Marcell Jansen im Interview

Jansen: "Man kann nicht immer nur powern"

Von Interview: Stefan Moser
Mittwoch, 02.12.2009 | 13:08 Uhr
Marcell Jansen (r.) absolvierte bisher 31 Bundesliga-Spiele für den Hamburger SV
© Getty
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Marcell Jansen gilt als eines der größten Talente auf der linken Seite - wäre da nur nicht seine Verletzungsanfälligkeit. Der 24-Jährige spricht über die Rolle von Außenverteidigern, seine Chancen auf einen Stammplatz und sein großes Ziel: Die WM in Südafrika.

SPOX: Herr Jansen, was dagegen, wenn wir zur Abwechslung nicht über Verletzungen sprechen?

Marcell Jansen: Überhaupt nicht. Aber man sagt ja sowieso immer, dass sich solche Dinge während einer Spielzeit ausgleichen. Das würde in unserem Fall bedeuten, dass wir ab jetzt nicht eine einzige Verletzung mehr bekommen würden. Und die ein oder andere Entscheidung der Schiedsrichter könnte auch mal wieder zu unseren Gunsten getroffen werden. Ich bin gespannt (lacht).

SPOX: Die erste Chance für das Schicksal ist das Rückspiel gegen Wien. Im Hinspiel ist der HSV richtig unter die Räder gekommen...

Jansen: Wir haben in Wien wirklich einen schwarzen Tag erwischt und keine gute Leistung gezeigt. Doch wir spielen heute zu Hause vor unseren Fans, die uns wie immer grandios unterstützen werden. Mit einem Sieg können wir den nächsten Schritt in die Zwischenrunde schaffen, das zählt für uns. Wir müssen natürlich aufpassen. Rapid wird sehr diszipliniert verteidigen und vermutlich auf Konter setzen. Doch ich bin davon überzeugt, dass wir das Spiel gewinnen werden.

SPOX: Wien bedeutet für viele Hamburger immer die Assoziation mit Ernst Happel: Haben Sie noch Bezug zu dieser HSV-Legende?

Jansen: Ernst Happel war ein toller Trainer, der sehr viele Erfolge feiern konnte. Und da er dies auch mit dem HSV geschafft hat, ist er bei allen HSVern natürlich in bester Erinnerung. Bei uns im Stadion und im Museum hängen ja auch viele Fotos von ihm.

SPOX: Happel war auch der Letzte, der mit dem HSV einen Titel holen konnte - dürfen die Fans in diesem Jahr wieder träumen?

Jansen: Wir hatten gerade am Anfang viele richtig gute Spiele, in denen wir sehr erfrischenden, offensiven Fußball gespielt haben. Auch wenn wir zuletzt eine Durststrecke hatten, machen mich diese Spiele optimistisch, weil es gezeigt hat, wie viel fußballerische Klasse in unserem Kader steckt.

SPOX: Mit Bruno Labbadia hat Hamburg auch wieder einen sehr markanten Trainer: Wie sind Ihre bisherigen Eindrücke?

Jansen: Er ist sehr ehrgeizig und sehr kritisch. Aber im positiven Sinn: Ich als Spieler versuche, alles aufzusaugen, was er vorgibt. Fakt ist auch, dass Bruno Labbadia in der Vorbereitung viel Wert auf Taktik gelegt hat, und im Training darauf achtet, dass wir sein Konzept und seine Philosophie auch umsetzen. Neu erfinden kann den Fußball keiner, aber man merkt schon Unterschiede zum letzten Jahr. Jeder Trainer hat einfach eine eigene Philosophie.

SPOX: Und wie würden Sie das Konzept des Trainers konkret beschreiben?

Jansen: Mit "Offensivfußball" und "Powerfußball". Bruno Labbadia setzt in seiner Philosophie auf ein sehr frühes Pressing. Wir setzen viel früher nach und verschieben auch in der Horizontalen noch extremer, um den Ballführenden unter Druck zu setzen oder zweite Bälle zu gewinnen. Dazu hat sich ja auch der Kader entsprechend verändert. Gerade mit Ze Roberto haben wir im Zentrum einen Mann, der sehr schnell ein Spiel lesen kann und aus der Mitte heraus damit für Druck sorgt.

SPOX: Stichwort Powerfußball: Ein Vorwurf an den HSV lautete zuletzt, Sie könnten nur Spiele gewinnen, in denen Sie wirklich an die vollen 100 Prozent gehen...

