdoria
Ligue 1
Marseille -
Monaco
Primera División
Celta Vigo -
Real Betis
Primeira Liga
Belenenses -
Benfica
Coppa Italia
Atalanta -
Juventus
Premier League
Huddersfield -
Liverpool
Coupe de la Ligue
Rennes -
PSG
Premier League
West Ham -
Crystal Palace (Delayed)
Premier League
Swansea -
Arsenal (Delayed)
Coppa Italia
AC Mailand -
Lazio
Premier League
Tottenham -
Man United
Coupe de la Ligue
Monaco -
Montpellier
Primeira Liga
Sporting -
Guimaraes
Premier League
Man City -
West Bromwich (Delayed)
Premier League
Everton -
Leicester (Delayed)
Premier League
Stoke -
Watford (Delayed)
Premier League
Southampton -
Brighton (Delayed)
Premier League
Chelsea -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Newcastle -
Burnley (Delayed)
Indian Super League
Mumbai City – Jamshedpur
Primera División
Real Sociedad -
La Coruna
Primera División
Eibar -
FC Sevilla
Premier League
Burnley -
Man City
Premiership
Kilmarnock -
Celtic
Championship
Leeds -
Cardiff
Primera División
Real Betis -
Villarreal
Serie A
Sampdoria -
FC Turin
Premier League
Arsenal -
Everton
Primera División
Alaves -
Celta Vigo
Premier League
Man United – Huddersfield (Delayed)
Primera División
Levante -
Real Madrid
Serie A
Inter Mailand -
Crotone
Premier League
West Bromwich -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth – Stoke (DELAYED)
Premier League
Brighton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Leicester – Swansea (Delayed)
Primera División
Getafe -
Leganes
Serie A
Hellas Verona -
AS Rom
Serie A
Atalanta -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Florenz
Serie A
Udinese -
AC Mailand
Serie A
Juventus -
Sassuolo
Serie A
Cagliari -
SPAL
Premier League
Crystal Palace -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
FC Barcelona
Premier League
Liverpool -
Tottenham
Primera División
Girona -
Bilbao
Primera División
Atletico Madrid -
Valencia
Serie A
Benevento -
Neapel
Ligue 1
Monaco -
Lyon
Serie A
Lazio -
CFC Genua

In Hannover galt Jan Rosenthal als talentiert, aber verletzungsanfällig. Der große Durchbruch gelang dem 24-Jährigen bei 96 nie. Beim SC Freiburg nimmt der Mittelfeldspieler nun einen neuen Anlauf. Der Wechsel scheint ein Schritt zurück zu sein. Aber nur auf den ersten Blick.
 
 

Fußball ist einer vielzitierten Plattitüde zufolge bekanntlich kein Spiel der Konjunktive. Im Fall von Jan Rosenthal stellt sich die Sache jedoch anders dar. Worte wie "hätte", "wäre" und "eigentlich" waren in der inzwischen fünf Jahre andauernden Profikarriere des Mittelfeldspielers gleichermaßen treue wie lästige Begleiter.

In Hannover als ewiges Talent verschrien, auf der Stelle tretend und zigfach von Verletzungen zurückgeworfen, fasste Rosenthal Mut zu einem klaren Schnitt mit der Vergangenheit. Beim SC Freiburg will der 24-Jährige nun einen Neuanfang wagen, um diesen ewigen Konjunktiv endgültig hinter sich zu lassen.

Heilsbringer wider Willen

Dabei hatte die Laufbahn so vielversprechend begonnen. Mit 19 Jahren schaffte Rosi, wie Mitspieler ihn nennen, den Sprung ins Bundesligateam von 96. Fünf Jahre lang war er zuvor im Nachwuchsleistungszentrum der Roten ausgebildet worden - eine Zeit, an die er sich noch heute gern erinnert. Dank seiner feinen Technik, der Dynamik und einer enormen Laufbereitschaft war der blonde Schlacks aus dem niedersächsischen Dörfchen Staffhorst in den Fokus des Klubs gerückt.

Gleich in der ersten Saison sorgte Rosenthal mit sechs Treffern und drei Vorlagen für Aufsehen. Als Konsequenz folgte der Sprung in die U-21-Auswahl des DFB. Ein Start in die Profi-Karriere, der auf zukünftige A-Länderspiele hoffen ließ, obgleich Rosenthals Passspiel und Zweikampfverhalten noch Schwächen offenbarte.

