Und Gott grölte, dass es gut war

Von Oliver Kucharski
Montag, 10.05.2010 | 15:47 Uhr
Das Feier-Biest in Aktion. Kurz danach wurde Louis van Gaal abgeholt.
© Imago
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Das Feier-Biest mutiert zum Balkon-Biest, Udo Lattek gesteht einen Fehler ein und Kevin Kuranyi wird schon wissen, was er tut: die Alternative Liste des 34. Spieltags.

1. Punkt eins: Der FC Bayern hat die beste Abwehr, der FC Bayern hat den besten Angriff, der FC Bayern hat die meisten Punkte, der FC Bayern ist deutscher Meister, und der FC Bayern ist nicht nur deutscher Meister, der FC Bayern ist ganz explizit auch Meister von Gelsenkirchen und Meister von Hamburg und Meister von Bremen, und demnächst ist der FC Bayern ja vielleicht auch Meister von ganz Europa, und damit wäre der FC Bayern dann auch Meister von Spanien und Meister von England und Meister von Italien und Meister von Frankreich, und damit wiederum wäre der FC Bayern dann, natürlich, auch Meister von Madrid und Meister von Barcelona und Meister von Manchester und Meister von London und Meister von Mailand und Meister von Turin und falls Sie das hier gerade lesen, Louis van Gaal: Merken Sie, wie sehr das, bei aller Sympathie!, auch richtig abturnen kann, wenn man sich mit all seinem Testosteron und all seinem Erfolg da so breitbeinig und besoffen hinstellt und der Welt direkt mal mitten ins Gesicht hineinbrüllt, wie geil man doch ist?

2. Geil!: Das Tolle an Punkt eins: Er dient einerseits als Ranschmeißer an die Bayernfans, weil die sich vor Freude über die ersten Zeilen ja komplett einnässen und dann gar nicht mehr bis zum Schluss lesen, sondern mittendrin einfach aussteigen und nach unten scrollen und da dann willenlos hinkommentieren "Geile AL! Die beste aller Zeiten!!", und andererseits fungiert Punkt eins eben auch als billiger Crowd Pleaser für alle Nichtbayernfans, weil die sich mühevoll durch die ersten Zeilen kämpfen und dann merken "Huch! Das ist ja plötzlich ein Bayern-Diss!", und dann scrollen die ebenfalls nach unten und kommentieren da ihrerseits ihr freudig erregtes "Geile AL! Die beste aller Zeiten!!" drunter, und das muss man halt auch erstmal schaffen, so einen dicken, fetten Konsens, bei so einem Thema, direkt mit dem ersten Punkt, da muss sich die AL auch wirklich mal selbst loben: Schon sehr großes Kino wieder hier!

3. Analyze This: Uneingeschränkt zu preisen ist auch Franz Beckenbauer. Weil der einfach eine Maschine ist. Da muss man nur kurz den Analyse-Knopf drücken, und schon legt der los, der Franz. Thema? Egal! Pättrick Wasserziehr also: "Und, Franz, wie haben Sie die Bierdusche mit van Gaal gesehen?" Und der Franz, einfach so, locker aus dem Handgelenk, im ganz gewohnten Habitus: "Ja gut, äh, sicherlich: Da haben sie ihn gut eingekesselt und gestellt, höhö, da hatte er letztlich keine Schaase." Einmal, nur einmal im Leben möchte man so ein Profi sein wie Franz Beckenbauer!

4. Rom light: Ein bisschen wie der Franz wäre bestimmt auch Bernd Hoffmann gern. Jedenfalls schlenderte er in Bremen nach dem Schlusspfiff wie dereinst der Franz in Rom einsam und gedankenverloren auf dem Rasen herum. Nur dass Bernd Hoffmann halt ungleich weniger zu feiern hatte. Doch man muss auch mal mit wenig zufrieden sein: Wer zum Beispiel heute die Europa League knapp verpasst, der muss sich morgen auch nicht darüber ärgern, wenn er zum Beispiel gegen Fulham knapp rausfliegt. Erfolg ist oft auch eine Frage der Sichtweise!

5. Und alle so: YEAH!: Gefeiert wurde auch in Leverkusen, denn letztlich hat man es ja doch noch recht souverän hingekriegt, die 16 Punkte Vorsprung auf Werder Bremen zu verspielen, so dass Stefan Kießling also feierlich verkündete: "Jetzt freuen wir uns auf die Europa League!" Und damit reihte er sich ein in die Phalanx der fünf großen Sätze dieser Saison: "Bei uns zählt das Leistungsprinzip" (Joachim Löw), "Wir haben keine Sekunde gewankt" (Karl-Heinz Rummenigge), "Diesmal brechen wir nicht ein" (Jupp Heynckes), "Wir werden nicht Meister" (Felix Magath), Wir werden Meister" (Felix Magath). Also: Viel Spaß dann, Stefan Kießling!

6. Synergien schaffen: Wobei die Lösung ja nur lauten kann: Leverkusen und Stuttgart müssen endlich fusionieren. Leverkusen spielt die Hin-, Stuttgart die Rückrunde, und am Ende wird das addiert, und auf diese Weise hätte man in den vergangenen beiden Jahren aber mal ganz locker die Meisterschaft geholt. - Und dann Veh, Babbel, Gross, Labbadia, Heynckes: Arm in Arm auf dem Balkon, wie sie ihr nacktes Bein auf die Brüstung hieven und anfangen zu grölen: "Wer hat die beste Hinrunde gespielt? LEVERGART! Und wer hat die beste Rückrunde gespielt? STUTTKUSEN! Und wer ist jetzt deutscher Meister!?! ..."  Mensch, gebt Euch das!

