20 Trainer für deutsche Klubs

Schleifer, Taktikfuchs, Klopp-Verschnitt

Von Daniel Börlein
Mittwoch, 05.05.2010 | 12:31 Uhr
Sforza, Bilic, Schuster, Favre (von links): Landet einer von ihnen in der Bundesliga?
© spox
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Ein Spieltag steht in dieser Bundesliga-Saison noch auf dem Programm, längst beschäftigen sich die Klubs allerdings mit der kommenden Spielzeit. Für fast die Hälfte der Bundesliga-Vereine lautet dabei die zentrale Frage: Wer ist in der nächsten Saison eigentlich Trainer?

Der Hamburger SV, der VfL Wolfsburg sowie der VfL Bochum suchen derzeit intensiv nach einem neuen Coach für die kommende Saison. In Hoffenheim kokettierte Ralf Rangnick zuletzt mit Rücktritt, in Köln scheint noch nicht abschließend geklärt, ob Zvonimir Soldo weiter auf der Bank sitzen wird.

Bei Hertha BSC steht Friedhelm Funkel vor dem Aus. Hinzu kommt die Frage, was aus Mirko Slomka und Dieter Hecking bei einem möglichen Abstieg von Hannover bzw. Nürnberg wird.

Doch was gibt der Trainermarkt im Moment her, wer kommt für welchen Klub überhaupt in Frage und wen zieht es nach Deutschland? SPOX stellt 20 Trainer vor, die für deutsche Klubs interessant sein könnten.

Namen wie Jürgen Klinsmann, Lothar Matthäus oder Frank Rijkaard fehlen in der Liste, weil kein Interesse an einem Trainerjob in Deutschland besteht, kein Bedarf seitens der Vereine herrscht oder eine Verpflichtung nicht realistisch erscheint.

Bernd Schuster (50): Wurde im Dezember 2008 bei Real Madrid entlassen, ist seitdem ohne Job. Zählt in Hamburg und Wolfsburg zum Kandidatenkreis. Die Bundesliga würde ihn reizen. Wäre allerdings wohl eine sehr teure Lösung. Gilt aufgrund seiner sportlichen Vergangenheit als Weltmann mit exzellenten Kontakten. Bewies in seiner Zeit bei Levante und Getafe, dass er Mannschaften eine Handschrift verleihen kann. Fachlich unumstritten, im Umgang mit Klubverantwortlichen durchaus unbequem.

Einschätzung: Die Bundesliga kommt für Schuster nur ein Spitzenteam in Frage - oder ein Klub, der ihm die Möglichkeiten aufzeigt, eines zu werden.

Steve McClaren (49): Aktuell Coach bei Twente Enschede, das er in dieser Saison zur ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte führte. Sein Vertrag läuft bis 2011, gilt aber in Wolfsburg nach Houlliers Absage als heißester Kandidat. Wurde international bekannt, als er als Nationalcoach mit England in der Quali zur EM 2008 scheiterte. Als Vereinstrainer allerdings schon vor Twente bei Middlesbrough sehr erfolgreich (u.a. UEFA-Cup-Finale). Arbeitete zudem drei Jahre als Co-Trainer unter Alex Ferguson bei ManUnited. Gilt als moderner Trainer. Ließ bei Twente meist im 4-3-3 spielen.

Einschätzung: Hat in Enschede bewiesen, dass er sich auch außerhalb Englands schnell zurechtfinden kann, in einem Jahr aber schon fast das Maximum erreicht. Eine neue Herausforderung ("Es gibt einige Angbote") wäre daher reizvoll. In der Bundesliga allerdings nur bei einem der Top-Klubs.

Fatih Terim (56): Trat im Oktober 2009 als türkischer Nationaltrainer zurück. Hatte zuvor die WM-Teilnahme verspielt. Führte die Türkei 2008 allerdings ins EM-Halbfinale. Gewann als Klubtrainer 2000 mit Galatasaray Istanbul den UEFA-Cup und trainierte anschließend Florenz und Milan, musste dort jedoch jeweils vorzeitig gehen. Steht für Offensivfußball. Gilt als harter Hund und Motivator, bisweilen allerdings auch als sturer Kopf, der auf möglichst viele Kompetenzen pocht. Ein ähnlicher Typ wie Mourinho, der in der Öffentlichkeit gerne polarisiert. Bei seinen Spieler aber sehr beliebt.

Einschätzung: Ein Job in der Türkei kommt nach Galatasaray und der Nationalelf nicht mehr in Frage. Bleibt das Ausland, wobei er zu einem Klub aus der Spitzengruppe der Bundesliga wohl nicht nein sagen würde. Manko: Spricht nicht Deutsch.

Marco van Basten (45): Erklärte im Mai 2009 wegen Erfolglosigkeit seinen Rücktritt bei Ajax Amsterdam, seither ohne Job. Zuvor vier Jahre lang Bondscoach der niederländischen Nationalmannschaft, mit mäßigem Erfolg (EM-Viertelfinale 2008). Hatte große Probleme mit Stars wie Ruud van Nistelrooy und Mark van Bommel, gab andererseits vielen talentierten Spielern eine Chance. Wurde bereits mit Wolfsburg und Hamburg in Verbindung gebracht, Milan-Patron Silvio Berlusconi sähe ihn allerdings auch gerne als Leonardo-Nachfolger.

Einschätzung: Ein Top-Klub in der Bundesliga hätte seinen Reiz für van Basten. Wenn Milan ihn allerdings tatsächlich will, hat wohl kein anderer Klub eine Chance.

Mark Hughes (46): Derzeit arbeitslos. Wurde im Dezember 2009 bei Manchester City gefeuert. Konnte bei den Citizens nicht an seine erfolgreichen vorherigen Stationen als walisischer Nationalcoach und Trainer bei den Blackburn Rovers anknüpfen. Ist deshalb den Beweis noch schuldig, eine Spitzenmannschaft führen zu können. Zeigte vor allem in Blackburn ein gutes Händchen für die Kaderzusammenstellung. Spricht deutsch. Steht für eine offensive Spielweise.

Einschätzung: Wurde in Deutschland bislang kaum gehandelt. Bevorzugt, wieder einen Klub auf der Insel zu übernehmen. In der Bundesliga wären für ihn nur Top-Klubs interessant.

Michael Laudrup (45): Wurde im April 2009 nach nur sieben Monaten bei Spartak Moskau entlassen. Spielte als Aktiver unter anderem bei Top-Klubs wie Juve, Real und Barca. Als Trainer noch ohne Erfahrung bei Spitzenvereinen. Wurde in Moskau und Getafe nicht glücklich, bei Bröndby Kopenhagen dagegen äußerst erfolgreich. Gilt als ruhiger Trainer.

Einschätzung: Ist grundsätzlich für alles offen, auch für einen Klub im Bundesliga-Mittelfeld. Aufgrund seiner fehlenden Sprachkenntnisse sei Deutschland für ihn allerdings "im Grunde ungeeignet".

Teil 2: Von Bilic bis Sforza

Teil 3: Von Babbel bis Gisdol

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