Der neue Trainer bei Hannover 96

Ist Mirko Slomka der Richtige?

Von Daniel Börlein
Mittwoch, 20.01.2010 | 15:03 Uhr
Mirko Slomka (Mitte) wurde am Dienstag als neuer Coach von Hannover 96 vorgestellt
© Getty
Advertisement
1. HNL
Fr20:00
Dinamo Zagreb -
Cibalia
International Champions Cup
Sa11:35
FC Bayern München -
AC Mailand
Premier League Asia Trophy
Sa12:00
West Bromwich -
Crystal Palace
CSL
Sa13:35
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Premier League Asia Trophy
Sa14:30
Leicester -
Liverpool
Premier League
Sa16:30
St. Petersburg -
Kasan
Club Friendlies
Sa17:00
SC Freiburg -
Feyenoord
Premier League
Sa18:30
Schachtjor Donezk -
Dynamo Kiew
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Macva
Super Cup
Sa20:30
Anderlecht -
Zulte Waregem
Serie A
Sa21:00
Vitoria -
Chapecoense
International Champions Cup
So00:05
Barcelona -
Juventus
International Champions Cup
So02:05
PSG -
Tottenham
CSL
So13:35
Shanghai Shenhua -
Beijing Guoan
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar

Nach fast zwei Jahren ist Mirko Slomka wieder zurück in der Bundesliga. Der 42-Jährige unterschrieb bei Hannover 96 einen Vertrag bis 2011 und wird Nachfolger des entlassenen Andreas Bergmann.

"Es gibt für mich eine besondere Verbundenheit zu Stadt und Verein. Ich lebe hier und mein Herz hängt an der Stadt. Diese Mannschaft ist weiter die Nummer eins in Hannover. Das muss sie bleiben. Dafür stehe ich gerade", sagte Slomka bei seiner Vorstellung.

Mit großen Erwartungen in die Saison gestartet, stürzte Hannover zuletzt nach nur zwei Punkten aus sieben Partien auf den Relegationsplatz ab. "Wir befinden uns in einer besonders kritischen Situation", sagt Präsident Martin Kind. Nun soll Slomka den totalen Absturz verhindern und die 96er vor dem Abstieg retten.

Was gab den Ausschlag für Slomka?

Slomka war keineswegs der einzige Kandidat, auch mit Hans Meyer und Marcel Koller wurden Gespräche geführt. Schließlich entschied man sich allerdings für den "logischen, fast perfekten Mann" wie Slomka in Hannoverschen Medien bezeichnet wird.

Der Grund: Slomka bietet aus 96-Sicht das beste Paket. Klub-Boss Kind und Sportdirektor Jörg Schmadtke wollten keinen expliziten Feuerwehrmann, sondern vielmehr einen Trainer, der in der Lage ist, auch über die Saison hinaus etwas zu entwickeln.

"Er hat Bundesliga-Erfahrung, eine klare Strategie, kann die Mannschaft erstmal retten und dann weiterentwickeln für die Zukunft", sagt Kind. Darüber hinaus hat Slomka eine enge Bindung zu Stadt und Klub.

Seit Jahren lebt der zweifache Familienvater im Hannoveraner Stadtteil Bothfeld, war bei 96-Heimspielen regelmäßig vor Ort und arbeitete zwischen 1989 und 1999 als Jugendtrainer sowie von 2001 bis 2004 als Co-Trainer von Ralf Rangnick bei den Roten.

Weil der neue Coach in Hannover "erstklassige Sympathiewerte" (Hannoversche Allgemeine Zeitung) hat, hofft man bei 96, dass der zuletzt geringe Zuschauerzuspruch mit Slomka wieder deutlich zulegt.

Ist Slomka der richtige Mann für Hannover 96?

Slomka hat sich in seiner gut zweijährigen Amtszeit auf Schalke, seiner ersten Cheftrainerstation in der Bundesliga, einen Namen gemacht. Als Nachfolger von Rangnick führte er die Knappen ins UEFA-Cup-Halbfinale, zur Vizemeisterschaft und in der Champions League immerhin ins Viertelfinale.

Was zudem für ihn spricht: Slomka hat sich über die Jahre zu einem echten Medienprofi entwickelt, der sich sehr gut in der Öffentlichkeit bewegt und durch seine Ausstrahlung den Druck vom Team nehmen kann.