7. Trial and Error: Womit kommende Saison aber endlich mal Schluss sein sollte, ist dieses ewige, sinnlose Trainerrausgeschmeiße bei den Klubs, bei denen es doch eh nie am Trainer sondern immer nur am Spielermaterial liegt. Dass Hannover, das zu Saisonbeginn von Dieter Hecking trainiert wurde, nun nach einem Intermezzo mit Andreas Bergmann von Mirko Slomka gerettet wurde, während Nürnberg nun wiederum mit Dieter Hecking in die Relegation muss, der seinerseits nach seinem Rausschmiss in Hannover ja Michael Oenning in Nürnberg abgelöst hatte, während Bochum sich derweil mit Marcel Koller, Frank Heinemann, Heiko Herrlich und Dariusz Wosz nur so durch die Saison trial-and-errorte, wobei die durchschnittliche Punkteausbeute nach Koller von Trainer zu Trainer immer weiter nach unten ging - das ist doch schlichtweg alles komplett krank. Steigt doch wenigstens mal in Würde ab!

8. The Real Verlierer-Cup: In Sachen Absteiger hat die AL noch einen weiteren Vorschlag. Wie wäre es denn mit einem zusätzlichen Europapokal? So einem echten, richtig konsequent durchgezogenen Loser-Cup? Wo dann die ganzen Absteiger den Besten unter den Miesen ausspielen? Neben der Hertha und Bochum würden dann da zum Beispiel Burnley und Livorno und Xerez und Grenoble antreten, und der eine oder andere würde dann vielleicht sogar in der Halbzeit schon den Trainer wechseln, und insgesamt wäre das doch sicherlich ein ganz famoses Gehacke und Geholze und Gemache. Was meint Ihr? Jemand Bock, sich die fußballfreie Zeit mit 'ner Petition zu vertreiben?

9. Muttertag: Eingefleischte Leser der AL wissen: Mutti ist der weltgrößte Fan des Kevin Kuranyi. Was lag da also näher, als am Muttertag kurz dessen Wechsel zu Dinamo Moskau durchzusprechen: "Mutter, hast Du gehört? Dein Kevin wechselt jetzt nach Moskau." - "Wie bitte? Du willst mich veräppeln, oder?" - "Nein. Dein Kevin geht nach Moskau." - Nein!" - "Doch." - "Nein!!" - "Doch." - "Was will der denn bitte in Moskau??" - "Keine Ahnung, Mutter. Er ist Dein Kevin, nicht meiner." - "Aber mein Kevin geht doch nicht nach Moskau!" - "Doch, doch. Zu Dinamo Moskau. Die sind Zehnter oder so." - "Aber was will er denn da? Warum geht der denn nicht zu einem vernünftigen Verein?" - "Tja, Mutter. Rate doch mal..." - "Wie viel verdient er da?" - "Sechs Millionen Netto, Mutter." - "Sechs Millionen Netto?" - "Sechs Millionen Netto." - "Und wie viel hat er auf Schalke gekriegt?" - "Die Hälfte. Brutto." - "Oh!" - "Eben." - "Hm." - "Ja." - "Na gut, dann hat er wohl Recht." - "Wahrscheinlich. Ja." - "Ach, mein Kevin weiß schon, was er macht." - "Auf jeden Fall, Mutter." - "Ja. Und, wann kommst Du jetzt mal wieder nach Hause?"

10. Dann sprach Udo: Und dann macht man am Sonntagmorgen kurz den Doppelpass an, und dann sieht man da: Olli Dittrich! Michael Steinbrecher!! Reinhold Beckmann!!! Und das ist so übel, so bitter, so mies, so hölle, da schaltet man direkt mal gleich den Ton wieder aus und bleibt aber trotzdem drauf, denn Sonntagmorgen, ohne Doppelpass, das geht ja auch nicht, also sitzt man da, zweieinhalb Stunden, und macht immer nur den Ton an, wenn Udo spricht, direkt danach: gleich wieder stumm, das ist schon bisschen surreal, doch am Ende, ganz kurz vor Schluss, bei der letzten Wortmeldung, da lohnt es sich doch, all das Laut- und Leisegeschalte, denn Udo Lattek spricht wieder irgendeinen Quatsch, und dann sagt er sie, die magischen Worte, zum ersten Mal in dieser Sendung, in dieser Saison, in diesem Leben (?): Udo Lattek sagt: "Das war jetzt Quatsch, was ich gerade gesagt habe." Der Rest des Sonntags ist dann ungläubiges, andächtiges, dankbares Schweigen.

11. Zweiter sein ist geil: Zum Schluss, ganz trocken, ein Abschied: Bernd Schneider nimmt am heutigen Montagabend offiziell Abschied. Mit einem Abschiedsspiel. Und vorher hat er uns noch mit einem seiner stets sehr launigen Interviews beglückt. Und kurz erklärt, dass er die goldenen Schuhe, die ihm Adidas für den Abschied anfertigen wollte, abgelehnt und sich stattdessen lieber silberne gewünscht hätte. Weil die besser zu ihm passen würden. Leverkusen durch und durch. Mach's gut, Schnix, lass dich mal wieder blicken!

Der 34. Spieltag im Überblick

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