Jansen: Klar ist, dass man nicht immer nur powern, powern, powern kann. In einer so lagen Saison muss man auch mal über die mannschaftliche Geschlossenheit kommen. Da fehlt uns manchmal vielleicht noch etwas die Erfahrung - aber wir arbeiten daran. Wie in jeder modernen Mannschaft, müssen auch bei uns die Stürmer mit nach hinten arbeiten.

SPOX: Wie schon im letzten Jahr spielen Sie zurzeit wieder im linken Mittelfeld - ist das nun endgültig Ihre neue Position, oder würden Sie lieber wieder in der Viererkette auflaufen?

Jansen: Unsere jetzige Spielweise kommt mir auf beiden Positionen natürlich sehr entgegen, weil ich gerne mit nach vorne gehe und mit Tempo das Eins-gegen-Eins suche. Wenn ich außerdem auf der Außenbahn offensiv spiele, mache ich viele Wege nach hinten freiwillig, weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie dankbar der Mann hinter mir in der Viererkette ist, wenn man diese Wege macht. Ich denke, ich habe bereits gezeigt, dass ich auch mit der Rolle im Mittelfeld gut zu Recht komme - auch wenn ich ein gelernter Außenverteidiger bin.

SPOX: Generell werden die Außenpositionen immer wichtiger, inwieweit hat sich auch das Anforderungsprofil dabei verändert?

Jansen: Gerade im 4-4-2 wird die Rolle des Außenverteidigers immer wichtiger, weil man auch von hinten heraus Impulse für die Offensive geben kann - und auch muss. Wir sind längst keine reinen Abwehrspieler mehr. Schnell die Seiten wechseln, selbst mit Tempo gehen, und schließlich auch gefährlich Flanken schlagen, um Torgefahr zu erzeugen. Das gehört mittlerweile alles dazu.

SPOX: Und nicht selten haben die Außenverteidiger auch die meisten Ballkontakte aller Spieler...

Jansen: Richtig, denn taktisch wird das Spielfeld im modernen Fußball immer kleiner, deshalb ist die Position Außen auch im Spielaufbau als Anspielstation immer wichtiger. Die Mitte wird einfach immer enger.

SPOX: Gerade beim HSV stehen die Außen bei Ballbesitz sehr hoch. Was steckt dahinter?

Jansen: Wir stehen bei Ballbesitz zunächst ganz Außen an der Linie, um das Feld auseinanderzuziehen und uns nicht auf engem Raum hinten die Kugel hin und her zu spielen und keinen Raumgewinn zu haben. Und dann versuchen wir in der Tat, die Außenverteidiger früh hoch zu schieben. Wenn es dann im Zentrum gelingt, den Ball zu behaupten und das Spiel schnell zu machen, entstehen auf Außen Räume - und wenn man hoch steht, hat man logischerweise nicht so einen weiten Weg....

SPOX: Klingt einfach, birgt aber auch ein gewisses Risiko...

Jansen: Das stimmt, für so ein System muss freilich die ganze Mannschaft sehr ballsicher sein, weil Ballverluste umso gefährlicher sind, wenn wir weit aufrücken. Aber genau dafür haben wir die Spielertypen: Alles sehr kleine und ballsichere Leute.

SPOX: Sie sind seit einigen Wochen wieder voll bei der Mannschaft und kommen regelmäßig zum Einsatz. Wie sehen Sie Ihre persönliche Zukunft?

Jansen: Jetzt bin ich erstmal einfach froh, dass ich wieder Fußballspielen kann. Wenn ich die Chance habe, will ich einfach das zeigen, was man die letzen fünf Jahre von mir gesehen hat. Ich freue mich im Moment über jedes Training und jede Minute, die ich jetzt wieder auf dem Platz stehe.

SPOX: Wie wichtig war es für Sie, dass Sie im August zur Nationalmannschaft eingeladen wurden, obwohl Sie sich in Hamburg erst Mal hinter Dennis Aogo einreihen mussten?

Jansen: Ich bin ja nun nicht erst seit gestern dabei, aber ich habe das schon als Vertrauensbeweis vom Bundestrainer empfunden. Natürlich bleibt Südafrika mein Ziel - und auch ein realistisches Ziel. Dafür will ich alles tun. Und negatives Denken ist eh nicht meine Sache.

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