Freitag, 02.04.2010

Bundesliga

DFL will Krawalle weiter eindämmen

Die DFL hat nach den jüngsten Krawallen über weitere Schritte zur Bekämpfung nachgedacht. Die Verantwortlichen wollen mit personalisierten und limitierten Tickets arbeiten.

Bei den Aussschreitungen in Berlin am 13. März wurden vier Polizisten leicht verletzt
© sid
Bei den Aussschreitungen in Berlin am 13. März wurden vier Polizisten leicht verletzt

Nach den jüngsten Krawallen in den Bundesliga-Stadien denkt die Deutsche Fußball Liga über eine Erhöhung der Anzahl der personengebundenen Eintrittskarten nach.

"Über die Personalisierung von Tickets, besonders in den Gästeblöcken, müssen wir reden, obwohl wir sicher nicht 5000 bis 7000 anreisende Zuschauer mit solchen Karten ausstatten können", sagte der DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus dem Nachrichtenmagazin "Focus".

Nach Angaben von Helmut Spahn, dem Sicherheitschef des DFB, werden diese Art von Eintrittskarten schon jetzt bei 15 bis 20 Risikospielen pro Saison verkauft.

Polizisten berichteten dem "Focus" gegenüber, eine Zunahme der Gewalt vor allem außerhalb der Stadien. Einem szenekundigen Beamten der Polizei Frankfurt zufolge, beschimpfen 15- bis 20-Jährige im gesamten Rhein-Main-Gebiet verstärkt Polizisten oder werfen Steine.

Fall Enke fast vergessen

Der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Hannover-West, Guido von Cyrson, sagte, nach dem Suizid des Nationaltorhüters Robert Enke von Hannover 96 im November 2009 habe sich nur kurz etwas geändert. "Schon im übernächsten Heimspiel nach seinem Tod war die Gewalt wieder auf dem Niveau wie davor", meinte von Cyrson.

Zuletzt hatte der DFB mit harten Urteilen auf die jüngsten Krawalle reagiert.

Hertha BSC Berlin muss nach den Jagdszenen im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg die Zuschauerzahl seines Heimspiels gegen den VfB Stuttgart am 10. April auf 25.000 begrenzen.

Köln ohne Fans in Hoffenheim

Die Nürnberger Fans werden für die Auswärtsspiele beim Hamburger SV am 17. April und SC Freiburg am 1. Mai keine Stehplatzkarten erhalten.

Zudem muss der Club für die Spiele personalisierte Sitzplatztickets verkaufen.

Dagegen sind die Anhänger des 1. FC Köln vom Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim am 10. April komplett ausgeschlossen.

Nach Strafe: Public Viewing in Berlin

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