Dienstag, 19.01.2010

HSV vor wichtigen Entscheidungen

Boateng vor Verlängerung - Hoffmann bastelt

Jerome Boateng wird seinen Vertrag beim Hamburger SV nun wohl doch vorzeitig verlängern. Klub-Boss Bernd Hoffmann bastelt derweil fleißig an einem "Millionen-Plan" und Bruno Labbadia bekommt einen Sportdirektor nach seinen Vorstellungen.

Jerome Boateng fehlte beim Rückrundenauftakt wegen einer Rotsperre
© Getty
Jerome Boateng fehlte beim Rückrundenauftakt wegen einer Rotsperre

Eigentlich gäbe es für den Hamburger SV in Sachen Vertragsverlängerung mit Jerome Boateng ja keine Eile, schließlich läuft der Kontrakt des Abwehrspielers noch bis 2012. Ein paar Zahlen dieses Arbeitspapiers machen den Norddeutschen allerdings seit einiger Zeit Druck.

Zum einen verdient Boateng derzeit mit rund 800.000 Euro eher mäßig im Vergleich zu anderen HSV-Leistungsträgern wie Ze Roberto, Mladen Petric oder Marcell Jansen. Zum anderen darf er den HSV für eine festgeschriebene Ablöse von zwölf Millionen Euro jederzeit vorzeitig verlassen.

Labbadia: "Habe ihm verdeutlicht, was wir vorhaben"

Zudem weist Boateng seine Qualitäten in der Bundesliga mittlerweile regelmäßig nach und ist fester Bestandteil der Nationalmannschaft. Und das mit 21 Jahren. Kein Wunder also, dass einige Klubs - darunter der FC Bayern - ob dieser Zahlen Interesse an Boateng zeigen.

Beim Interesse wird es vorerst allerdings wohl auch bleiben, denn Boateng steht nach einem Gespräch mit Bruno Labbadia plötzlich kurz vor einer Vertragsverlängerung über 2012 hinaus, inklusive der Streichung der Wechsel-Klausel.

"Ich habe Jerome verdeutlicht, was wir mit ihm vorhaben", sagte Labbadia. "In seinem Alter darf es auf ein paar Euro mehr nicht ankommen. Was seine Entwicklung betrifft, ist der HSV ideal für ihn. Hier hat er optimale Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Und ich habe den Eindruck, er sieht es genau so."

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Boateng: "Kann sein, dass es schnell geht"

Nachdem Boateng vor kurzem betont hatte, noch nicht über eine Vertragsverlängerung entscheiden zu wollen, saßen Ende letzter Woche HSV-Boss Bernd Hoffmann und Boatengs Berater Jörg Neubauer zu Verhandlungen beisammen.

"Es waren sehr gute Gespräche. Jetzt werde ich mich mit meinem Berater und anschließend dem Trainer noch mal zusammen setzen", sagt Boateng: "Natürlich hätte ich gern bald Klarheit." Und: "Kann sein, dass es schnell geht. Wenn es bis zum Frühjahr klappt, wäre das sehr gut."

Rost geht in letzte Saison

Eine Vertragsverlängerung bis 2014 zu deutlich erhöhten Bezügen (rund 2,5 Millionen Euro) scheint nur noch Formsache. "Wir erwarten, dass wir das hinkriegen", so Labbadia, der zudem erklärte, dass Keeper Frank Rost im Sommer in seine letzte Saison beim HSV gehen wird.

"Wir wissen, dass wir in eineinhalb Jahren einen Torwart brauchen. Die Scouts müssen schon jetzt gucken, wo dann der beste Mann für den HSV ist", so Labbadia.

Hoffmann bastelt am "Millionen-Plan"

An den nötigen finanziellen Mitteln für künftige Neuverpflichtungen arbeitet derzeit der Klub-Boss. "Hoffmanns Millionen-Plan", titelt die "Hamburger Morgenpost" über die Planungen des 46-Jährigen, dem HSV neues Geld zu beschaffen.

Demnach will Hoffmann im Projekt "Anstoß" private Investoren dazu bewegen, in einen Fonds einzuzahlen und in neue Spieler zu investieren, um dann von etwaigen Transfererlösen zu profitieren. "Es geht darum, Mittel zu generieren, um handlungsfähig zu sein. Wenn es intelligente Modelle gibt, sind wir dafür offen", so Hoffmann, der zudem überlegt, den Vertrag mit Vermarkter Sportfive vorzeitig zu verlängern und dadurch weitere Millionen zur Verfügung gestellt zu bekommen.

Sportchef muss zu Coach passen

Parallel zur wirtschaftlichen Zukunft des HSV plant Hoffmann auch die sportliche. Nach wie vor suchen die Norddeutschen einen Sportdirektor, der nun allerdings ganz an den Vorstellungen von Coach Labbadia orientiert werden soll.

"Der Trainer muss die Richtung vorgeben", sagt Labbadia und wird dabei von Aufsichtsratschef Horst Becker unterstützt: "Unabhängig von der Kompetenzverteilung ist es wichtig, dass der neue Sportchef zum Trainer passt."

Hoffmann dazu: "Der Verein sollte eine übergeordnete sportliche Philosophie haben, die idealerweise mit der Spielauffassung des Trainers zusammenpasst. Oder in unserem Fall gemeinsam mit dem Trainer entwickelt wird."

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