Mittwoch, 20.01.2010

7 Klubs - 7 Brennpunkte

Geht Soldo beim Meister Risiko?

Köln braucht Tempo im Mittelfeld. In Wolfsburg gibt's ein neues Sorgenkind, in Bremen hat die Krise ein Gesicht. Gladbach hat zwei heiße Youngster. Und: Wie löst Magath eigentlich seine Verletzungsprobleme? Das alles und mehr in Inside Bundesliga - für alle Fans und Manager-Spieler.

Verdrängt Fabrice Ehret (unten) beim 1. FC Köln einen der beiden Portugiesen auf die Bank?
© Imago
Verdrängt Fabrice Ehret (unten) beim 1. FC Köln einen der beiden Portugiesen auf die Bank?

FC Schalke 04: Neben den Neuzugängen Peer Kluge (Knöchelverletzung) und Alexander Baumjohann (Fingerbruch) muss Felix Magath in den nächsten Wochen auch auf Heiko Westermann (Außenmeniskus) und Lewis Holtby (Muskelfaserriss) verzichten. Für Westermann wird Benedikt Höwedes in Bochum neben Marcelo Bordon verteidigen. Da auch Carlos Zambrano (Adduktorenprobleme) angeschlagen ist, muss Rafinha hinten rechts ran. Der Brasilianer hatte zuletzt auch im Mittelfeld überzeugt. Dort könnten für Rafinha und Kluge Joel Matip und Christoph Moritz beginnen. Auswärts lässt Magath gerne mit Doppelsechs spielen, Kevin Kuranyi als einziger Spitze, einem kreativen Spieler dahinter (wahrscheinlich Ivan Rakitic) und Jefferson Farfan am rechten Flügel. Für die zweite Spitze Edu könnte ein schneller Mann auf links zum Einsatz kommen. Da Holtby ausfällt, wäre Vicente Sanchez eine Option.

1. FC Köln: Die Fakten: 21 Heimgegentore hat Kölns nächster Gegner Wolfsburg nach neun Spielen zu Hause schon kassiert. Selbst die Hertha steht da mit 16 Gegentoren noch verhältnismäßig toll da. Die Erkenntnis: Keine andere Mannschaft der Liga ist derart anfällig für Konter. Auch bei Defensiv-Standards sieht es nicht besser aus. Die (Kölner) Hoffnung: Coach Zvonimir Soldo gibt sich einen Ruck, sprengt das langsamste Mittelfeld der Lage und bringt gegen den Meister Fabrice Ehret von Beginn an. Die Portugal-Combo Petit und Maniche im Verbund mit deren Aufpasser Kevin Pezzoni hat auch gegen Dortmund enttäuscht. Die Standards waren zum großen Teil harmlos. Erst mit Ehrets Einwechslung ging die Post ab. Ehret ist einer der schnellsten Spieler der Liga und damit als veritable Waffe gegen die löchrige Wolfsburger Deckung nahezu prädestiniert. Zudem sind seine Ecken auch durchaus gefährlich. Auch als hängende Spitze könnte der Franzose auflaufen, da Lukas Podolski wegen seiner Rückenprobleme fast sicher ausfallen wird. Das große Fragezeichen: Reicht Ehrets Kraft schon wieder für mehr als 60 oder 70 Minuten?

FSV Mainz 05: Weil Bielefeld den Transfers von Jan Simak finanziell nicht stemmen konnte, drohte dem Tschechen in Stuttgart eine weitere Halbserie auf Bank und Tribüne. Am Dienstag wechselte Simak nun nach Mainz. "Er kann uns sofort weiterhelfen", sagt Coach Thomas Tuchel und meint damit: Simak könnte bereits gegen Hannover in der Startelf stehen. In der offensiven Dreierreihe ist der 31-Jährige auf allen Positionen einsetzbar. Auf rechts ist Tim Hoogland gesetzt. Bleibt noch der Platz im Zentrum oder auf links, wo gegen Leverkusen Jahmir Hyka enttäuschte. Der Albaner wird wohl für Simak weichen müssen. Doch auch Andreas Ivanschitz sollte die Simak-Verpflichtung als Warnsignal verstehen, schließlich baute der Österreicher nach starkem Saisonstart zuletzt deutlich ab.

Werder Bremen: Drei Spiele hat Bremen jetzt in Folge verloren, schon zehn Punkte Rückstand auf die Spitze. Werder hat ein ausgewachsenes Tief befallen, als dessen Grundübel sehr gerne und oft der Vertragspoker von Mesut Özil samt Berater hergenommen wird. Aber die Bremer Krise hat auch noch ein zweites, unfreiwilliges Gesicht: Philipp Bargfrede. Seit der Youngster wegen eines Knochenödems im linken Knie ausfällt, hat Bremen kein Spiel mehr gewonnen. Die nackten Zahlen: Mit Bargfrede holte Werder 26 Punkte aus 13 Spielen, ohne den 20-Jährigen gab es einen Punkt aus vier Spielen. Die Dynamik und Wucht Bargfredes geht Werder im defensiven Mittelfeld ab. Sie bildete zusammen mit dem ebenfalls robusten Torsten Frings die ausgewogene Balance zu den Künstlern Özil, Aaron Hunt und Marko Marin. Bargfredes Stellvertreter Daniel Jensen oder Tim Borowski enttäuschten bisher. Das Problem: Bargfredes Rückkehr wird noch einige Zeit auf sich warten lassen. Erst Anfang oder Mitte Februar wird er im Mannschaftstraining zurückerwartet.

VfL Wolfsburg: Die Wölfe starteten in die Rückrunde, wie sich die Wölfe in der Vorrunde häufig präsentiert hatten: richtig schwach. Unverändert trat auch Marcel Schäfer bei der 1:3-Niederlage in Stuttgart auf. Einmal mehr stand der Nationalspieler völlig neben sich und verschuldete zwei Gegentore. Von Coach Armin Veh wurde er deshalb frühzeitig ausgewechselt und zudem öffentlich gerüffelt. Gut möglich daher, dass Veh im wichtigen Spiel gegen Köln komplett auf Schäfer verzichtet und Fabian Johnson bringt. Zudem nicht unwahrscheinlich: Thomas Kahlenberg ersetzt Makoto Hasebe im rechten Mittelfeld.

SC Freiburg: Ömer Toprak galt schon vor seinem ersten Bundesliga-Spiel als eines der größten Innenverteidiger-Talente des Landes. Aufgrund seines schweren Kartunfalls im Sommer konnte der 20-Jährige seine Qualitäten allerdings nicht unter Beweis stellen. In Hamburg absolvierte Toprak nun seine ersten 25 Bundesliga-Minuten und deutete an, was er drauf hat. "Mit ihm war im Spielaufbau gleich eine ganz andere Kultur drin", sagte Coach Robin Dutt. Gegen Stuttgart wird Toprak nun wohl in der Startelf debütieren. Weil Felix Bastians für Toprak wieder aus dem Zentrum auf die linke Seite wechselt, muss Du-Ri Cha wohl auf die Bank. Der Koreaner hat seinen Platz an Jackson Mendy verloren.

Borussia Mönchengladbach: Der Rückrundenauftakt ging mit der 1:2-Heimpleite gegen Abstiegskandidat Bochum komplett in die Hose. Einziger Lichtblick: Die beiden Youngster Fabian Bäcker und Patrick Herrmann. Bäcker erzielte bei seinem Bundesliga-Debüt seinen ersten Treffer, den Herrmann bei seinem ersten Profi-Einsatz vorbereitete. Seine Chance überhaupt nicht nutzen konnte dagegen Moses Lamidi. In Berlin darf der 22-Jährige dennoch wieder von Beginn an ran - trotz Bäcker, trotz Herrmann und obwohl mit Oliver Neuville und Roberto Colautti zwei weitere Alternativen nach ihren Verletzungen wieder einsetzbar sind.

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