Alternative Liste - Spieltag 18

Als Rolfes ein "E" kaufte...

Von Stefan Moser
Montag, 18.01.2010 | 19:09 Uhr
Als Kind war Simon Rolfes einen Sommer lang schwer in Maren Gilzer verliebt
© Getty
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Weil das alte Jahr am Schluss doch ziemlich im Eimer war, haben wir jetzt endlich ein neues. Und mit ihm die Chance auf einen Neuanfang. Den Du, Bundesliga, freilich mal wieder ordentlich vergeigt hast! Auch 2010 schickst Du uns nur wieder die Stammgäste vorbei: Lehmanns gute Vorsätze, Beckenbauers Genie und der Kuranyi der Woche - in der Alternativen Liste des 18. Spieltags.

1. Statistik für Anfänger: Nun ist Breno also Mittelfranke und gab am Sonntag sein Debüt für Nürnberg. Lief gut, die Frisur hielt, niemand wurde ernsthaft verletzt, und Breno verbrannte nebenher direkt am Arbeitsplatz auch gleich noch ein paar zusätzliche Kalorien. Außerdem behauptete hinterher auch keiner, der Brasilianer sei der beste Abwehrspieler wo gibt in seiner Altersklasse. Auch nicht Uli Hoeneß. Aber. Aaaaaaber: Zu den vielen Dingen, die der 20-Jährige noch lernen müsste, gehört eben auch: mal ein Bundesliga-Spiel gewinnen. Zum vierten Mal stand Breno nämlich nun in einer hiesigen Startelf - und zum vierten Mal kassierte er eine Niederlage. Erste Hochrechnungen ergaben deshalb wie immer: Der Club ist ein Depp!

2. Launen der Natur: Weil sich Gladbachs Dante Alighieri nicht mit Bochums Paul Freier auf die Vorfahrtsregeln im Luftkampf verständigen konnte, floss erwartungsgemäß Blut. Und zwar bei beiden. Aus ihren Sturköpfen. Weshalb auch beide jeweils mit einem schicken Turban ausstaffiert wurden. Gleiches Problem, gleiche Lösung - aber völlig unterschiedliche Resultate. Denn während Dante fortan ziemlich smooth wie eine Kreuzung aus Jimi Hendrix und John McEnroe aussah, sah Paul Freier irgendwie immer noch aus wie, nun ja, Paul Freier eben.

3. Schlechtes Timing: Der Kuranyi der Woche geht an diesem Spieltag an die verbale Fummeltrine Fritz von Thurn und Taxis! Der irgendwie-kultige Kommentator war nämlich gerade dabei, einen Stürmer in die Tonne zu quasseln ("spielt schlecht, bemüht sich auch gar nicht"), als ihm just jener Stürmer ins Wort fiel und den Siegtreffer gegen Nürnberg erzielte. Das war natürlich dumm gelaufen, zumal der Stürmer auch noch wie hieß? Logisch. Kevin Kuranyi.

4. Prophylaxe: Damit der Kevin aber jetzt nicht abhebt, bekommt er von uns sofort noch den Lell der Woche reingewürgt. Denn: Kurz nach dem Spiel gab Kuranyi in der "FAZ" ein großes Interview.

Er sagt darin nichts Interessantes, behauptet aber immerhin: "Ich bin jetzt in einem Alter, wo der Haarschnitt nebensächlich geworden ist." Wow. Unsere Lieblingsantwort aber gibt er auf die Frage, ob die Wechselgerüchte seinen Hinterkopf belasteten. Darauf Kuranyi ziemlich offen: "Ich habe nichts im Hinterkopf."

5. Apropos: "Möglichst geräuschlos" wolle er da nun durchkommen, sagte Jens Lehmann am Samstag, und meinte damit sein letztes Semester als Bundesliga-Torwart. Dann ging er auf die Tribüne, setzte sich neben Hansi Flick und kaute ihm stundenlang ein Ohr ab. Und der war sichtlich genervt. Das vertikale Spiel wollte er in Stuttgart studieren. Oder zur allergrößten Not vielleicht auch noch das horizontale Gewerbe. Aber doch wirklich nicht die ollen Kamellen von Klatschmamsell Lehmann! Von wegen geräuschlos! Der Bundeshansi war richtig, hüstel, angepisst...

