Bundesliga

Ist Arjen Robben gar nicht verletzt?

Von Martin Gödderz
Samstag, 14.08.2010 | 11:17 Uhr
Arjen Robben bestritt bei der WM fünf Spiele für die Elftal. Laut Dick van Toorn "ohne Probleme"
© Getty
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Der Wirbel um die Verletzung von Bayern-Star Arjen Robben scheint kein Ende zu nehmen. Nachdem Karl-Heinz Rummenigge zuletzt harte Strafen für den niederländischen Fußball-Verband forderte, meldet sich nun Physiotherapeut Dick van Toorn wieder zu Wort.

Seit fast zwei Wochen steht die Verletzung von Bayerns Superstar Arjen Robben nun schon fest. Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt diagnostizierte am 3. August einen Muskelbündelriss im linken Oberschenkel. In den Folgetagen erhoben die Münchener insbesondere Vorwürfe gegen den holländischen Fußballverband KNVB.

Unlängst äußerte sich der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge: "Ziel ist es, und da mache ich keinen Hehl daraus, dass der holländischen Verband die Gehaltszahlungen für die Dauer des Ausfalls kompensiert."

Hintergrund dieser Forderungen ist, dass die Bayern davon ausgehen, dass die Verletzung des holländischen Flügelspielers die gleiche ist wie die vor der Weltmeisterschaft. Dies soll auf den Bildern der Kernspintomographie eindeutig zu sehen sein.

Verletzung nur eine Narbe?

Jetzt meldet sich der holländische Physiotherapeut Dick van Toorn, der Robben während der WM behandelt hat, mit ungewöhnlichen Äußerungen zu Wort. In einem "tz"-Interview behauptet der Wunderheiler, dass die Verletzung Robbens eigentlich gar keine sei.

"Die Verletzung ist ausgeheilt, eine große Narbe blieb zurück, aber Probleme hat er keine. Vielleicht ist es auch eine alte Narbe aus der Vergangenheit", so van Toorn, der jegliche Vorwürfe von sich weist: "Ich habe nichts falsch gemacht! Die Behandlung verlief gut, er hatte keine Probleme. Wenn der Doktor mir erklärt, welche Verletzung vorliegt, wieso soll ich mir dann die Bilder ansehen?"

In den Bildern, welche die Verletzung dokumentieren, liegt eine der größten Streitfragen. Die Bayern behaupten, dass die Bilder von damals und heute nahezu identisch seien. Van Toorn hingegen ist anderer Meinung.

"Wenn sie ein Bild direkt nach der Verletzung machen, dann hat sich da Flüssigkeit und Blut um die Verletzung gesammelt. Zwei Monate später ist die Flüssigkeit aus dem Muskel weg, da kann man viel mehr sehen. Aber in diesen zwei Monaten muss der Körper etwas gegen die Verletzung getan haben - und das sieht man dann", erklärt der Physiotherapeut.

"Er hat nichts gespürt!"

Van Toorn erläutert auch detailliert, wie er zu seiner Aussagen kommt: "Ich denke Folgendes: Arjen war verletzt, kam zurück und wurde bei der Nationalmannschaft langsam aufgebaut. Keine Probleme. Er spielte insgesamt fünf Spiele, darunter das Finale über 120 Minuten. Ohne Probleme. Er hat nichts gespürt!"

Den genauen Zeitpunkt der ersten Verletzung datiert der Niederländer auf den 5. Juni, also das Testspiel gegen Ungarn. "Da der Körper seitdem eine Menge gegen diese Verletzung getan haben muss, muss das auch auf den Bildern zu sehen sein - wahrscheinlich in Form einer Narbe auf dem Muskel. Was die Bayern auf dem Bild sehen ist eine Narbe! Ich bin kein Arzt, aber das ist meine Erklärung", wird van Toorn zitiert.

Forderung nach neutralem Arzt

Der Physio kann einfach nicht daran glauben, dass Robben mit einer Verletzung während der WM gespielt hat. Bester Beweis dafür sind seines Erachtens die Leistungen in Südafrika. "Jeder, der mal ein muskuläres Problem hatte, weiß: Egal, wie  klein das Problem ist - es tut weh, die Funktion ist eingeschränkt. Aber seine Funktionen sind sehr gut, seine Bewegungen sind schnell - das war ja bei der WM zu sehen", sagt van Toorn.

In der "Bild" forderte er jetzt, einen externen Arzt zu Rate zu ziehen, um Klarheit in die Sache zu bringen. Die einzige Möglichkeit, ein unverfälschtes Ergebnis zu erhalten, sei eine weitere, neutrale Meinung. Diese könne nur ein Arzt fällen, der weder aus Deutschland noch aus den Niederlanden kommt.

Ein Ende der Diskussion zwischen Verein und holländischem Verband scheint nicht in Sicht. Auch die FIFA schreitet nicht in den Streit ein. Die Aussagen des niederländischen Physiotherapeuten bringen jedenfalls eine neue Dimension in das Theater um die Verletzung.

Arjen Robben im Steckbrief

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