Schnell kürte ihn die weitgehend graustufenlose hannoversche Presse zum neuen Heilsbringer - eine Verheißung, die er bei 96 nur in wenigen Momenten erfüllen konnte. Zum Beispiel im Dezember 2008, als er im Ligaspiel gegen Wolfsburg als Not-Keeper einen Elfer parierte.

"Alarm um Rosi"

"Wenn man so früh so viel erreicht, ist es eine Bürde", erklärte Rosenthal in der "Badischen Zeitung". Doch nicht bloß der Erwartungsdruck machte Jan Rosenthal zu schaffen. Ständig wiederkehrende Muskel- und Leistenverletzungen warfen ihn ein ums andere Mal zurück.

Acht Faserrisse innerhalb von 15 Monaten: "Alarm um Rosi", titelte die "Bild", in 96-Fanforen wurde er spöttisch als "Mr. Faserriss" bezeichnet. "Er hat da eine gewisse Anfälligkeit", drückte es sein ehemaliger Trainer Andreas Bergmann einmal vorsichtig aus.

In der Hierarchie weit unten

Dem Absprung von 96 war der Mittelfeldspieler oft sehr nah, doch angesichts der zahllosen Reha-Aufenthalte nahmen interessierte Vereine wie Dortmund oder Bremen stets kurzfristig Abstand von einer Verpflichtung. Zuviele Rückschläge für einen jungen Spieler, der die Dinge reflektiert?

Wo die Gründe für seine Anfälligkeit liegen bleibt Spekulation. Klar ist aber, dass Rosenthal sein zweifellos vorhandenes Potenzial bei den Roten nicht voll entfalten konnte.

Die langen Fehlzeiten hielten ihn in der Teamhierarchie weit unten, ständig musste er wieder bei Null beginnen. Der gute Rhythmus seiner überzeugenden ersten Profisaison verflüchtigte sich schnell.

"Werde anders wahrgenommen"

"Wenn ich in Hannover mal eine Woche verletzt war, dann wieder ins Training eingestiegen bin und Dinge angesprochen habe, die fußballerisch wichtig waren, dann hieß es gleich: 'Jetzt überdreh nicht und sei erstmal still'", gab er der "Badischen Zeitung" preis.

Fehlender Respekt ihm gegenüber, "Lagerbildung" und "divenhaftes Benehmen älterer Spieler" seien Dinge, die Rosenthal bei 96 gegen den Strich gingen.

Neben sportlicher Stagnation waren es also auch zwischenmenschliche Dinge, die ihm zum endgültigen Cut bewogen haben. Der erste Eindruck von Freiburg scheint den Ausbruch aus dem vertrauten Umfeld zu rechtfertigen: "Ich werde hier ganz anders wahrgenommen."

Fortschritt durch Rückschritt?

Oberflächlich betrachtet lässt sich der Wechsel in den Breisgau durchaus als Rückschritt werten, denn egal ob Stadion, Vereinsetat oder das abonnierte Saisonziel Klassenerhalt: in Freiburg ist alles ein wenig kleiner als bei 96. Für Rosenthal ist das kein Nachteil: "Ich fand die Ruhe, die der Verein im letzten Abstiegskampf zeigte, bemerkenswert. Die Mentalität sprach mich an, es gibt pressetechnisch keine unnötigen Begleiterscheinungen wie in größeren Städten", sagte Rosenthal.

Bedingungen, die dem Naturell des introvertierten Management-Studenten liegen. Der Druck im Abstiegskampf, der Hannover im vergangenen Jahr so sehr ins Wanken brachte, gehört in Freiburg eben zum Tagesgeschäft, auf das er sich einstellen kann und wohl auch muss.

"Wenn ich persönlich 25 Spiele in der Runde machen würde und mit dem SC die Klasse halte, das wäre das Schönste für mich", zitiert die SC-Homepage Rosenthal. Auch den Traum vom Nationalteam will er noch nicht final zu den Akten legen.

Ob der Wechsel zum SC ihn auf diesem Weg helfen wird, bleibt abzuwarten. Eigentlich müsste er es. Eigentlich.

Rosenthal-Transfer nach Freiburg perfekt

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung