Chinedu Obasi im Interview

"Ralf Rangnick ist ein guter Mensch"

Von Aufgezeichnet von Haruka Gruber
Dienstag, 11.05.2010 | 13:00 Uhr
Chinedu Obasi (l.) erzielte in der abgelaufenen Saison in 23 Spielen sieben Tore
© Getty
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Der umstrittene 1899-Coach Ralf Rangick gilt als verbissener Pedant - aber Stürmerstar Chinedu Obasi macht ihm eine "Liebeserklärung". Der nigerianische Nationalspieler (23) über angebliche Risse in Hoffenheims Team, das Problem der fehlenden Kommunikation und gruselige Momente.

Frage: Nach dem Rücktritt von Manager Jan Schindelmeiser stellt auch Trainer Ralf Rangnick seine Zukunft bei 1899 in Frage. Wie wird er sich entscheiden?

Chinedu Obasi: Das weiß nur er. Aber ich hoffe inständig, dass er in Hoffenheim ist, wenn ich von der WM zurückkehre. Ich respektiere ihn zutiefst.

Frage: Rangnick gilt jedoch als zu verbissen.

Obasi: Ralf Rangnick liebt es zu Gewinnen - aber was soll daran falsch sein? Seine Vorstellung von Fußball und seine Philosophie sind perfekt für junge Spieler, um sich zu verbessern. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass ich mich weiterentwickelt habe. Aber er ist nicht nur ein toller Coach. Ich blicke auch zu ihm als Mensch auf. Er ist ein guter Mensch und es wäre großartig, weiter mit ihm zu arbeiten.

Frage: Ein Problem von Hoffenheim in dieser Saison war die angebliche Zersplitterung der Mannschaft in verschiedene Lager. Sie beginnen in Kürze die WM-Vorbereitung mit Nigeria. Wie lässt sich das Innenleben beider Teams vergleichen?

Obasi: Eigentlich überhaupt nicht.

Frage: Weil?

Obasi: Ein Beispiel: Wenn wir mit der nigerianischen Nationalelf zu einem Spiel fahren, singt das gesamte Team im Bus. Hier in Deutschland darf hingegen keiner laut Musik hören, jeder steckt sich sofort den MP3-Kopfhörer ins Ohr und konzentriert sich alleine auf die anstehende Aufgabe.

Frage: Klingt bedauernd.

Obasi: Ich kann nicht einfach in ein neues Land und zu einem neuen Verein kommen und einfach irgendetwas erwarten, was nicht den üblichen Normen entspricht. Das ist okay, auch wenn mir das Gemeinsamsingen lieber ist. Was ich ebenfalls vermisse, ist das Beten. In Nigeria haben wir manchmal mehrwöchige Vorbereitungslager - aber ausnahmslos an jedem Tag sitzt die gesamte Mannschaft zusammen und betet vor der Nachtruhe.

Frage: Und das funktioniert? In der nigerianischen Bevölkerung wie auch in der Nationalmannschaft gibt es eine starke islamische und christliche Fraktion.

Obasi: Ich persönlich bin praktizierender Christ - aber wir Spieler unterscheiden nicht nach dem Glauben. Wenn wir auf dem Platz stehen, repräsentieren wir Nigeria und keine Religion. Diesen Grundkonsens benötigen wir, um als Team überhaupt zueinander zu finden. Daher ist es auch kein Problem für die Muslimen in der Mannschaft, vor dem Spiel christliche Gospel-Lieder zu hören und mitzusingen. Die Christen wiederum sträuben sich auch nicht, wenn beim abendlichen Beten der Koran zitiert wird. Denn für eine Mannschaft ist es am wichtigsten, Einheit und Geschlossenheit auszustrahlen.

Frage: Eine Einheit, die Hoffenheim abgeht?

Obasi: So kann man es nicht sagen. In einer Nationalmannschaft ist es generell einfacher, einen Teamgeist entstehen zu lassen. Bei einem Verein wie Hoffenheim mit einigen ausländischen Spielern bestehen hingegen automatisch große Mentalitätsunterschiede. Sie stammen aus anderen Kulturkreisen, haben unterschiedliche Vorlieben und sprechen ihre eigene Sprache. Das ist schade, aber so funktioniert nun mal der Klub-Fußball. Vor allem die Sprache ist ein Hindernis. Für mich ist es schwierig, mich mit einem Brasilianer zu unterhalten. Ähnlich ergeht es mir mit den einheimischen Spielern, auch wenn ich mittlerweile viel Deutsch verstehe. Aber um sich wirklich auszutauschen, muss ich mich sehr anstrengen und alle Gestiken beachten, den Mundbewegungen folgen und sich teils mit Handbewegungen artikulieren. Ich versuche es so oft wie möglich - aber diese Energie hat man einfach nicht immer.

Frage: Wegen den unterschiedlichen Sprachkenntnissen würde es wohl auch keinen Sinn machen, im Hoffenheimer Bus nach nigerianischem Vorbild zusammen zu singen.

Obasi: (lacht) Ein Brasilianer versteht kein Wort, wenn ein afrikanisches Lied eingelegt wird. Umgekehrt genauso. Um dennoch einen Mannschaftsgeist zu entwickeln, gehe ich beispielsweise mit einigen Spielern ins Kino - obwohl ich gelegentlich nicht einmal die Story verstehe, weil dafür mein Deutsch nicht ausreicht. Dennoch hoffe ich, dass ich meinen Teil zum Teambuilding beitrage.

Frage: Haben Sie sich an den Alltag in Deutschland gewöhnt?

