Jens Lehmann muss drei Spiele zuschauen

SID
Mittwoch, 16.12.2009 | 12:43 Uhr
Jens Lehmann muss nach seiner roten Karte drei Spiele pausieren
© Getty
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Das DFB-Sportgericht hat Jens Lehmann vom VfB Stuttgart nach der Roten Karte wegen einer Tätlichkeit gegen Aristide Bance vom FSV Mainz 05 für die drei nächsten Spiele gesperrt.

Der Zirkus Lehmann öffnet erst in gut sechs Wochen wieder seine Pforten: Stuttgarts Torwart Jens Lehmann ist vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen seiner Roten Karte im Spiel des VfB beim FSV Mainz 05 (1:1) für drei Spiele gesperrt worden.

Damit steht der 40-Jährige, der seit Monaten wegen seiner anhaltenden Eskapaden für Schlagzeilen sorgt und sich deshalb immer mehr ins Abseits manövriert, den abstiegsbedrohten Schwaben erst am 31. Januar im Heimspiel gegen Borussia Dortmund wieder zur Verfügung.

Der ehemalige Nationaltorhüter wurde wegen einer Tätlichkeit in einem leichteren Fall verurteilt. Lehmann kann noch eine mündliche Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht beantragen.

Fehlt auch gegen Wolfsburg und Freiburg

Er fehlt nun in den Spielen am Samstag gegen 1899 Hoffenheim sowie zum Auftakt der Rückrunde gegen den VfL Wolfsburg (16.1.) und beim SC Freiburg (22.1.). Sven Ulreich und Alexander Stolz sind die Kandidaten, Lehmann in dieser Zeit zu vertreten.

Lehmann war in der 87. Minute dem Mainzer Stürmer Aristide Bance auf den Fuß getreten und hatte damit einen Foulelfmeter verursacht, den Eugen Polanski zum Ausgleich für die Gastgeber verwandelte.

Nach seinem Fehltritt auf dem Platz wurde er später auch noch gegenüber einem Fan handgreiflich. Dem VfB-Anhänger riss er vor dem Stadion die Brille von der Nase und sorgte so zum wiederholten Male für helle Aufregung und Diskussionen.

Kein Spielraum mehr

Zwar verzichtete der VfB trotz des erneuten Ausrasters auf einen Rauswurf seiner Nummer eins. Aber es soll nun einen Beschluss des Vereins geben, dass Lehmann beim nächsten noch so kleinen Vorfall die Kündigung erhält.

Dass die VfB-Verantwortlichen diesmal erneut Gnade walten ließen, hat Lehmann dem neuen Stuttgarter Trainer Christian Gross zu verdanken.

Der Schweizer hatte sein Veto gegen eine Entlassung eingelegt und ist nun überzeugt, "dass Jens nach der Vorbereitung hoch motiviert in die Rückrunde starten und alles für einen tollen Abschluss seiner Karriere im Sommer 2010 tun wird".

Kritik aus Kollegenkreis

Sein früherer Rivale Oliver Kahn hatte den zur Zeit auch noch am Knie verletzten Lehmann bereits zum Rücktritt aufgefordert. So weit wollte DFB-Sportdirektor Matthias Sammer nicht gehen.

Kritik übte er in der "Bild-Zeitung" aber am Verhalten des streitbaren Torwarts trotzdem: "Es ist nicht gut und auch nicht vorbildlich, was Jens Lehmann jetzt passiert ist."

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff suchte indes nach einer Erklärung: "Ich denke, dass hinter seinen Aktionen jetzt auch Frust steckt, weil er sich das letzte Jahr seiner Karriere sportlich anders vorgestellt hat."

Laut Sky-Experte Stefan Effenberg, früher selbst kein Kind von Traurigkeit, sei Lehmann "voll von Adrenalin und Emotionen". Es sei niemand frei von Fehlern, sagte Effenberg weiter, deshalb habe Gross "genau richtig reagiert, dass er ihn nicht rausgeschmissen hat".

Gang vors Arbeitsgericht?

Neue Unruhe droht, da sich Lehmann nach wie vor weigert, eine Abmahnung des Vereins und eine Geldstrafe in Höhe von 40.000 Euro wegen seiner kritischen Äußerungen zur Entlassung von Markus Babbel zu akzeptieren.

Wenn beide Seiten auf ihrem Standpunkt beharren, müsste ein Arbeitsgericht sich mit dem Fall beschäftigen.

Kahn wundert sich über Lehmann

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