Kuranyi und die Primzahlen

Von Stefan Moser
Montag, 01.03.2010 | 19:43 Uhr
Es ist frustrierend: Immer wieder scheitert Kevin Kuranyi am Versuch, Primzahlen zu teilen
© Getty
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Glückwunsch: 110 Jahre ist der FC Bayern nun alt! Und was hat der Rekordmeister mit John Steinbeck, Rudolf Steiner, Oliver Reck und Chelsea Clinton gemeinsam? Richtig: Sie alle haben am 27. Februar Geburtstag! Sternzeichenmäßig sind die Bayern damit Fische, im chinesischen Horoskop Ratten, was zusammen wohl das Tierkreiszeichen Wasserratte ergibt.

Interpretation und Wertung dieser astrologischen Konstellation ersparen wir uns und unseren Lesern. Wie üblich hält sich die Alternative Liste nämlich nur an knallharte Fakten.

1. Effzeh-Bashing zum Warmwerden: Die Mutter aller harten Fakten ist die Zahl, also lassen Sie uns doch mit der hier beginnen: Eintausenddreihundertdreiundneunzig. Sie ist toll, denn sie gehört zur Menge der fermatschen Pseudoprimzahlen, ist außerdem auch hübsch und überdies recht nützlich, das wird jeder bestätigen, der beruflich oder privat gerne Minuten zählt. In 1393 Minuten kann man sich selbst zum Beispiel ohne weiteres ästhetisch, intellektuell und moralisch zu Grunde richten, indem man sich, ohne Unterbrechung, eine komplette Staffel "Dallas" auf DVD schön flach oben reinzieht. Kein Scheiß, die 8. Staffel: dauert exakt 1393 Minuten! Oder wie wär's mit der neuen Doku-Soap: "Lukas P.: Torlose Altersteilzeit in Köln"? Die dauert mittlerweile auch schon 1393 Minuten und hat zwar noch viel weniger Höhepunkte als Dallas, läuft dafür aber noch.

2. Apropos: Jetzt aber bloß nicht wieder rumheulen, Effzeh-Fans, wir wissen selbst, dass der Poldi gegen Leverkusen ja nun total viel gekämpft hat, für die Mannschaft undsoweiter. Außerdem war das gerade ja auch irgendwo noch liebevoll gemeint. Auf brutalste Art und Weise, kopfüber, voll durch den Cacau gezogen wurde Euer angeblicher Stürmer dagegen von Vizemeister Jupp Heynckes. "Wie der Lukas gegen uns geackert hat, das war enorm", öffnete der Bayer-Trainer mit einem vermeintlichen Lob zunächst die Deckung des Gegners - um dann gnadenlos zu zustechen: "Das hat mich fast an Berti Vogts erinnert."

3. Es kann nur einen geben: Weil der Glubb ein Depp ist, spielen da halt auch nur Deppen, zum Beispiel Albert Bunjaku. Der kassierte gegen Bochum nämlich seine fünfte Gelbe - wegen eines albernen absichtlichen Handspiels, was für sich schon ziemlich deppert ist. Sich dann aber zwei Minuten vor Schluss wegen Ballwegschlagens noch Gelb-Rot abzuholen, ist ganz einfach volldeppert. Zumal er jetzt nicht nur gesperrt ist - sondern auch wieder bei vier Gelben steht. So was kriegt vermutlich wirklich nur ein Nürnberger hin.

4. Doppel-X-Borussia: Nach einer 1:0-Führung das Derby gegen Schalke noch zu vergeigen, war für Dortmunds Trainer Jürgen Klopp ein innerer November. Dunkel, trist, verregnet - und alle zwei Minuten eine Unwetterwarnung: Kloppo war wirklich mächtig sauer. Augenzeuge Mats Hummels (21) berichtet: "Er kam in die Kabine und sagte, wir hätten das Spiel verloren, weil wir keine Eier in der Hose haben." RRRUUUUUMS, findet hoffentlich die Bild. KORRRRRREKT findet jedenfalls die AL. Wahrscheinlich saßen Dortmunds Spieler ja wirklich aufgeregt glucksend in der Umkleide, machten sich gegenseitig die Haare, diskutierten über Horoskope und menstruierten zusammen. Die zweite Halbzeit legt den Schluss zumindest nahe - und auch Hummels räumte ein: "Der Trainer hat Recht."

5. Verschwörungstheoretiker: Weil die blöden Medien Schalke stets wie einen Schurkenstaat behandelten, pfiff Felix Magath im Sky-Studio am Freitag mal gehörig in den Keller. Moderator Jan Henkel war nämlich der - übrigens völlig richtigen - Überzeugung, Kevin Kuranyi hätte in der Szene, die Mats Hummels seinen Unterkiefer kostete, foul gespielt, worauf Magath der Kragen platzte: "Ich finde es unglaublich, dass Sie das sagen! Was erlaube Henkel!! Da lache ich mir ja den Arsch ab!!! Etcetera!!!!" Formal war ihm der Auftritt wenig später zwar angemessen peinlich, inhaltlich aber gab er sich selber weiterhin Recht: Der FC Schalke 04 habe in den deutschen Medien einfach eine schlechte Lobby. Und mit dieser Aussage, Magath, da brachten Sie selbst uns ins Grübeln. Kann es sein, dass wir Ihren Verein nicht so recht ernst nehmen? Trotz der vorbildlichen PR der letzten Jahre? Sollte das wirklich möglich sein?

