Friedrich: "Ich hätte mal Arschloch sein müssen"

SID
Sonntag, 21.03.2010 | 11:52 Uhr
Hertha-Kapitän Arne Friedrich trifft mit seinem Verein auf den VfL Wolfsburg
© Getty
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Vor dem Spiel beim VfL Wolfsburg sucht Hertha-Kapitän Arne Friedrich die Schuld für den drohenden Abstieg auch bei sich. Schalke, das beim Hamburger SV antritt, übt sich dagegen weiterhin in Understatement.

VfL Wolfsburg - Hertha BSC (17.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky):

Kapitän Arne Friedrich hat angesichts des drohenden Abstiegs von Hertha BSC eine Teilschuld auf sich genommen. "Manchmal braucht es eine Explosion, die nach außen dringt. Im Nachhinein hätte ich mal Arschloch sein und Brandherde in die Öffentlichkeit legen müssen, um im Kampf um das nackte Überleben Zeichen und Reizpunkte zu setzen", sagte der Nationalspieler im Interview mit der "Bild am Sonntag".

Intern habe er oft Klartext gesprochen, erklärte Friedrich, aber "wenn ich etwas aus dieser Horror-Saison mitnehme, dann, dass man mit Diplomatie nicht immer weiterkommt".

Seine eigene Zukunft ließ der 30-Jährige offen: "Ich müsste mich für nichts rechtfertigen, wenn ich Berlin verlassen würde. Aber es ist noch gar nichts entschieden."

Wolfsburg - Hertha: Voraussichtliche Aufstellungen

Auch mit Meister VfL Wolfsburg, der bereits in der Winterpause sein Interesse an einer Verpflichtung des Abwehrspielers signalisiert hatte, gebe es "keine Zusage und keine Handschlag-Vereinbarung", betonte Friedrich.

Im zweiten Sonntagsspiel kämpft die Hertha nach dem 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg und den anschließenden Krawallen um die allerletzte Chance im Abstiegskampf.

Ex-Manager Dieter Hoeneß, der nun die Fäden beim Gegner VfL Wolfsburg zieht, will zumindest ein bisschen Rücksicht nehmen. VfL-Tore gegen die Hertha will er zurückhaltend aufnehmen.

Niemand soll den Eindruck bekommen, Hoeneß freue sich womöglich über weitere Rückschläge seines Ex-Vereins. "Ich werde ruhig auf der Bank sitzen und nicht so impulsiv reagieren", sagte Hoeneß.

Nach dem Rauswurf von Hoeneß im Juni 2009 hat Hertha unter Nachfolger Michael Preetz einen beispiellosen Absturz erlebt. Seit September ist die Alte Dame Schlusslicht der Liga. Der Abstand zum rettenden Ufer ist so groß, dass selbst Optimisten ihren Klub abgeschrieben haben.

Wolfsburg musste am Donnerstag 120 Minuten hohes Tempo gehen. Dennoch rechnen die Niedersachsen gegen das Sorgenkind aus der Hauptstadt fest mit einem Sieg. "Mit etwas Glück erreichen wir noch Platz fünf", sagte Hoeneß.

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