Obasi: Ich bin glücklich darüber, Einblick in zwei verschiedene Welten bekommen zu haben. Das macht aus mir einen besseren Menschen, weil ich so die Vorzüge sowie die Nachteile von solch unterschiedlichen Kulturen in Nigeria und Deutschland reflektieren kann. An einige Dinge werde ich mich in Deutschland aber wohl nie gewöhnen.

Frage: Zum Beispiel?

Obasi: In Deutschland machen einige nur ihr Ding und kümmern sich nicht darum, wie sich andere verhalten. Ich will nichts verurteilen - aber wenn ich sehe, wie ein Zehnjähriger in der Öffentlichkeit unbehelligt und unbestraft rauchen oder einfach in eine Kneipe spazieren kann, frage ich mich: Kann das alles so gewollt sein? Ich bin auch irritiert, wenn ich mitbekomme, dass einige deutsche Kinder ihre Väter einfach mit dem Vornamen ansprechen. So etwas hätte ich bei meinem Vater nicht machen dürfen, weil es als mangelnder Respekt aufgefasst worden wäre.

Frage: Sie sprachen die Vorzüge und Nachteile von Kulturen an. Welchen Nachteil hat die nigerianische Kultur?

Obasi: Ich mag die Leidenschaft - sie kann jedoch auch erdrücken, teils sogar gruselig sein. Fußball dominiert in Nigeria fast noch mehr als in Deutschland, weil wir in nur wenigen Sportarten besonders gut sind. Daher konzentriert sich die Liebe des Lands fast ausschließlich auf die Nationalmannschaft, was einen immensen Druck bedeutet.

Frage: Geht das konkreter?

Obasi: Nach drei Unentschieden aus den ersten vier Spielen standen wir im Herbst vor dem Aus in der WM-Qualifikation. Wir mussten zuhause unbedingt Mosambik besiegen, sonst wäre es das gewesen. Bis zur 90. Minute stand es jedoch nur 0:0 und man merkte kurz vor dem Schlusspfiff, wie sich die Stimmung in dramatischer Art verschlimmert hat. Wenn wir nicht gewonnen hätten, wäre den Zuschauern alles zuzutrauen gewesen. Es herrschte eine Furcht erregende Atmosphäre. Gott sei Dank haben wir aber in der Nachspielzeit das Tor gemacht und haben am Ende doch das WM-Ticket gelöst.

Frage: Liegt die große Erwartungshaltung darin begründet, dass Nigeria von Mitte der 90er an für einige Jahre den afrikanischen Fußball bestimmt hat?

Obasi: Sicherlich, dennoch muss klar sein, dass nicht jede Generation solche herausragenden Fußballer hervorbringen kann wie Jay-Jay Okocha, Finidi George, Sunday Oliseh oder Nwanko Kanu. Damals waren wir die Größten in Afrika. Mittlerweile haben viele kleinere Nationen aber aufholt, so dass es nicht mehr so leicht ist zu dominieren. Wenn alles klappt, ist die jetzige Mannschaft aber talentiert genug, um an die Erfolge von früher anzuknüpfen.

Frage: Wie wichtig ist dabei Ihr bester Freund John Obi Mikel?

Obasi: Er ist ein Schlüsselspieler. Trotz seiner 23 Jahre hat er bereits unglaublich viele Spiele für den FC Chelsea bestritten, egal ob in der Champions League oder Premier League. Ein kleines Problem: Für Nigeria spielt er im Mittelfeld wesentlich offensiver als bei Chelsea - was für ihn schwierig ist, weil er sich dadurch taktisch ganz anders verhalten muss.

Frage: Und wie wichtig ist es für Sie, dass Sie mit Mikel womöglich die erste WM spielen können?

Obasi: Unsere Beziehung geht weit über eine Freundschaft hinaus. Wir sind Brüder. Seit ich 17 bin, spielen wir zusammen. Wir haben gemeinsam den Sprung nach Europa gewagt, in Oslo in einer WG gewohnt und dort teils nicht so schöne Dinge durchgestanden. Noch immer schaue ich mir jedes Spiel von Chelsea an und unterstütze ihn. Auf dem Platz jedoch behandeln wir uns nicht besonders gut. (lacht) Er will gewinnen, ich will gewinnen, daher schreien wir uns auch richtig an, wenn es nötig ist.

Frage: Mikel spielt bereits bei einem europäischen Topklub. Wollen Sie sich mit einer guten WM ebenfalls für einen Wechsel empfehlen?

Obasi: Als allererstes wäre ich froh, wenn ich überhaupt für die WM nominiert werde. Mit Lars Lagerbäck haben wir einen neuen Trainer, den ich im Grunde gar nicht kenne. Daher weiß ich auch nicht, wie viel es wert ist, dass ich beim Africa-Cup im Januar unter dem alten Coach Shaibu Amodu in allen sechs Spielen in der Startelf stand. Aber sollte ich tatsächlich in Südafrika dabei sein, ist es mir sehr wichtig, vor der Weltöffentlichkeit zu spielen und vielleicht Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.

Frage: Um womöglich in Ihre Lieblingsliga England gehen zu können?

Obasi: Ich stand mehrmals davor, von einem englischen Klub verpflichtet zu werden, das hat jedoch wegen den strengen Bestimmungen bei der Arbeitserlaubnis-Vergabe nie geklappt. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass ich Hoffenheim verlassen will. Ich habe meinen Vertrag bis 2014 verlängert, was eine lange Zeit ist und weswegen ich mir keine großen Gedanken mache. Dennoch: Im Fußball kann alles sehr schnell gehen und keiner weiß, was morgen passiert.

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