Samstag, 14.08.2010

Beckenbauers Abschiedsspiel: Bayern - Real 2:4 i.E.

Van Gaal: "Wir haben Real kaputt gespielt"

Kein Geschenk zum 33 Jahre verspäteten Abschied von Franz Beckenbauer. Der FC Bayern verlor beim Abschiedsspiel gegen Real Madrid im Elfmeterschießen mit 2:4. Nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden. Die Bayern waren nach dem Härtetest gegen den neuen Klub von Jose Mourinho dennoch zufrieden. Ein Nobody überzeugte Trainer Louis van Gaal besonders.

Sami Khedira spielte gegen die Bayern 90 Minuten durch
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Sami Khedira spielte gegen die Bayern 90 Minuten durch

Die größte Chance zum Sieg in der regulären Spielzeit vergab der FC Bayern in der achten Minute, als Iker Casillas einen Foulelfmeter von Holger Badstuber parierte. Bei Real Madrid, das nahezu in Bestbesetzung spielte, kam auch Nationalspieler Sami Khedira über 90 Minuten zum Einsatz.

Beim Elfmeterschießen trafen Ronaldo, Rafael van der Vaart, Xabi Alonso und Karim Benzema für Real Madrid sowie Holger Badstuber und Andreas Ottl für den FC Bayern. Hamit Altintop und Edson Braafheid vergaben für die Münchener.

Für die Bayern geht die Pflichtspiel-Saison am Montag los. Der Rekordmeister ist im DFB-Pokal zu Gast bei Germania Windeck in Köln. Kurz vor dem Spiel wurden Louis van Gaal und Arjen Robben für ihre Titel Trainer und Spieler des Jahres vom Fachmagazin "kicker" ausgezeichnet.

Nachbetrachtung:

Bundesliga Spielplaner - Der Tabellenrechner von SPOX.com

Die spanische "Marca" hatte am Ende nur zwei Worte übrig. "San Iker". Der "heilige Iker" verdarb mit seinen Paraden Franz Beckenbauer das Abschiedsspiel. Zunächst hielt er einen Elfmeter von Holger Badstuber in der regulären Spielzeit, dann mimte er den Killer doppelt im Shootout gegen Hamit Altintop und Edson Braafheid.

Die Bayern waren nach der Niederlage im Härtetest dennoch zufrieden. "Ich habe eine hervorragende Mannschaft gesehen", lobte Trainer Louis van Gaal gegenüber SPOX sein Team, das Real Madrid über 90 Minuten gut im Griff hatte und trotz guter Chancen eben an jenem Casillas immer wieder scheiterte.

Auffällig war, wie fit schon die Bayern trotz ungünstiger Saisonvorbereitung sind. Der Großteil der Mannschaft hat gerade erst die zweite Trainingswoche hinter sich. "Wir haben am Ende Real Madrid kaputt gespielt", sagte van Gaal. Doch im Vergleich zum Audi-Cup in der vergangenen Saison, als Milan und Manchester geschlagen wurden, gab es diesmal kein Happyend beim finalen Test gegen die europäische Creme de la Creme.

"Wichtiger ist sowieso das Pokalspiel gegen Windeck. Da werden wir wieder voll da sein", sagt der Kroate Danijel Pranjic, gegen die Madrilenen einer der besten Bayern. Und da war ja noch ein gewisser Nicolas Jüllich. Gerade erst frisch von Waldhof Mannheim verpflichtet, machte der 20-Jährige gegen Ronaldo als Rechtsverteidiger und Vertreter von Philipp Lahm ein starkes Spiel. Wenn der verletzte Lahm auch gegen Windeck ausfallen sollte, hat van Gaal schon eine Idee: "Dann spielt eben Jüllich."

Das Spiel:

Vor dem Anpfiff: Die Bayern erstmals nach der WM mit Butt im Tor. Auch Daniel van Buyten ist nach Verletzung zurück. Van Gaal bringt den 20-jährigen Jüllich in der Startelf. Auch Ribery ist wieder zurück. Gomez, Kroos, Timoschtschuk und Demichelis stehen nach ihren Länderspieleinsätzen wie erwartet nicht im Kader.

Der SPOX-Spielfilm:

2.: Pedro Leon lässt Contento auf rechts mit einer einfachen Finte aussteigen und bringt den Ball sauber in die Mitte. Da steht Higuain zentral sechs Meter vor dem Tor ziemlich frei, setzt den Kopfball aber knapp über den Kasten von Butt.

8.: Ramos foult Ribery im Strafraum, Elfmeter! Badstuber tritt an, der Ball kommt halbhoch in die rechte Ecke. Casillas ist da und pariert dann auch den Nachschuss von Müller.

41.: Riberys Riesenchance! Ein langer Ball in den Rücken der Abwehr, Ribery setzt sich im Zweikampf gegen Carvalho durch, scheitert dann aber freistehend an Casillas.

68.: Schweinsteiger mit einem guten Schuss mit links aus gut 20 Metern zentraler Position. Haarscharf am rechten Pfosten vorbei.

Fazit: Gute Vorstellung des FC Bayern, der ein gutes Tempo ging und Real kaum Platz zur Entfaltung gab.