Allerdings musste sich Slomka bislang noch nie im Abstiegskampf beweisen und hat dementsprechend keinerlei Erfahrungen, auf die er in kritischen Momenten zurückgreifen kann. Zudem ist er immerhin schon seit knapp zwei Jahren ohne Job.

Mit Köln, Hamburg und Wolfsburg stand Slomka zuletzt in Verhandlungen, den Zuschlag bekam allerdings jedes Mal ein anderer. Der Grund? Nach wie vor gilt der 42-Jährige als "der nette Herr Slomka", der in der Öffentlichkeit stets freundlich rüber kommt und seine Spieler nicht allzu hart anpackt.

Genau das hatten Hannovers Verantwortlichen zuletzt jedoch von Ex-Coach Bergmann gefordert. "Bergmann muss härter arbeiten und stärker handeln", sagte Kind kurz vor der Entlassung.

Slomka nervt sein Image indes: "Ich bin ein teamorientierter Trainer und konsequenter Mensch, der für die Spieler auch erreichbar ist. Dennoch muss man in einer Profimannschaft eiskalt handeln."

Wo setzt Slomka nun an?

Durch seine Zeit auf Schalke hat Slomka gelernt, was er als Trainer erreichen kann. Dementsprechend ambitioniert geht er seine Aufgaben an. Während seiner arbeitslosen Zeit bildete sich Slomka bei Werder Bremen, West Ham United und dem FC Arsenal weiter.

Vor allem von Arsene Wenger hat er sich viel abgeschaut: "Er strahlt eine besondere Ruhe aus und lässt sich unheimlich viel Zeit, mit der Mannschaft zu arbeiten." Dabei muss und wird Slomka zunächst ein Hauptaugenmerk auf die Defensive legen. Zuletzt kassierte Hannover elf Gegentore in drei Spielen. Schon auf Schalke war der 96-Coach darum bemüht, dass seine Mannschaft hinten sicher steht und erst dann an die Offensive denkt.

Nach wie vor ist auch die Tragödie um Robert Enke in Hannover ein Thema. Seit dem Selbstmord des Keepers gewann 96 kein Spiel mehr. Slomka dazu: "Ich kann nicht Trainer und gleichzeitig Seelsorger sein."

Gut möglich, dass er diesbezüglich deshalb auf professionelle Hilfe setzt, gilt er doch als Trainer, der sich Dingen wie sportpsychologischer Betreuung oder auch den neuesten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnissen nicht verschließt.

Wo lauern die Gefahren?

"Erfolg braucht Visionen. Zunächst einmal müssen wir aber aus der Misere herauskommen", sagt Slomka. Der neue 96-Coach muss zusehen, dass er möglichst schnell die Kurve bekommt, schließlich erwiesen sich Kind und Schmadtke zuletzt als nicht besonders geduldig.

Nicht ganz zu unterschätzen ist die Tatsache, dass Slomka gut mit dem AWD-Gründer und ehemaligen 96-Gesellschafter Carsten Maschmeyer befreundet ist, einem Mann zu dem Klub-Boss Kind ein gespaltenes Verhältnis nachgesagt wird. Einer Verpflichtung Slomkas soll Kind deshalb nach der Entlassung von Dieter Hecking nicht zugestimmt haben.

Was Slomka seinerseits kleine Sorgen bereitet: "Es ist nicht einfach, mit der Familie in der Stadt zu wohnen, in der man arbeitet. Gerade im Kindergarten oder in der Schule ist das Thema Fußball präsent."

Was ändert sich in Hannover?

Langfristig planen die 96er, sich mit Slomka wieder im gesicherten Mittelfeld der Tabelle zu etablieren. In dieser Saison geht es allerdings einzig und allein um den Klassenerhalt. Und dazu ist der Klub durchaus bereit, den Kader zu verstärken.

"Wir haben Gesprächsbereitschaft signalisiert für neue Spieler. Es war aber kein besonderer Wunsch von Mirko Slomka", so Kind. Dennoch besteht nach der Verletzung von Didier Ya Konan vor allem im Sturm Handlungsbedarf.

Die Namen Halil Altintop und Gerald Asamoah, die Slomka noch aus gemeinsamen Schalker Tagen kennt, fallen immer wieder. "Ich weiß von seinem Wunsch, nach Hannover zurückkehren zu wollen. Ich werde das Mittwoch noch mal mit Herrn Schmadtke besprechen", sagt Kind über Asamoah.

Mirko Slomka neuer Coach in Hannover

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung