Kölns Physiotherapeut Dieter Trzolek im Interview

"Und wenn ich Kuhscheiße draufschmiere..."

Von Interview: Jochen Tittmar
Montag, 04.01.2010 | 16:00 Uhr
Dieter Trzolek mit seinem berühtem Pendel und einem Bild von Andrij Woronin
© Imago
Advertisement
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers - Celtic: Das 409. Old Firm steht an!
League Cup
Live
Burnley -
Leeds
Serie A
Live
Bologna -
Inter Mailand
League Cup
Live
Leicester -
Liverpool
League Cup
Live
Reading -
Swansea
Primera División
Live
Barcelona -
Eibar
Copa Sudamericana
Estudiantes -
Nacional
Super Liga
Borac -
Roter Stern
Serie A
Benevento -
AS Rom
Primera División
Bilbao -
Atletico Madrid
Primera División
Leganes -
Girona
League Cup
Arsenal -
Doncaster
League Cup
Chelsea -
Nottingham
Serie A
Atalanta -
Crotone
Serie A
Cagliari -
Sassuolo
Serie A
Genua -
Chievo Verona
Serie A
Hellas Verona -
Sampdoria
Serie A
Juventus -
Florenz
Serie A
Lazio -
Neapel
Serie A
AC Mailand -
SPAL
Serie A
Udinese -
FC Turin
League Cup
Man United -
Burton
Primera División
La Coruna -
Alaves
League Cup
West Bromwich -
Man City
Primera División
Sevilla -
Las Palmas
Primera División
Real Madrid -
Real Betis
Copa Sudamericana
Flamengo -
Chapecoense
Copa Libertadores
Santos -
Barcelona SC
Copa Libertadores
Gremio -
Botafogo
Primera División
Villarreal -
Espanyol
Primera División
Celta Vigo -
Getafe
Primera División
Levante -
Real Sociedad
Copa Libertadores
River Plate -
Jorge Wilstermann
Copa Libertadores
Lanus -
San Lorenzo
Ligue 1
Nizza -
Angers
Ligue 1
Lille -
Monaco
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avaí
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheff Wed -
Sheff Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
Saint-Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Club Brugge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk -
Lokomotiva
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Lyon
Ligue 1
Nizza -
Marseille

Die "Schattenmänner" der Bundesliga - von Montag bis Freitag lässt SPOX fünf Männer zu Wort kommen, die etwas weniger im öffentlichen Fokus der Bundesligavereine stehen. Heute: Dieter Trzolek, Physiotherapeut des 1. FC Köln.

Dieter Trzolek ist ein Urgestein der Bundesliga - und das als Pyhsiotherapeut. Der 62-Jährige ist bekannt für seine ungewöhnlichen Methoden. Im Interview spricht Tscholli über seinen Wechsel nach Köln, die Schweinegrippe und den Schotten Paulo Sergio.

SPOX: Sie haben im Sommer 2008 nach 32 Jahren die Rheinseite gewechselt und sind von Leverkusen nach Köln gewechselt. Wieso das denn?

Dieter Trzolek: Das frage ich mich auch (lacht). Ich habe von Christoph Daum und Michael Meier einen Anruf bekommen. Die wollten wissen, ob ich mir das vorstellen kann. Ich habe gesagt: Vorstellen kann ich mir alles. Dann haben wir das zusammen immer weiter gesponnen, bis ich mir dachte: Warum eigentlich nicht?

SPOX: Sie haben doch sicherlich davor auch schon einige Angebote gehabt. Wieso also ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt?

Trzolek: Es ist ja nicht einfach, nach 32 Jahren zu wechseln. Da sitzt man eigentlich seine drei, vier Jahre ab bis man 65 ist und hört dann auf. Aber irgendwie war das für mich ein Kick und ich dachte: Jetzt versuchst du es einfach mal.

SPOX: Wie lief denn der Abschied in Leverkusen ab? Da dürfte es ja reichlich Tränen und Geschenke geregnet haben.

Trzolek: Ja, da war alles mit dabei. Das war nicht ganz einfach, das muss ich ehrlich zugeben. Das habe ich mir einfacher vorgestellt. Ich habe viele Freunde zurückgelassen.

SPOX: Kaum in Köln angekommen, hatten Sie gleich einen wichtigen Einsatz, als Ümit Özat in Karlsruhe kollabierte. Wie war das aus Ihrer Sicht?

