"Position von Louis van Gaal war nie gefährdet"

Von DSF
Sonntag, 20.12.2009 | 14:09 Uhr
Uli Hoeneß nahm nach seinem TV-Auftritt an einer Demo für mehr Zivilcourage in München teil
© Getty
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Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat in der "DSF"-Sendung "Doppelpass" über seine Rolle als neuer Präsident des FC Bayern München, die Situation von Luca Toni und das Nachtreten von Jürgen Klinsmann gesprochen.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß im "DSF" über:

...Trainer Louis van Gaal und seine Rolle bei Spielerverpflichtungen:

"Wir haben einmal die Woche eine Sitzung und da geht es dann schön zur Sache. Was dort besprochen wird, geben wir auch nicht an die Zeitung. Diesen einen Spruch "Das sind nicht meine Spieler", wird er nie mehr machen, davon bin ich überzeugt. Das ist natürlich kritisch angesprochen worden. Es kann nicht sein, dass ein Trainer sich von Spieler, die der Verein verpflichtet hat, distanziert. [...] Wir versuchen beim FC Bayern immer bis zum Punkt X alle Kraft aufzubringen, um das Schiff voran zubringen. Wenn wir aber irgendwann das Gefühl haben, es geht nicht mehr, dann muss du dir über Alternativen Gedanken machen. So lang das Gefühl aber noch da ist, dass etwas geht, da muss man doch nicht über den Trainer nachdenken. Die Position von Louis van Gaal war nie gefährdet."

...das gute Ende der Hinrunde beim FC Bayern München:
"Ich glaube nicht, dass bei uns der Schalter umgelegt worden ist. Ich denke eher, dass bei uns eine gewisse Kontinuität in die Mannschaftsaufstellung gekommen ist. Die Mannschaft spielt mehr nach vorne, sie haben das Passspiel von Louis van Gaal verinnerlicht. Dann kamen erste kleine Erfolgserlebnisse wie das 3:0 gegen Hannover 96, dann kam ein Sieg nach dem anderen und jetzt haben wir sechs Mal in Folge gewonnen. Das Selbstvertrauen ist jetzt da. Selbstvertrauen ist das allerwichtigste und dann geht's plötzlich. Der Pass der vierzehn Tage zuvor nicht angekommen ist, kommt dann an."

...den Zeitpunkt der Wende in der Hinrunde:

"Der Knackpunkt in dieser Saison war das Rückspiel gegen Juventus Turin.  Es wird zwar jetzt wieder gesagt, Turin war schwach, aber genau diese Mannschaft hat drei Tage zuvor Inter Mailand 2:1 geschlagen und dann kommt der FC Bayern und spielt die an die Wand. 10 zu 0 Ecken für Bayern nach einer guten Stunde. Die haben bis auf das Tor keine einzige Torchance gehabt und wir fünf, sechs, sieben, acht. Das war eine Demonstration. Jetzt müssen wir auch die Großen in der Bundesliga schlagen. Gegen die Kleineren haben wir jetzt deutliche Siege gemacht und jetzt wird es darauf ankommen, ob wir diese Leistung auch gegen die Großen konservieren können."

...die Situation von Luca Toni:

"Was mit Luca Toni passiert, weiß ich noch nicht, wir haben nach wie vor kein konkretes Angebot. Wir sind aber bereit, ihn kostenlos auszuleihen oder abzugeben. Wir wollen Ruhe haben. Das Thema Luca Toni wird sicherlich die Medien immer beschäftigen, so lange er da ist."

...seine neue Rolle aus Präsident und den Unterschied zu seinem Vorgänger Franz Beckenbauer:

"Ich werde mich jetzt erstmal einige Wochen oder vielleicht sogar Monate zurückhalten. Eigentlich fängt die Präsidentschaft ja erst am 1. Januar an. [...] Franz Beckenbauer hatte auf Grund seiner verschiedenen Verpflichtungen eine andere Möglichkeit, dieses Amt auszuüben. Diese Verpflichtungen habe ich nicht, deswegen werde ich zwar nicht jeden Tag an der Säbener Strasse sein, aber ich werde sicherlich ein, zwei mal die Woche da sein, oder wenn ich gebraucht werde. Wenn unsere Sponsoring-Abteilung einen wichtigen Termin hat, dann ist es ja klar, dass ich dabei sein werde, um die guten Kontakte, die ich mir in 30 Jahren aufgebaut habe, weiter zu pflegen."

...über das Nachtreten von Jürgen Klinsmann:

"Das Interview von Jürgen Klinsmann hat überhaupt keine Selbstkritik enthalten. Dieses Interview verstößt ganz klar gegen einige Klauseln im Abfindungsvertrag, die der FC Bayern München mit ihm gemacht hat. Dort war Verschwiegenheit vereinbart. Trotzdem haben wir gesagt, dass wir nicht darauf reagieren wollen und ich würde Jürgen Klinsmann dringendst raten, das auch so zu sehen. Das Thema ist für uns aber beendet und wir werden uns dazu nicht mehr äußern."

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