FC Bayern: Sechster Sieg in Folge

Willkommen im nächsten Level

Von Daniel Börlein
Samstag, 23.01.2010 | 22:19 Uhr
Arjen Robben (l.) auf dem Weg zu seinem gestürzten Trainer Louis van Gaal
© Getty
Advertisement
1. HNL
Fr20:00
Dinamo Zagreb -
Cibalia
International Champions Cup
Sa11:35
FC Bayern München -
AC Mailand
Premier League Asia Trophy
Sa12:00
West Bromwich -
Crystal Palace
CSL
Sa13:35
Shanghai SIPG -
Guangzhou Evergrande
Premier League Asia Trophy
Sa14:30
Leicester -
Liverpool
Premier League
Sa16:30
St. Petersburg -
Kasan
Club Friendlies
Sa17:00
SC Freiburg -
Feyenoord
Premier League
Sa18:30
Schachtjor Donezk -
Dynamo Kiew
Super Liga
Sa19:00
Partizan -
Macva
Super Cup
Sa20:30
Anderlecht -
Zulte Waregem
Serie A
Sa21:00
Vitoria -
Chapecoense
International Champions Cup
So00:05
Barcelona -
Juventus
International Champions Cup
So02:05
PSG -
Tottenham
CSL
So13:35
Shanghai Shenhua -
Beijing Guoan
Superliga
So18:00
Midtjylland -
Silkeborg
Super Liga
So19:00
Roter Stern -
Radnicki
Serie A
So21:00
Fluminense -
Corinthians
International Champions Cup
So23:05
Real Madrid -
Man United
Serie A
Mo00:00
Atletico Mineiro -
Vasco Da Gama
International Champions Cup
Mo14:05
Inter Mailand -
Lyon
International Champions Cup
Di13:35
Chelsea -
FC Bayern München
Club Friendlies
Di19:00
Hannover 96 -
Wolfsberger AC
Copa Sudamericana
Mi00:15
Chapecoense -
Defensa y Justicia
International Champions Cup
Mi02:05
Tottenham -
AS Rom
International Champions Cup
Do01:30
Barcelona -
Man United
Copa do Brasil
Do02:45
Cruzeiro -
Palmeiras
International Champions Cup
Do03:05
PSG -
Juventus
International Champions Cup
Do05:35
Man City -
Real Madrid
International Champions Cup
Do13:35
FC Bayern München -
Inter Mailand
Copa Sudamericana
Fr00:15
Arsenal -
Sport Recife
Copa do Brasil
Fr02:45
Paranaense -
Gremio
First Division A
Fr20:30
Antwerpen -
Anderlecht
J1 League
Sa12:00
Gamba Osaka -
Cerezo Osaka
J1 League
Sa12:00
Kobe -
Omiya
International Champions Cup
Sa13:35
Chelsea -
Inter Mailand
Emirates Cup
Sa15:00
Leipzig -
Sevilla
Club Friendlies
Sa15:30
SV Werder Bremen -
West Ham
Emirates Cup
Sa17:20
Arsenal -
Benfica
First Division A
Sa18:00
Lokeren -
Brügge
Serie A
So00:00
Palmeiras -
Avai
International Champions Cup
So00:05
Man City -
Tottenham
International Champions Cup
So02:05
Real Madrid -
Barcelona
CSL
So13:35
Shandong Luneng -
Shanghai SIPG
First Division A
So14:30
Mechelen -
Lüttich
Emirates Cup
So15:00
Leipzig -
Benfica
Emirates Cup
So17:20
Arsenal -
Sevilla
First Division A
So18:00
St. Truiden -
Gent
Superliga
So18:00
Brondby -
Lyngby
Serie A
So21:00
Corinthians -
Flamengo
International Champions Cup
So22:05
AS Rom -
Juventus
Club Friendlies
So22:30
Bayer Leverkusen -
Lazio Rom
Serie A
Mo00:00
Gremio -
Santos
Premier League
Mo18:30
Spartak Moskau -
Krasnodar
Club Friendlies
Mi19:00
Villarreal -
Real Saragossa
Copa Sudamericana
Do00:15
LDU Quito -
Club Bolívar

Der FC Bayern München war für Werder Bremen am 19. Spieltag mindestens eine Nummer zu groß. Die Mannschaft von Trainer Louis van Gaal spielt mittlerweile so, wie sich der Niederländer das vorstellt. Selbst Philipp Lahm funktioniert endlich. Bei Werder macht sich derweil Klaus Allofs große Sorgen.

Rivaldo hätte der Anblick bestimmt gut gefallen. Auch Hristo Stoitschkow wäre in diesem Moment sicher gerne Augenzeuge gewesen. Die beiden ehemaligen Superstars spielten einst beim FC Barcelona unter Trainer Louis van Gaal, kamen mit dem Niederländer allerdings überhaupt nicht zurecht und hätten ihn deshalb nur zu gern mal auf die Nase fallen sehen.

Im Bremer Weserstadion war es nach 78 Minuten soweit. Van Gaal taumelte wie ein angeknockter Boxer durch seine Coaching Zone, stürzte darnieder und lag schließlich rücklings auf dem Boden. Eine Szene, die einer gewissen Komik nicht entbehrte, eine Szene allerdings ohne jeglichen Symbolcharakter.