Trzolek: Das Wichtigste war, die Ruhe und Übersicht zu behalten. Hektik ist da fehl am Platz. Es gab auch direkt Unterstützung von FC-Mannschaftsarzt Dr. Kleine und einem Notarzt. Auf einen solchen Vorfall muss man vorbereitet sein. So etwas kann auch im Training passieren. Deshalb stehen bei uns immer Defibrillatoren auf dem Trainingsplatz.

SPOX: Die Schweinegrippe ist in ganz Deutschland ein Thema. Beim FC hatte sich Christopher Schorch angesteckt. Wie ist denn Ihre Meinung zu dieser Epidemie?

Trzolek: Diese ganze Problematik wird meiner Ansicht nach etwas hochgespielt. Ich habe jedem Spieler eine Schachtel Cystus 052 gegeben. Das sind Lutschtabletten. Die wirken gegen das H1N1-Virus und müssen prophylaktisch eingenommen werden.

SPOX: In Köln wird also gelutscht statt geimpft?

Trzolek: Wir haben das jedem freigestellt. Aus der gesamten Mannschaft hat sich nur einer impfen lassen. Die anderen lutschen ihr Cystus 052. Das hoffe ich jedenfalls.

SPOX: Können Sie den Menschen, die nicht wissen, ob sie sich impfen lassen sollen oder nicht, einen Ratschlag geben?

Trzolek: Man sollte auf jeden Fall die Hände desinfizieren und die Lutschtabletten nehmen. Die sind relativ preiswert und schmecken nicht schlecht. Das sollte man zumindest unternehmen, wenn man Angst vor Nebenwirkungen bei der Impfung hat.

SPOX: Lutschtabletten also. Es ist nicht lange her, da haben sich einige Spieler im Internet über Ihre Methoden lustig gemacht...

Trzolek: Das sind junge Spieler, die den Ball gerade einmal geradeaus schießen können. Ich zwinge keinen zu irgendetwas. In Leverkusen war ich 32 Jahre damit erfolgreich. Wer meint, er muss sich darüber lächerlich machen, der soll das ruhig tun.

SPOX: Sind Sie davon nicht etwas enttäuscht?

Trzolek: Wenn sich ein 20-jähriger Spieler darüber lustig macht, kann ich nur drüber lachen. Das ist für mich ein Zeichen von Dummheit.

SPOX: Wie hat sich denn generell das Feedback der Spieler über die Jahre gewandelt?

Trzolek: Die Spieler sind heutzutage alle aufgeklärt. Die kommen zu mir quasi mit der Diagnose in der Tasche in den Raum, weil sie gelesen haben, wenn es hier und dort zieht, dann muss es dies oder jenes sein. Was allerdings auffällt: Die Spieler sind der Naturheilmedizin mehr zugewandt als früher. Da hat man ja noch alles verhöhnt.

SPOX: Früher wurde also mehr auf die Schulmedizin gesetzt?

Trzolek: Klar, man wusste ja von der Naturheilmedizin noch sehr wenig. Wenn ich einem Spieler vorgeschlagen habe, einen Weißkohlwickel um sein dickes Knie zu machen, dann sagte der: 'Willst du mich verarschen?'.

SPOX: Und was sagt man heute?

Trzolek: Das ist egal, man muss die Leute einfach überzeugen. Ich habe das mal bei einem Spieler gemacht, der dann am nächsten Tag ankam und voller Verwunderung sagte: 'Tscholli, schau dir das mal an. Der Kohl war grün, jetzt ist er braun und mein Knie ist ganz dünn.'.

SPOX: Aber ganz ohne Chemie geht es doch auch nicht.

Trzolek: Richtig, man muss schon auch mal 'ne Keule geben. Man kommt nicht immer mit dem Natürlichen aus. Aber es sollte der erste Versuch sein. Wenn das nicht anschlägt, kann ich immer noch zur Chemie greifen.

SPOX: Lutschtabletten, Weißkohl, Chemie - wie sieht ein durchschnittlicher Tag im Leben von Dieter Trzolek aus?

Trzolek: Ich stehe morgens um fünf Uhr auf und gehe um sechs Uhr in meine Praxis. Um sieben Uhr frühstücke ich und fahre anschließend nach Köln. An manchen Tagen bin ich noch an der Fortbildungsakademie in Köln. Da wird der Nachwuchs ausgebildet.

SPOX: Unterscheidet sich die Arbeit am Spieltag von der Arbeit während der Trainingswoche?