6. Selbstanklage: Wir haben diese Frage für uns noch nicht endgültig geklärt, wollen aber eins klar stellen. Wenn wir uns auch zukünftig unbeirrt über Kevin Kuranyi lustig machen, tun wir das nicht etwa, weil wir ihn nicht leiden könnten. Im Gegenteil, wir mögen ja auch Blondinen und Mantafahrer. Und opportune Schweine, wie wir nun mal sind, halten wir Kuranyi mittlerweile sogar wieder für einen ganz veritablen Toreschießer ("Stürmer" ginge dann doch zu weit).  Wir tun das tatsächlich einfach nur so, aus purer Ignoranz und Boshaftigkeit. Und wohl auch ein bisschen, um uns beim Publikum anzubiedern. Dort hat Schalke nämlich eine ziemlich schlechte Lobby...

7. Fehlerteufel: Der "Rangnick der Woche" für Larmoyanz und faule Ausreden geht diesmal an den Mainzer Trainer Thomas Tuchel, der in der Analyse der 1:2-Niederlage gegen Bremen unter anderem den Satz fallen ließ: "Es lief heute alles gegen uns, wir mussten ja schon mit den falschen Trikots spielen." Dabei war an diesem unsäglichen Spiel ja eigentlich alles falsch! Selbst die Torschützen! Entschuldigung, aber Sebastian Prödl und - wenn auch aus Versehen - Tim Borowski? Da stimmt doch was nicht! Am Schluss waren sogar noch die Metaphern verkehrt. So versuchte Werder-Keeper Christian Vander, seine frei erfundene Geschichte ("Am Gegentor kann ich nichts machen") mit folgendem rhetorischen Experiment ein wenig wahrer zu machen: "Die Bälle flattern heutzutage wie Kanonenkugeln!"

8. So macht man das: Und laut Mainz' Sportdirektor Christian Heidel waren schließlich auch die Schiedsrichter-Entscheidungen noch falsch. Vor allem der Platzverweis gegen Florian Heller. Dessen vermeintliche Tätlichkeit gegen Aaron Hunt sei nämlich gar keine gewesen, vielmehr verhielte sich die Sache so: "Das Rot ist wesentlich zu hart. Natürlich ist er bei ihm, vielleicht war es auch ein bisschen unbedacht. Er geht zu ihm, aber er hat ja auch einen Fuß, den er irgendwo hinstellen muss. Ich glaube aber nicht, dass er ihn tritt. Er hat vielleicht angetäuscht, aber nicht getroffen." Wow! Die Kanonenkugel, auf der Kollege Heidel da durchs Interview ritt, flatterte aber auch nicht schlecht. Verstehen Sie, Herr Vander?

9. Endlich ist es wieder so weit: Wissen Sie noch, was am 17. Mai 2008 war? Wir nämlich schon! Am 17. Mai 2008 wurde Thomas Godoj Superstar, irgendein Michael hat irgendeine Katrin geheiratet - und: Um möglichst viel "s" in einem Wort unterzubringen, machte ein Fanklub aus Dortmund ein Saisonabschlussschaschlikessen. Und jawoll: Der FC Bayern war zum letzten Mal Tabellenführer. Alles am selben Tag, was für ein verrückter Zufall. In den 22 Monaten bis heute ist dann ziemlich viel passiert, die BVB-Fans sind zur Currywurst zurückgekehrt, Godoj ward nie mehr gesehen und Katrin und Michael haben über 1000 Fotos von der Hochzeit, gesichtet, sortiert, Abzüge machen lassen und sie zusammen mit selbst gebastelten Dankeskarten an Freunde und Familie geschickt. Und die Bayern haben immerhin Jürgen Klinsmann einen sauberen Rufselbstmord begehen lassen, Poldi in den Vorruhestand vergrault und Schweini zu Schweinsteiger befördert. Und nicht zuletzt ist schließlich auch die Alternative Liste immer pseudo-postmoderner geworden: Weniger Pointen, mehr Selbstreflexion. So wie jetzt.

10. Montagsmaler: Dramaturgisch altbacken, wie wir nun mal trotzdem noch sind, wollten wir ja eigentlich damit aufhören, wie sich so Kreise schließen und so weiter, weil die Bayern jetzt ja wieder Tabellenführer sind. Das war uns unterm Strich aber zu melancholisch, weil sich nun mal nicht in jedem Lebensroman die Höhepunkte wiederholen. Godoj zum Beispiel wird vermutlich nicht mehr an die Tabellenspitze zurückkehren, der Fanklub vielleicht nie wieder so ein hässliches Wort auf Einladungen schreiben können wie Saisonabschlussschaschlikessen, und wer weiß: Womöglich sitzen Katrin und Michael just in diesem Augenblick schon beim Eheberater. Doch solche Gedanken sind gerade montags nicht zu empfehlen, deshalb hauen wir zum Schluss lieber noch ein paar Outtakes raus.

11. Outtakes: Nicht in die aktuelle AL geschafft hat es zum Beispiel ein Wortspiel über die  "schwere Geburt bei Großkopferten", ein Vergleich zwischen der 22-monatigen Tragezeit bei Elefanten und der 22-monatigen Wartezeit der Bayern auf die neuerliche Tabellenführung. Schade drum! Verzichtetet haben wir auch auf eine Rezension der Münchner Feierlichkeiten zum 110. Geburtstag. Vor allem die Passagen über die musikalische Gräueltat, Carl Orffs Carmina Burana übergangslos in ein Orchester-Arrangement von Stern des Südens münden zu lassen, waren strafrechtlich dann doch zu heikel. Zu erklären, was es mit diesen komischen Primzahlen auf sich hat, haben wir dagegen ganz einfach unterwegs vergessen.

Der 24. Spieltag im Überblick

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