Spieler und Trainer des Jahres
In der vom "Kicker" organisierten Wahl des Verbandes Deutscher Sportjournalisten wurden Fußballer und Trainer des Jahres gewählt. Platz eins geht an Arjen Robben (445 Stimmen)
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In der vom "Kicker" organisierten Wahl des Verbandes Deutscher Sportjournalisten wurden Fußballer und Trainer des Jahres gewählt. Platz eins geht an Arjen Robben (445 Stimmen)
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2. Platz: Bastian Schweinsteiger (180 Stimmen)
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2. Platz: Bastian Schweinsteiger (180 Stimmen)
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3. Platz: Thomas Müller (118 Stimmen)
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3. Platz: Thomas Müller (118 Stimmen)
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4. Platz: Philipp Lahm (35 Stimmen)
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4. Platz: Philipp Lahm (35 Stimmen)
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5. Platz: Edin Dzeko (14 Stimmen)
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6. Platz: Stefan Kießling (13 Stimmen)
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7. Platz: Mesut Özil (12 Stimmen)
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7. Platz: Mesut Özil (12 Stimmen)
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8. Platz: Cacau (10 Stimmen)
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8. Platz: Cacau (10 Stimmen)
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8. Platz: Kevin Kuranyi (10 Stimmen)
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10. Platz: Manuel Neuer (9 Stimmen)
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10. Platz: Manuel Neuer (9 Stimmen)
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Auch die Trainer des Jahres wurden gewählt. Auf Rang eins: Louis van Gaal (398 Stimmen)
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Auch die Trainer des Jahres wurden gewählt. Auf Rang eins: Louis van Gaal (398 Stimmen)
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2. Platz: Felix Magath (231 Stimmen)
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3. Platz: Joachim Löw (87 Stimmen)
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3. Platz: Joachim Löw (87 Stimmen)
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4. Platz: Thomas Tuchel (59 Stimmen)
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4. Platz: Thomas Tuchel (59 Stimmen)
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5. Platz: Christian Gross (47 Stimmen)
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6. Platz: Holger Stanislawski (26 Stimmen)
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6. Platz: Holger Stanislawski (26 Stimmen)
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Bei den Frauen war es eine knappe Entscheidung: Inka Grings gewann mit 201 Stimmen...
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Bei den Frauen war es eine knappe Entscheidung: Inka Grings gewann mit 201 Stimmen...
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...Fatmire Bajramaj folgte nur 20 Stimmen dahinter auf Rang zwei
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...Fatmire Bajramaj folgte nur 20 Stimmen dahinter auf Rang zwei
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Die Aufstellungen:

Bayern: Butt (46. Kraft) - Jüllich, van Buyten, Badstuber, Contento (46. Braafheid) - van Bommel (59. Ottl), Pranjic (74. Haas), Müller, Sosa (59. Schweinsteiger), Ribery (59. Altintop) - Klose

Madrid: Casillas - Ramos (59. Lass), Carvalho (88. Granero), Garay (44. Albiol), Marcelo (85. Drenthe) - Khedira, Alonso, Canales (59. di Maria), Pedro Leon (59. van der Vaart), Ronaldo - Higuain (59. Benzema)

Der Star des Spiels: Danijel Pranjic. Weil van Gaal Schweinsteiger noch einmal eine Pause gab, durfte der Kroate im Zentrum neben van Bommel ran und machte seine Sache sehr gut. Pranjic gewann viele Zweikämpfe, spielte einige gute Doppelpässe mit dem ebenfalls starken Ribery. Musste nach 74 Minuten angeschlagen runter, aber van Gaal hat einen guten Backup auf der Bank.

Bayern - Real: Das Testspiel im Re-Live zum Nachlesen

Die Gurke des Spiels: Thomas Müller. Im Supercup gegen Schalke noch einer der stärksten, gefiel Müller in seiner Rolle als Robben-Vertreter auf der rechten Seite nicht. Obwohl sehr bemüht, gelang dem WM-Shootingstar wenig im Spiel nach vorn, so dass Müller auch früh schon abwinkte. Symbolisch die rege Diskussion mit Klose in der Schlussphase.

Die Pfeife des Spiels: Wolfgang Stark (Ergolding). Gute Leitung des WM-Schiedsrichters ohne größere Fehler. Stark ließ das Spiel gut laufen. Der Elfmeter gegen Ramos war berechtigt.

Analyse: Die Bayern wieder im 4-2-3-1 mit Klose im Sturmzentrum. Müller, im Supercup noch hinter der Spitze, übernahm den Part auf rechts. Sosa rückte dafür ins Zentrum, Ribery nach Verletzung wieder auf links.

Sehr mutig von van Gaal war es, Nobody Jüllich rechts hinten gleich gegen Ronaldo spielen zu lassen. Der gelernte Mittelfeldspieler machte seine Sache gegen den Portugiesen bis auf ein paar Unsicherheiten aber sehr ordentlich.

Den besseren Start erwischte aber zunächst der Gast aus Madrid. Pedro Leon legte für Higuain auf, der aber auch sechs Metern per Kopf vergab. Die Zuordnung in der Bayern-Defensive ließ zu Wünschen übrig.

Praktisch mit dem ersten Angriff des FC Bayern gab es den Elfmeter, den aber Badstuber verschoss. Die Bayern sehr bemüht, das Tempo hochzuhalten. Ribery kurbelte das Spiel über die linke Seite an, war ein steter Unruheherd. Anders Müller auf der rechten Seite, der kaum Bindung zum Spiel fand.

Auffällig dagegen, wie schnell die Madrilenen Mourinhos Philosophie verinnerlicht haben. Die Spanier in einem 4-1-4-1 sehr kompakt in der eigenen Hälfte. Higuain war über weite Strecken Alleinunterhalter. Lediglich Ronaldo, der links spielte, unterstützte den Argentinier. Pedro Leon fiel nur in den Anfangsminuten auf, baute später ab.

Die Bayern hatten das Geschehen über weite Strecken gut im Griff. Insgesamt war es ein gelungener Härtetest für die Truppe von Louis van Gaal.

Der Spielplan des FC Bayern

Für SPOX in der Allianz Arena: Fatih Demireli

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