Trzolek: Nein. Das ist im Grunde immer gleich. Die Spieler kommen mal vor und mal nach dem Training zu mir. Das hängt auch davon ab, ob einer verletzt ist, nur ein Wehwehchen hat oder einfach nur quatschen will.

SPOX: Blutegeltherapie gegen Blutergüsse, erhitztes Murmeltierfett gegen Entzündungen - ihre Methoden sind mittlerweile legendär. Wie sind Sie denn auf all das gekommen?

Trzolek: Ich bin gelernter Krankenpfleger und lange in der Medizin tätig. Mich haben schon immer Leute fasziniert, die beispielsweise Warzen besprochen haben. Da wurde ich zunehmend neugieriger und habe meine eigene Ausbildung immer weiter vertieft. Zudem habe ich mit der Zeit einen großen Bekanntenkreis auf diesem Gebiet aufgebaut. Und zu den Methoden: Man muss sich ja fragen, was die Leute früher gemacht haben, als es noch kein Penicillin gab. Die haben nämlich viel Weißkohl gegessen, weil es entzündungshemmend ist. Selbst wenn ich einem irgendwo Kuhscheiße draufschmiere und es hilft, dann passt es doch. Ich handle schon immer nach dem Motto: Lieber unwissenschaftlich gesund als wissenschaftlich krank.

SPOX: Aber Sie können sicherlich verstehen, dass diese Methoden oft Skepsis hervorrufen?

Trzolek: Ich kann nur jedem raten, es auszuprobieren. Erst danach kann man urteilen. Zu mir hat noch keiner gesagt, dass das, was ich tue, scheiße ist. Es gibt eben solche Schlaumeier, die von vornherein alles ablehnen. Besonders wenn sie in einer Gruppe sind. Sobald sie alleine sind, kommen sie an und fragen, ob ich nicht mal nach ihnen gucken kann. 'Aber sag das nicht den anderen' heißt es dann.

SPOX: Was hat es denn mit dem Pendel auf sich, mit dem Sie bereits Siege und Torschützen vorhergesagt haben?

Trzolek: Ich setze es überwiegend dann ein, wenn man etwas verabreicht und die Dosierung feststellen will. Ein Arzt empfiehlt ja einem 80 Kilogramm schweren Mann die gleiche Dosis wie einem, der 60 Kilogramm wiegt. So etwas kann man mit Hilfe des Pendels besser bestimmen. Man kann auch Allergien auspendeln. Es gibt dazu Vordrucke, die man mit der Hand berührt und dann das Pendel schwingen lässt.

SPOX: Und wie wird ein Torschütze mit dem Pendel bestimmt?

Trzolek: Ich habe das ja immer mit Andrij Woronin anhand einer Autogrammkarte gemacht. Da habe ich die Energie ausgependelt. Ich habe auch schon unseren Sieg in Bochum im Vorjahr in der Bild-Zeitung angekündigt.

SPOX: Sie waren in Ihrer Karriere nicht nur in Bochum, sondern haben über 1000 Fußballspiele gesehen. Welches war das schönste und welches das schlimmste Spiel?

Trzolek: Das Schönste war der UEFA-Cup-Sieg 1988 mit Bayer Leverkusen. Das Schlimmste, als wir 2000 mit Bayer die Meisterschaft in Unterhaching verspielt haben.

SPOX: Wo steht das schönste Stadion?

Trzolek: In Dortmund. Da ist Stimmung, da kocht die Seele. Das kennt man in Leverkusen nicht.

SPOX: In all der Zeit haben sich sicherlich einige amüsante Geschichten angesammelt. Was ist Ihre Lieblingsanekdote?

Trzolek: Das ist schwer. Mit den ganzen Geschichten könnte ich ein Buch schreiben. Ich habe zum Beispiel mal Paulo Sergio im Trainingslager die Haare geschnitten. Das war so ein Schotte, der hatte nie Geld in den Taschen. Die Spieler haben ihm erzählt, dass ich früher Friseur war. Ich hatte einen alten elektrischen Rasierer dabei, aber das Haar der Brasilianer ist dermaßen hart, dass das Ding plötzlich kaputt ging. Paulo dachte, das wäre Absicht gewesen. Der ist dann nur noch mit Mütze herumgerannt. Sogar seine Frau hat mit mir geschimpft.

News und Informationen zum 1. FC Köln

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung