Dänisches Abwehrtalent im SPOX-Interview

Simon Kjaer: "Die Bundesliga reizt mich!"

Von Für SPOX in Südafrika: Stefan Rommel
Sonntag, 20.06.2010 | 17:04 Uhr
Simon Kjaer kommt bisher auf zehn Länderspiele für die Nationalmannschaft Dänemarks
© Imago
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Mit Dänemark ist Simon Kjaer auf dem besten Wege ins Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika. Für den 21 Jahre alten Verteidiger geht das Schaulaufen in Afrika weiter. Zahlreiche Klubs aus ganz Europa sind am Profi von US Palermo interessiert. Nach dem 2:1 gegen Kamerun äußerste sich Kjaer im SPOX-Interview zur Situation in der Gruppe E und einen möglichen Wechsel in die Bundesliga.

SPOX: Simon Kjaer, Dänemark ist nach dem 2:1 über Kamerun wieder voll im Geschäft. Wie haben Sie das Spiel erlebt?

Simon Kjaer: Wir hatten in den ersten 20 Minuten unheimliche Probleme gegen Kamerun. Wir sind einfach nicht mit deren Pressing zurecht gekommen und der Tatsache, dass sie im Mittelfeld im 4-4-2 alle Räume gut besetzt hatten. Selbst auf uns Innenverteidiger wurde schnell großer Druck ausgeübt. Damit mussten wir erstmal klarkommen.

SPOX: Ihre Mannschaft hatte viele leichte Ballverluste tief in der eigenen Hälfte. Eine Folge des Pressings oder schlicht Konzentrationsmängel bei einigen Spielern?

Kjaer: Wohl ein bisschen von beidem. Wir waren einfach nicht im Spiel und hatten auch Glück, dass der Gegner die Partie nicht schon frühzeitig entschieden hat. Christian Poulsen spielt so einen Pass wie vor dem 0:1 normalerweise nicht so schlampig. Aber für solche Fehler wirst du einfach bestraft.

SPOX: Dann haben Sie das 1:1 eingeleitet. Ihr Pass vor dem Ausgleich auf Rommedahl war vom Allerfeinsten...

Kjaer: Ich übe das, seit ich 15 oder 16 Jahre alt bin. Als Innenverteidiger muss man auch gut in der Spieleröffnung sein. Das alte Verteidigerspiel von früher ist doch längst überholt. Natürlich gehört da auch Glück dazu und ein schneller Flügelspieler.

SPOX: Wie funktioniert die Abstimmung mit Daniel Agger?

Kjaer: Ich denke, dass wir zusammen sehr gut funktionieren. Ich freue mich immer, wenn ich in der Nationalmannschaft neben ihm spielen darf. Er ist ein super Spieler und kann einen jungen Spieler wie mich auch führen.

SPOX: Musste Ihr Trainer in der Pause denn arg laut werden?

Kjaer: Er blieb eigentlich ziemlich ruhig in seiner Ansprache. Er hat uns gesagt, dass wir den Ball länger halten sollten und Ruhe im Spiel brauchen. Nach 20 Minuten hatten wir schließlich nichts, wir standen am Abgrund.

SPOX: Was hat letztlich doch den Unterschied für Dänemark ausgemacht?

Kjaer: Ich denke, wir waren vor dem Tor abgezockter. Und damit will ich Kamerun gar nicht zu nahe treten. Aber auf absolutem Top-Level reicht es nicht aus, sich nur Chancen zu erarbeiten. Man muss sie auch nutzen.

SPOX: Ist die Schnelligkeit auf den Flügeln mit Rommedahl und Grönkjaer die größte Waffe Dänemarks?

Kjaer: Es ist eine unserer Waffen. Wir spielen nunmal nicht den Fußball wie ihn Spanien oder die Niederlande spielen, mit viel Ballkontrolle. Wir greifen schneller und zielstrebiger an.

SPOX: Kurz vor Schluss haben Sie die zweite Gelbe Karte gesehen und fehlen jetzt im "Endspiel" gegen Japan.

Kjaer: Das ist natürlich bitter für mich, aber ich musste ihn foulen. Kamerun hätte sonst eine Drei-gegen-fünf-Situation gehabt. Mir blieb also gar nichts anderes mehr übrig.

SPOX: Sie wurden auch schon mehrere Male mit deutschen Vereinen in Verbindung gebracht. Was halten Sie generell von der Bundesliga?

Kjaer: Die Bundesliga reizt mich schon. Es ist eine starke Liga, mit tollen Fans und überragenden Stadien. Ein schöner Arbeitsplatz und so nahe an meiner Heimat...

SPOX: Käme ein Wechsel in Frage?

Kjaer: Ich habe bei US Palermo noch einen Vertrag bis 2013, die Frage stellt sich also im Moment für mich nicht.

SPOX: Es gibt aber immer wieder Gerüchte. Gibt es Kontakte zu deutschen Vereinen?

Kjaer: Ich habe davon auch nur in den Zeitungen gelesen. Für mich sind das im Moment alles nur Gerüchte. Ich fühle mich in Italien wohl und bin dankbar, dort spielen zu dürfen - wobei mir die Bundesliga doch schon auch sehr gefällt. Sie wäre eine große Herausforderung.

Der dänische WM-Kader 2010 im Überblick

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