Rakitic: "Wir wussten das nicht"

Von SPOX
Dienstag, 24.08.2010 | 09:36 Uhr
Schalke-Kapitän Manuel Neuer verteilte nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV die Protest-Shirts
© Imago
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Beim FC Schalke 04 geht es derzeit heiß her. Nachdem Felix Magath in der vergangenen Woche den Fan-Beauftragten Rolf Rojek abgesägt hatte, starteten die Fans mit Hilfe von selbstgedruckten T-Shirts eine Protest-Aktion gegen den Schalke-Trainer. Diese trugen nach dem Abpfiff zum Bundesliga-Auftakt sogar die Schalker Spieler. Allerdings wussten die Spieler wohl nicht, was der Aufdruck bedeutet. Ein Krisengipfel soll jetzt Abhilfe schaffen.

UpdateDer FC Schalke 04 gleicht derzeit einem Pulverfass. Während es nach der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV sportlich nicht läuft, droht nun auch das soziale Gefüge auseinanderzubrechen. Denn die Schalker Fans starteten nach der Demission ihres Fan-Beauftragten Rolf Rojek durch Felix Magath eine Protest-Aktion gegen den Trainer - diese schlägt nun hohe Wellen.

Die T-Shirts, die die Fans als Zeichen der Solidarität gegenüber Rojek gedruckt hatten, wurden nach dem Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV von Kapitän Manuel Neuer an die Mannschaft verteilt. Sogar Aufsichtsratsmitglied Horst Poganaz zog eines an.

Blog: Königsblaue Sorgenfalten

Die Spieler streiften die Protest-Shirts bedenkenlos über, allerdings ohne von deren wirklichen Bedeutung zu wissen. Das meint zumindest Mittelfeldspieler Ivan Rakitic, der gegenüber "Bild" erklärte: "Wir wussten nicht, was das für Shirts waren. Aus Respekt gegenüber den Fans haben wir sie angezogen."

"Kleine Gruppe"

Trainer Felix Magath betonte, dass ihm gar nicht aufgefallen sei, dass seine Spieler die Shirts getragen hätten. "Grundsätzlich habe ich kein Problem damit, wenn sich die Fans etwas Orginelles einfallen lassen und positiv mit der Sache umgehen", so der Schalker Coach.

Auf den weißen Sweatern war deutlich der Schriftzug "Kleine Gruppe" zu lesen. Ein Zusammenschluss von Schalke-Fans, die gegen die jüngsten Entscheidungen des Vereins rebellierten. Magath hatte den Aufstand gegen sich wahrgenommen, auf den offiziellen Pressekonferenzen allerdings versucht, die Sache herunterzuspielen. Der 57-Jährige sprach immer wieder nur von "einer kleinen Gruppe", die unzufrieden mit der Klub-Führung sei.

Neben der umstrittenen Trennung von Rojek, war den Fans zuletzt die erneute Erhöhung der Eintrittspreise ein Dorn im Auge. Der Schalker Fan-Klub-Verband ließ damals verlauten: "Enttäuscht sind wir, weil wir vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind. In der Vergangenheit wurden solche Entscheidungen im Vorhinein mit den Fans diskutiert."

Krisengipfel am Donnerstag

Von einer "kleinen Gruppe" war beim Auswärtsspiel der Schalker gegen den HSV nichts mehr zu sehen. Bis zu 3000 mitgereiste Fans trugen statt des königsblauen Schalke-Trikots das Protest-Shirt.

Um den Frieden mit den Fans wiederherzustellen, ist für Donnerstag ein Krisengipfel zwischen Magath und Fans einberufen worden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies will dieses Treffen persönlich moderieren und betonte: "Die Stimmung hier ist derzeit nicht in Ordnung. Die Abberufung Rojeks hatte seine trifftigen Gründe. Was aus der Geschichte gemacht wurde, dass dies ein Angriff auf die Fanszene sei, ist aber völlig überzogen."

"Felix ist zu ungeduldig"

Auch Franz Beckenbauer äußerte sich zu der Situation bei den Knappen. "Ich habe das Gefühl, bis auf Manuel Neuer sind alle neu auf Schalke. Ich weiß nicht, ob es so schlau ist, alles durcheinander zu wirbeln. Felix ist zu ungeduldig, will schon morgen den Erfolg. Das kann funktionieren, muss es aber nicht", sagte der Kaiser bei "Sky90".

Wie es in naher Zukunft auf Schalke weitergehen wird, steht in den Sternen. Doch sollte die Mannschaft sportlich keine Leistung bringen, wird der Gegenwind für Magath stärker werden. Denn ohne Fan-Rückhalt ist es auch für den erfolgreichsten Trainer unmöglich, in Ruhe zu arbeiten.

Clemens Tönnies jedenfalls stellte die herausragende Stellung der Fans noch einmal klar. "Unsere Fans sind unser höchstes Gut - an die lassen wir nichts heran", so der Aufsichtsratsvorsitzende.

Was Hamburg hat und Schalke fehlt

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