6. Und apropos Lehmann: Seit Anbeginn der Zeit wünscht sich die AL ein Kind von Franz Beckenbauer, und seit Anbeginn der Zeit fragen unkundige Leser: "Warum?" Als Antwort ein frischer O-Ton vom Kaiser, unzensiert und ungeschnitten, in seiner ganzen Reinheit und dadaistischen Pracht: "Man sagt ja nicht umsonst, Linksaußen und Torhüter haben einen Vogel. Und das stimmt. Ich kenn keinen normalen Torhüter. Der muss ein bisschen verrückt sein. Anders geht es nicht. Er ist auch anders als die Feldspieler. Der Feldspieler spielt den Ball mit dem Fuß - der Torhüter darf ihn in die Hand nehmen. Da sind schon Unterschiede da. Bei einem Bundesligaspiel ist das nicht so sichtbar. Aber der Torhüter muss sich jeden Tag den Stürmern stellen und das Training ist das Entscheidende. Der bekommt täglich 300 Bälle aufs Tor zugespielt und die muss er halten. Dann bekommt er mal einen auf den Kopf. Das ist das tägliche Leben eines Torhüters - da kannst du nicht normal sein." Darum!!

7. Sicherheitslücken: Ausnahmsweise mal was aus der 2. Liga. Dort sorgt Linienrichter Thomas Münch mit seiner - unserer Ansicht nach durchaus gelungenen - Parodie auf das Wembley-Tor gerade für etwas Aufregung.

Der eigentliche Skandal aber ereignete sich in Fürth, wo der Gästeblock aus Kaiserslautern mit einer endlosen Schneeballkanonade fast einen Spielabbruch provozierte. Da stellt sich doch die Frage: Wie konnten die Rotzlöffel nur soviel gefährlichen Schnee auf die Tribüne schmuggeln...?

8. Wir fordern: Bei der Wahl zur hässlichsten Turnübung Deutschlands belegte Miro Kloses Salto jüngst den ordentlichen dritten Platz hinter Ivica Olic' Übersteiger und dem Torjubel von Angela Merkel. Doch was der Bayern-Stürmer sich nach dem 2:0 gegen Hoffenheim erlaubte, schlug dem Fass die Krone ins Gesicht: Anlauf, abgebrochen, eingeknickt, Knie in den Boden gerammt, versuchte Rolle vorwärts, ordinär zur Seite weggekippt und dann noch grinsend die Faust in den Himmel gereckt. Das muss dringend aufhören! Hand in Hand mit dem Verband Münchner Knie-Orthopäden starten wir deshalb die Petition: "Salto-Verbot für Miroslav Klose!" (Und wo wir schon so schön am Petitieren sind, fordern wir außerdem noch: "Gummibär statt Bundeswehr!", "Ora et deflora!" und "Bibi in die Bundesliga!")

9. By the way: Um sofort sein Revier zu markieren, gab der neue Ober-Wolf Dieter Hoeneß der "SZ" ein Interview, in dem er unter anderem das da sagte: "Wenn ich einen Raum betrete, bin ich auch da." Ist ja echt ein Ding, Dieter! Und wenn Sie dann wieder aus dem Raum hinaustreten? Sind Sie dann auch wieder weg? Wir bitten dringend um Stellungnahme.

10. Ein Rätsel: Über eine Sache würde er dann schon ganz gerne noch sprechen, sagte ein Reporter in der Mixed-Zone zu Leverkusens Simon Rolfes nach dem Sieg gegen Mainz. Er wisse allerdings nicht recht, ob das erlaubt sei, es ginge dabei nämlich um das eine Wort: "Sie wissen schon: Es fängt mit 'M' an und hört mit '-schaft' auf." Da überlegte Rolfes eine Weile, kaufte ein "E" und wollte lösen: "Mannschaft?"

11. Selbstreflexion: Blödsinn und auch Quatsch! Die Antwort von Rolfes ist natürlich frei erfunden. In Wahrheit knackte er das Rätsel ziemlich souverän, nahm kurz das Wort "Meisterschaft" in den Mund und spuckte es umgehend mit den Hinweisen wieder aus, man müsse schließlich von Spiel zu Spiel und so. Aber das ist total langweilig, und so ist das dann eben mit uns Presse-Hyänen: Was nicht passt, wird passend gemacht, das haben wir von den Kollegen gelernt. Die "Bild" hing beispielsweise nach dem Tod von Robert Enke schön ihr Fähnchen in den Wind und sagte: "Wir werden bei der Benotung von Spielern wohl mit extremen Noten etwas vorsichtiger sein und darüber nachdenken, ob der Spieler, der eine klare Torchance vergeben hat, oder der Torwart, der den Ball hat durchflutschen lassen, eine Sechs bekommt, oder ob eine Fünf reicht."

Was fünf Spieltage und eine Niederlage gegen Hertha BSC später dann so aussah: Alle Spieler von Hannover 96 (inklusive Ersatzspieler!) bekamen am Sonntag dieselbe Note: eine Sechs. (mySPOX-Blog zum Thema)

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