Relegation: Nürnberg gegen Augsburg

Der Kampf um die Nummer zwei in Bayern

Von Daniel Börlein
Mittwoch, 12.05.2010 | 20:56 Uhr
In der letzten Saison standen sich Nürnberg und Augsburg noch in der 2. Liga gegenüber
© Getty
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In zwei Relegationsspielen ermitteln der 1. FC Nürnberg und der FC Augsburg  den letzten Bundesligisten für die kommende Saison (20.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY). Ganz nebenbei will der FCA den Club als Nummer zwei in Bayern ablösen. Dafür wurden in Augsburg in den vergangenen Jahren die Voraussetzungen geschaffen. Doch Nürnberg hält dagegen.

Wenn Jos Luhukay an Relegationsspiele denkt, dann bekommt er eine Gänsehaut und es läuft ihm eiskalt den Rücken hinunter. 1989 hatte der Niederländer als Aktiver zusammen mit Kollegen, deren Wurzeln wie bei ihm selbst in ehemaligen niederländischen Kolonien liegen, Freundschaftsspiele in aller Welt organisiert.

Kurz vor dem Start der Reise sagte Luhukay allerdings ab. Der Grund: Der Mittelfeldspieler musste mit seinem Klub VV Venlo in die Relegation. Seine Kollegen entschlossen sich dennoch zu fliegen - und stürzten bei der Landung in Surinam mit dem Flugzeug ab. Nur elf Menschen überlebten. "Das tut immer noch sehr weh, weil ich viele Spieler sehr gut kannte", sagt Luhukay heute.

Nürnberg als Vorbild

Vergessen wird der Trainer des FC Augsburg dieses Erlebnis nie, künftig will Luhukay mit Relegationsspielen allerdings auch etwas Positives in Erinnerung bringen: den Aufstieg in die Bundesliga. Zwei Partien gegen den 1. FC Nürnberg trennen Augsburg noch vom erstmaligen Aufstieg ins Fußball-Oberhaus.

Der Club dient den Augsburgern dabei als Vorbild, schafften die Franken doch im letzten Jahr als Zweitliga-Dritter den Sprung nach oben. "Sie haben es uns vor dieser Saison vorgemacht, wie man als Zweitligist aufsteigen kann", sagt FCA-Manager Andreas Rettig.

Die Augsburger wollen also den Weg der Nürnberger gehen und damit am Club vorbeiziehen. Denn: Wer die Relegation für sich entscheidet, ist die Nummer zwei in Bayern. Vielleicht sogar über Jahre?

Löwen und Fürth überholt

Zuletzt war der Club die zweite Kraft im Freistaat - und das mehr oder weniger unumstritten. 2007 gewannen die Franken den DFB-Pokal und qualifizierten sich für den europäischen Wettbewerb. Selbst der anschließende Abstieg änderte nichts an der innerbayerischen Hackordnung.

Dazu war und ist die Konkurrenz schlichtweg nicht stark genug. Der TSV 1860 München zählt längst zum grauen Mittelmaß der zweiten Liga und kämpft anhaltend ums finanzielle Überleben, Greuther Fürth sieht sich selbst mehr als Ausbildungsverein und ist als Zweitligist zufrieden und der ehemalige Überraschungs-Bundesligist Unterhaching steckt in der 3. Liga fest.

Im Schatten der Löwen, Fürther und Hachinger etablierte sich allerdings der FCA und legte einen rasanten Aufstieg hin. 2006 kehrten die Augsburger nach 23 Jahren Abstinenz in den Profi-Fußball zurück und entwickelten sich seither Schritt für Schritt.

Professionelle Strukturen geschaffen

Nach dem Aufstieg 2006 kam mit Andreas Rettig ein Manager, der über gute Beziehungen und das nötige Know-How verfügt. Zeitgleich fiel der Startschuss für den Bau einer neuen Fußball-Arena, die vor dieser Saison fertig gestellt wurde.

Längst ist der Verein nicht mehr auf die Investitionen von Klub-Boss Walther Seinsch angewiesen, die den FCA immer wieder über Wasser hielten. Neben dem Bau des Stadions wurden die Geschäftstelle erweitert, professionelle Strukturen geschaffen und die Mannschaft ganz gezielt verstärkt.

Zusammen mit Coach Luhukay hat sich dieses Team nun in der abgelaufenen Saison zu einem Spitzenklub der zweiten Liga entwickelt, der nun aufsteigen und damit den 1. FC Nürnberg in die zweite Liga befördern will.

Club ging Risiko

Für die Franken wäre es bereits der achte Abstieg der Vereinsgeschichte. Und anders als beim Absturz vor zwei Jahren müsste der Club dieses Mal kräftig abspecken. 2008 entschied man sich in Nürnberg für einen finanziellen Kraftakt, hielt Leistungsträger wie Javier Pinola und Andreas Wolf und holte mit Keeper Raphael Schäfer sogar noch einen Erstliga-erfahrenen Profi dazu.

Das Risiko lohnte sich: Der Club kehrte nach nur einem Jahr zurück in die Bundesliga, muss seitdem allerdings kleinere Brötchen backen und ist auf finanzielle Mehreinahmen, unter anderem durch Transfererlöse, angewiesen - im Fall des Klassenerhalts, vor allem aber bei einem Abstieg.

Kein Scherbenhaufen

Allerdings: Selbst bei einem abermaligen Sturz in die Zweitklassigkeit stehen die Nürnberger nicht vor einem Scherbenhaufen.

In den vergangenen Jahren hat die Vereinsführung um Manager Martin Bader Verbindlichkeiten in Millionenhöhe abgebaut und Werte für den Verein geschaffen. Demnächst soll ein neues Nachwuchsleistungszentrum auf dem eigenen Sportgelände entstehen.

Was für den FC Augsburg zutrifft, gilt also auch für den 1. FC Nürnberg: Bundesliga oder 2. Liga - bange muss vor der Zukunft keinem der beiden Klubs sein. Unabhängig vom Ausgang der Relegation kämpfen in den nächsten Jahren wohl also nur der Club und der FCA darum, die Nummer zwei in Bayern zu sein.

Weltweite Übertragung der Relegationsspiele

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