Dienstag, 02.02.2010

Das Transfer-Fazit nach der Wechselperiode

Juwelen, Kracher, Puzzleteile

Am Montag um Mitternacht schloss das Winter-Transferfenster. Wer sich nun noch verstärken will, muss entweder einen arbeitslosen Spieler verpflichten oder aber bis zum Sommer warten. Doch schon jetzt haben einige Klubs groß auf dem Transfermarkt zugeschlagen, andere hielten sich bewusst zurück. SPOX zieht Bilanz.

Mario Gavranovic (r.) wechselte von Xamax Neuchatel zum FC Schalke
© Imago
Mario Gavranovic (r.) wechselte von Xamax Neuchatel zum FC Schalke
Leverkusen, Logo, Wappen

Bayer Leverkusen

Zugänge: keine

Abgänge: Theofanis Gekas (Hertha BSC, ausgeliehen), Richard Sukuta-Pasu, Bastian Oczipka (beide FC St. Pauli, ausgeliehen), Pierre de Wit (Kaiserslautern), Assimiou Toure (Bielefeld)

Fazit: Dass der Kader auch hochkarätige Ausfälle verkraften kann, hat die Vorrunde bewiesen. Einen Grund nachzubessern gab es deshalb nicht. Selbst der Ausfall von Rolfes kann kompensiert werden, da mit Reinartz, Bender und Zdebel Alternativen zur Verfügung stehen. Etwas überraschend ist allerdings, dass Bayer mit Gekas und Sukuta-Pasu zwei Stürmer abgab. So steht hinter Derdiyok, Kießling und Helmes nur noch der 18-Jährige Pierre-Michel Lasogga im Kader.

Bayern, Logo

Bayern München

Zugänge: keine

Abgänge: Breno, Andreas Ottl (beide Nürnberg, ausgeliehen), Edson Braafheid (Celtic Glasgow, ausgeliehen), Luca Toni (AS Rom, ausgeliehen), Alexander Baumjohann (Schalke)

Fazit: In erster Linie wollte Louis van Gaal im Winter den Kader verkleinern, das ist den Bayern gelungen. Durch Tonis Abgang hat man sich zudem eines Konfliktherdes entledigt. Stattdessen wurden die beiden Nachwuchsspieler Mehmet Ekici und Diego Contento mit Profi-Verträgen ausgestattet. Gerne hätte der Rekordmeister auch die chancenlosen Christian Lell und Andreas Görlitz abgegeben, fand aber keine Abnehmer. Die Suche nach Verstärkungen wurde nie wirklich intensiviert, vor allem weil auf den benötigten Positionen im Tor und auf der linken Außenbahn kein geeigneter Kandidat auf dem Markt war.

Schalke, Logo, Wappen

FC Schalke 04

Zugänge: Tore Reginiussen (Tromsö IL), Mario Gavranovic (Xamax Neuchatel), Besart Ibraimi (Renova Cepciste), Peer Kluge (Nürnberg), Alexander Baumjohann (FC Bayern), Edu (Suwon Blue Wings), Bogdan Müller (Neckarelz), Hao Junmin (Tianjin Teda)

Abgänge: Lewan Kobiaschwili (Hertha BSC), Halil Altintop (Frankfurt), Lewis Holtby (Bochum, ausgeliehen), Lubos Hanzel (Spartak Trnava)

Fazit: Kein Klub hat mehr Spieler verpflichtet. Auf den ersten Blick schwer nachvollziehbar, zumal nur Kluge und mit Abstrichen Baumjohann und Edu in die Kategorie sofortige Verstärkungen fallen. Der Rest wurde eher perspektivisch geholt, ist vor allem kostengünstig und soll sich im nächsten Halbjahr zu einer Alternative zu Großverdienern wie Rafinha, Kuranyi und Bordon entwickeln. Zumindest das Potenzial, schon in dieser Saison den Durchbruch zu schaffen, hat vor allem Gavranovic. Der Schweizer gilt als größtes Talent der Eidgenossen, dank starker Technik und eines ausgeprägten Torriechers. Zusammen mit Rückkehrer Ze Roberto erhöht er Magaths Möglichkeiten im offensiven Mittelfeld. Dennoch: 37 Spieler im Kader sind zu viel und auch gefährlich.

Dortmund, BVB, Logo, Wappen

Borussia Dortmund

Zugänge: keine

Abgänge: keine

Fazit: Als einziger Bundesligist hat der BVB weder Zu- noch Abgang zu verzeichnen. Echter Handlungsbedarf bestand ohnehin nicht. Lediglich eine Alternative zu Patrick Owomoyela wäre den Borussen gut zu Gesicht gestanden. Dortmunds Problem: Mögliche Kandidaten wie Bayerns Andreas Görlitz passten nicht ins Gehaltsgefüge, deshalb lehnte der BVB dankend ab. Gleiches gilt für Alexander Baumjohann, an dem Klopp Interesse bekundete, der für Dortmund allerdings schlichtweg nicht finanzierbar war.

HSV, Hamburg, Logo, Wappen

Hamburger SV

Zugänge: Ruud van Nistelrooy (Real Madrid)

Abgänge: Mickael Tavares (Nürnberg, ausgeliehen), Alex Silva (Sao Paulo, ausgeliehen)

Fazit: Mit der Verpflichtung von van Nistelrooy gelang den Hanseaten der Transfercoup des Winters und zudem die Lösung des größten Problems im Kader. Im Sturm war der HSV nach den Verletzungen von Paolo Guerrero und Mladen Petric phasenweise unterdurchschnittlich besetzt. Aber: Der Niederländer muss erst fit werden und zeigen, dass er regelmäßigen Belastungen stand hält. Die anderen, kleinen Personalsorgen sind mit der Rückkehr von Guy Demel (Afrika-Cup), Eljero Elia und Ze Roberto (beide verletzt) intern behoben.

Bremen, Logo, Wappen

Werder Bremen

Zugänge: Sandro Wagner (Duisburg), Aymen Abdennour (Etoile Sportive du Sahel, ausgeliehen)

Abgänge: Dusko Tosic (Vertrag aufgelöst), Jurica Vranjes (Genclerbirligi, ausgeliehen), Marcelo Moreno (Wigan Athletic), Kevin Schindler (Duisburg, ausgeliehen)

Fazit: Bremen steckt in der Krise. Dass Werder deshalb allerdings nochmal richtig groß auf dem Transfermarkt zuschlägt, war nicht zu erwarten. Die wichtigsten Baustellen haben die Norddeutschen mit der Verpflichtung eines Stürmers (Wagner) und eines Linksverteidigers (Abdennour) geschlossen. Aber: Nur auf den ersten Blick. Wagner fällt wegen seines Kreuzbandrisses noch mindestens bis März aus und Abdennour ließ bislang noch nicht erkennen, dass er zur Verstärkung werden könnte. Positiv: Die Dauerreservisten Moreno, Tosic und Vranjes ist Werder los.

Zu Teil 2: Frankfurt bis Gladbach

SPOX

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