Denn: Bayern hatte soeben das 3:2 in Bremen erzielt und van Gaal war gut gelaunt auf der Flucht vor Torschütze Arjen Robben, der im Höchsttempo auf ihn zusteuerte. Warum? Der Linksfuß wollte sich bei seinem Trainer bedanken. Van Gaal hatte seinen Landsmann in der Halbzeit anstelle von Holger Badstuber zum Standardschützen befördert, und Robben nutzte prompt einen Freistoß zum Siegtreffer für den Rekordmeister.

Sechster Sieg in Folge

Alles richtig gemacht, Louis van Gaal! Überhaupt macht der 58-Jährige derzeit ziemlich viel richtig. In Bremen gelang den Münchnern der sechste Liga-Erfolg in Serie und - zumindest zwischenzeitlich - der Sprung an die Tabellenspitze.

Die Bayern sind mittlerweile gefestigt, auch die beiden Werder-Treffer änderten nichts am selbstbewussten Auftreten der Münchner. Während Siege in der Hinrunde häufig nur aufgrund der individuellen Klasse einzelner Akteure eingefahren wurden, gewinnt man Spiele nun dank der Überlegenheit des Systems van Gaal. Keine Frage, der FC Bayern ist im nächsten Level der Ära van Gaal angekommen.

Die Ideen des Niederländers werden immer regelmäßiger und weniger zufällig umgesetzt. Wegen der hoch stehenden Viererkette der Bremer hatte van Gaal seine Mannen angehalten, den Ball immer wieder schnell in die Tiefe zu passen, denn "Bremen spielt mit viel Risiko", so der Bayern-Coach.

Automatismen greifen

Und seine Spieler taten, wie ihnen befohlen. Mario Gomez band als Stoßstürmer vor allem in Halbzeit eins meist beide Innenverteidiger im Zentrum. Ivica Olic, Thomas Müller und Robben kamen hingegen meist mit Tempo aus der zweiten Reihe und sprinteten in die Bälle, die Mark van Bommel und der erneut starke Bastian Schweinsteiger fast schon automatisiert in die Gasse legten.

So tauchten Olic und Robben bereits in den ersten fünf Minuten zweimal frei vor Werder-Keeper Tim Wiese auf. Weil Bremen nicht in der Lage war, darauf zu reagieren, trugen die Bayern ihre Angriffe über die gesamten 90 Minuten immer wieder nach diesem Muster vor.

"Heute hätten wir vielleicht zehn Tore machen können", so Robben. "Mir hat gut gefallen, dass wir heute sehr angriffslustig waren. Leider haben wir unsere Chancen aber nicht konsequent genutzt. Es ist unglaublich, dass wir nur 3:2 gewonnen haben. Der Sieg müsste viel höher ausfallen", sagte van Gaal, gab aber zu: "Ich bin heute ein sehr glücklicher Trainer."

Lahm funktioniert endlich

Wohl auch, weil Philipp Lahm endlich funktioniert. Der Nationalspieler machte zwar kein ausgesprochen gutes Spiel, verdeutlichte allerdings erstmals, warum ihn sein Trainer ausschließlich als Rechtsverteidiger einsetzt.

Van Gaal will, dass seine Außenverteidiger mit nach vorne marschieren und den Ball dann mit ihrem starken Fuß druckvoll und aus dem Lauf vors Tor ziehen können. Beim 2:1 durch Olic klappte dies perfekt. Ohnehin war der Spielzug Robben rückt ein, Lahm hinterläuft und bekommt den Steilpass Richtung Grundlinie ein häufig gewähltes Mittel im Bayern-Repertoire.

"Wenn wir weiter Woche für Woche so spielen, wird der Druck für unsere Konkurrenten immer größer", sagte Keeper Michael Rensing, der zur Pause für den durch einen Magen-Darm-Infekt gehandicapten Jörg Butt eingewechselt wurde.

Wohin mit Ribery?

Ohne Frage: In dieser Verfassung ist Bayern die stärkste Mannschaft der Liga. Zudem soll der zuletzt verletzte Franck Ribery schon bald in die Startelf zurückkehren. Der Franzose wurde in Bremen 20 Minuten vor dem Ende eingewechselt und kam zu seinem ersten Einsatz seit Anfang Oktober.

Doch wohin mit Ribery, wenn er wieder komplett fit ist? Angesichts der momentanen Verfassung der Offensivabteilung um Robben, Müller, Olic und Gomez wäre es eigentlich fast fahrlässig, einen davon aus dem Team zu nehmen.

Allofs: "Wir müssen in den internationalen Wettbewerb"

Während die Bayern vor einem Luxusproblem stehen, hat Werder derzeit ganz andere Sorgen. Gegen den Rekordmeister kassierte das Team von Trainer Thomas Schaaf bereits die vierte Niederlage in Folge. Der einstige Titelkandidat ist binnen weniger Wochen auf Platz sechs abgestürzt und hat nun schon sechs Zähler Rückstand auf Rang fünf.

"Wir müssen in den internationalen Wettbewerb, dafür ist die Mannschaft ausgerichtet und wir können das auch, aber jetzt sind wir erst mal ein ganzes Stück weit weg und müssen uns keine Gedanken über Champions League und Meisterschaft machen", sagte Manager Klaus Allofs.

Sich frühzeitig von allen internationalen Träumen verabschieden zu müssen, könnte für Werder fatale Folgen haben, hätte man dadurch im Poker um Mesut Özil und Aaron Hunt doch ein gewichtiges Argument weniger. Allofs fordert deshalb: "Wir müssen jetzt langsam eine Serie starten."

Analyse: Robben Star des Spiels, Borowski die Gurke

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung