Gündogan, Risse, Diekmeier und Co.

Nürnbergs neue Perlen

Von Daniel Börlein
Mittwoch, 14.04.2010 | 12:28 Uhr
Nürnbergs Youngster waren an den letzten elf Club-Toren beteiligt
© Getty
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Ilkay Gündogan, Marcel Risse, Dennis Diekmeier und Co. - kaum ein Bundesligist setzt derzeit so konsequent auf junge Spieler wie der 1. FC Nürnberg. Bei Klassenerhalt winkt den Franken eine glänzende Perspektive. Einen Haken gibt es allerdings.

Gelegentlich hat Albert Bunjaku ein schlechtes Gewissen, wenn er sein Hotelzimmer verlässt. Der Schweizer teilt beim 1. FC Nürnberg auf Reisen das Zimmer mit Ilkay Gündogan. Und während sich Bunjaku vor dem Schlafengehen noch mit den Kollegen zum Plaudern trifft oder an der Playstation zockt, bleibt Gündogan alleine im Zimmer zurück und liest.

Der 19-Jährige ist keineswegs ein Einzelgänger oder im Club-Team isoliert, Gündogan kommt vielmehr nur seiner Pflicht nach. Der Deutsch-Türke lernt für die Schule. Derzeit besucht Gündogan die 12. Klasse des Gymnasiums, im kommenden Jahr will er sein Abi in der Tasche haben. "Es soll so gut wie möglich sein", sagt er. Und dafür wird gebüffelt.

Gündogan: 15 Mal in der Startelf

Gündogan ist keiner, der sich mit wenig zufrieden gibt. Es soll immer das Maximum sein. In der Schule - und auf dem Fußball-Platz. Beim Club hat er sich längst als Stammkraft etabliert.

Coach Dieter Hecking schätzt Gündogans Vielseitigkeit, kann er seinen Youngster doch sowohl auf der Außenbahn als auch im offensiven und defensiven Mittelfeld spielen lassen. Auf 18 Einsätze bringt es Gündogan bislang, 15 Mal stand er sogar in der Startelf, erzielte einen Treffer und bereitete zwei Tore vor. Es scheint, als habe er schon in seiner ersten Bundesliga-Saison den Durchbruch geschafft.

Diekmeier als Senkrechtstarter

Ein Glücksfall für den Club. Doch Gündogan ist beileibe nicht der einzige. Zehn Spieler im Kader der Franken gingen ohne eine einzige Erstliga-Minute in diese Spielzeit. Ihre Tauglichkeit haben allerdings fast alle von ihnen mittlerweile nachgewiesen.

Allen voran Dennis Diekmeier. Der 20-Jährige benötigte kaum Eingewöhnungszeit, überzeugte bislang als offensivstarker Rechtsverteidiger und steht längst auf dem Wunschzettel zahlreicher Top-Klubs. Der VfL Wolfsburg bot bereits in der Winterpause fünf Millionen Euro für den U-21-Nationalspieler.

"Hecking schenkt uns Vertrauen"

Im Gegensatz zu Diekmeier brauchten die anderen "jungen Wilden" (Hecking) allerdings ein gutes halbes Jahr Anlaufzeit, um sich in der Bundesliga zurechtzufinden.

"Seit der Rückrunde ist irgendetwas anders. Wir haben ein anderes, ein besseres Gefühl", sagt Eric-Maxim Choupo-Moting (21), der in den letzten sechs Partien vier Treffer erzielte und mittlerweile Stürmer Nummer eins ist.

Ein entscheidender Unterschied zum ersten Halbjahr: Mit Hecking steht ein neuer Coach an der Seitenlinie. "Vom Trainerwechsel haben alle profitiert", sagt Gündogan. "Hecking schenkt uns volles Vertrauen", ergänzt Mike Frantz, 23, in den letzten Wochen einer der besten Nürnberger.

Wolf ältester Feldspieler

Von einem Jugendwahn will der Club-Coach allerdings nichts wissen. "Es gibt nicht jung oder alt. Allein die Leistung entscheidet. Gündogan, Risse, Frantz und Choupo-Moting sind jedoch Jungs, die jedem Gegner richtig wehtun können. Im Moment sind sie spielentscheidend", sagt Hecking, und hat damit recht.

An jedem der letzten elf Nürnberger Tore war ein Spieler als Torschütze oder Vorbereiter beteiligt, der 23 Jahre oder jünger ist. Kein Wunder, schließlich war Kapitän Andreas Wolf mit 27 Jahren zuletzt regelmäßig ältester Feldspieler. Bemerkenswert auch: Gegen Mainz und in Wolfsburg standen jeweils neun deutsche Profis in der Startelf der Franken.

Viele Leihverträge laufen aus

Ob der Vielzahl an jungen Hoffnungsträgern scheint der Club mit einer glänzenden Perspektive in die Zukunft zu gehen. Stellt sich nur die Frage, ob die Franken die Früchte ihrer Arbeit auch selbst ernten können.

Denn die starken Leistungen der Nürnberger Youngster sind auch der Konkurrenz nicht verborgen geblieben. Diekmeier wird wohl selbst bei Klassenerhalt nicht zu halten sein, bei Choupo-Moting (HSV), Marcel Risse (Leverkusen), Andreas Ottl (Bayern) und Havard Nordtveit (Arsenal) laufen die Leihverträge aus und an Dominic Maroh ist angeblich 1899 Hoffenheim interessiert.

Bleibt noch Gündogan. Neben Bayer Leverkusen soll sogar der FC Bayern ein Auge auf den Mittelfeldspieler geworfen haben. Vorerst wird Gündogan allerdings beim Club bleiben, schließlich will er erst die Schule erfolgreich abschließen. Auch wenn er dafür abends häufiger alleine im Zimmer sitzen muss.

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