Mittwoch, 05.05.2010

Hamburgs neuer Sportchef plant die Zukunft

Herr Siegenthaler, übernehmen Sie!

Kein Erfolg, keine intakte Mannschaft, kein Trainer: Nach einer verkorksten Saison steht der Hamburger SV vor einem essentiellen Umbruch in fast allen sportlichen Bereichen. Der Reformer, der diesen Neuanfang koordinieren soll, ist Urs Siegenthaler.

DFB-Chefscout Urs Siegenthaler plant den sportlichen Umbruch beim Hamburger SV
© Getty
DFB-Chefscout Urs Siegenthaler plant den sportlichen Umbruch beim Hamburger SV

Der derzeitige Chefscout des DFB wird nach der Weltmeisterschaft in Südafrika offiziell neuer Sportchef in Hamburg - doch schon jetzt leitet er beim HSV den unumgänglichen Kurswechsel in die Wege.

Am Montagabend präsentierte Siegenthaler dem Hamburger Aufsichtsrat in einer zweistündigen Sitzung sein Konzept für den Neustart im Sommer. Der 62-Jährige ließ dabei keine Zweifel - er will grundlegende Veränderungen: "Wir müssen hier erst noch ein Fundament legen."

Der Trainer, die Hierarchien im Vorstand, der Führungsstil, die Vereinsphilosophie, das Personal: Beim HSV wird jeder Stein umgedreht. Die wichtigsten Reformziele im Überblick:

Die Zusammensetzung des Vorstands: Auf Wunsch des Aufsichtsrats wird Siegenthaler, anders als ursprünglich geplant, Mitglied des Vorstands und übernimmt damit als offizieller "Vorstand Sport" die bis dato vakante Nachfolge von Dietmar Beiersdorfer. Unmissverständlich stellte der gebürtige Schweizer denn auch klar, dass er die alleinige Entscheidungsgewalt in sportlichen Belangen für sich beansprucht. Entgegen den zuletzt kolportierten Plänen der Kontrolleure, wird es also keinen zusätzlichen Sportdirektor geben. "Wenn der Aufsichtsrat da noch jemanden holen will, bin ich zu viel", sagt Siegenthaler.

Die Trainersuche: Die Entscheidung liegt formal beim Aufsichtsrat, Siegenthaler aber wird den oder die Kandidaten benennen. Und nur er: "Viele Köche verderben den Brei." Wichtig wird sein, dass der Trainer zur Philosophie des Vereins passt - und nicht etwa umgekehrt. Grundsätzlich müsse der neue Trainer "eine starke Persönlichkeit sein", so Siegenthaler: Er muss sagen, was er denkt und auch entsprechend handeln.

Der Führungsstil: Siegenthaler sprach gegenüber den Aufsichtsräten von seinen "Zehn Geboten". Gebot Nummer eins heißt: Disziplin. Die Spieler müssten beispielsweise spätestens eine Stunde vor jeder Trainingseinheit in der Kabine erscheinen - und vor allem: pünktlich aus dem Urlaub zurückkehren. Wer sich nicht daran hält, dessen Gehälter werden sofort eingefroren.

Die Nachwuchsarbeit: Trotz Millionen-Investitionen trage die Nachwuchsarbeit des HSV zu wenig Früchte. Entsprechend wackelt nun angeblich auch der Stuhl des langjährigen U-23-Trainers Rodolfo Cardoso. Siegenthaler legt größten Wert auf die Nachwuchsabteilungen - schließlich will er mittelfristig auf deutschsprachige Talente setzen.

Der Profi-Kader: Siegenthaler äußerte sich natürlich nicht konkret über die Personalplanungen für den Sommer. Doch klar ist: Der HSV wird sich von etlichen Spielern trennen - teilweise auch trotz laufender Verträge.

Guy Demel und David Rozehnal etwa haben angeblich kaum mehr Rückhalt in den Führungsgremien. Auch Piotr Trochowski steht intern immer wieder in der Kritik. Ze Roberto steht nach wie vor mit Red Bull New York in Verbindung, die meisten Beobachter rechnen mit seinem Abschied.

In der "Sport-Bild" sprach er nun sogar von einem vorzeitigen Karriereende. Und auch um Frank Rost gibt es mittlerweile Gerüchte um einen Wechsel nach Salzburg zu Red Bull. Der Abschied von Jerome Boateng steht indes bereits fest, Dennis Aogo steht wohl in sehr konkreten Verhandlungen mit dem AC Mailand.

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