Hoffenheimer Profis in der Schusslinie

TSG-Mäzen Dietmar Hopp will Erklärungen

SID
Dienstag, 09.03.2010 | 13:53 Uhr
Dietmar Hopp wurde 2010 mit dem Initiativpreis ausgezeichnet
© Getty
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Nach der Kritik von Manager Schindelmeiser meldet sich auch Mäzen Dietmar Hopp zu Wort und wirft den Hoffenheimern "Alibi-Fußball" vor. Er möchte zukünftig mehr auf deutschsprachige Talente setzen.

Erst der Manager, dann der Mäzen: Die Profis des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim bekommen derzeit gewaltig den Marsch geblasen.

"Es ist für mich schwer nachvollziehbahr, dass man so wenig Einsatz zeigen kann. Ich habe keine Erklärung für den Zustand der Mannschaft", sagte Mäzen Dietmar Hopp der "Rhein-Neckar-Zeitung" und übte damit ähnlich scharfe Kritik wie zuvor Manager Jan Schindelmeiser.

Der sportliche Offenbarungseid beim 0:1 am Sonntag gegen Aufsteiger FSV Mainz 05 und der damit verbundene Abschied von allen Ambitionen hat bei Hopp Spuren hinterlassen.

"Was ich gegen Mainz gesehen habe, war weit unter Mittelmaß", sagte der Milliardär, dessen Klub endgültig im grauen Niemandsland der Tabelle angekommen ist.

Erst sieben Rückrunden-Punkte

Die einstigen Himmelsstürmer holten bislang lediglich sieben Punkte in der Rückrunde und gewannen zu Hause nur eines der vergangenen sieben Spiele. Vom Glanz des Herbstmeisters der Vorsaison ist nichts mehr geblieben.

"Zum Glück haben wir auswärts ein paar Mal gewonnen. Sonst würden wir mitten im Abstiegskampf stecken", erklärte Hopp.

Der 69-Jährige warf den hochbezahlten Profis ("Mit den neuen Verträgen liegen die Gehälter der Spieler über dem Durchschnitt") sogar "Alibi-Fußball" vor und flüchtete sich angesichts der jüngsten Unmutsbekundungen der Fans in Sarkasmus: "Die Sorge, dass das Stadion zu klein ist, bin ich erstmal los."

Hopp plädierte zudem dafür, in Zukunft auf Spieler aus dem deutschsprachigen Raum statt wie zuletzt vor allem auf Afrikaner und Südamerikaner zu setzen.

Bremen wird ein "Charaktertest"

"Ich denke, dass die Überlegungen in diese Richtung gehen", sagte der gebürtige Heidelberger, der von der Mannschaft in den kommenden Spielen eine deutliche Steigerung erwartet, um "unsere Fans und Sponsoren nicht noch mehr zu vergraulen".

Vor Hopp hatte bereits Schindelmeiser einen "Bewusstseins- und Umdenkungsprozess" von den Profis gefordert und eine Reaktion im kommenden Heimspiel gegen Werder Bremen verlangt: "Das wird ein Charaktertest."

Rangnick in Frage gestellt

Die schwachen Leistungen der vergangenen Wochen haben zudem die Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Amtszeit von Trainer Ralf Rangnick nach Saisonende genährt.

Der Coach, dessen Vertrag noch bis 2011 läuft, wirkte zuletzt ungewohnt lethargisch und gestand selbst "einige Rückschläge in den vergangenen Monaten" ein.

Dardai fordert "fiese Charaktere"

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