Die Achse des Guten

Von Stefan Rommel
Donnerstag, 29.10.2009 | 17:10 Uhr
Bremen im Sommer: Torsten Frings geht bei der Radtour im Trainingslager voran
© Imago
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
Coppa Italia
Live
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Live
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Live
Hibernian -
Rangers
Premier League
Live
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Live
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)

Bremens Aufschwung erzählt die Geschichte einer neuen Philosophie. Und die Geschichte einer magischen Achse. Seit Diegos Weggang blühen besonders vier Spieler auf und lassen Werder vom Titel träumen.

Werder Bremen im Juli: Kurz vor dem Start in die neue Saison galt Bremen als eine der Wundertüten der Bundesliga. Mit personellen Baustellen, einem veränderten Spielsystem, neuen tragenden Figuren im Team.

Werder Bremen im Oktober: Nach einem Drittel der Saison hat Bremen bis auf eine einzige Partie eine nahezu perfekte Runde gespielt, einen neuen fußballerischen Weg gefunden und sich vom Alles-ist-möglich- zum heimlichen Titel-Kandidaten gemacht.

In den drei Monaten ist viel passiert, oder auch kaum etwas - je nach Betrachtungsweise. Der nötige Wandel jedenfalls wurde schleichend und beinahe reibungslos vollzogen.

Diego war gestern

Das Prinzip Diego ist Vergangenheit, zurückgeblieben ist eine neue Balance innerhalb der Mannschaft und im Spielsystem: Weg vom Hurra-Fußball der letzten Jahre, hin zum Konzept einer defensiveren Basis mit einer auf viele Schultern verteilten Offensivausrichtung.

Schirmherr abseits des Platzes ist Trainer Thomas Schaaf. Er hatte eine knifflige Aufgabe zu lösen, eine der schwierigsten seiner zehnjährigen Amtszeit.

Schaaf hat die leere Worthülse des Leistungsprinzips seither mit Leben gefüllt, Spieler wie Dusko Tosic oder Jurica Vranjes sind raus aus dem Team, Markus Rosenberg war gegen Bochum nicht im Kader, obwohl er topfit war - und er hat eine ganze Reihe seiner Spieler auf ein neues Leistungsniveau gehoben, losgelöst vom allgegenwärtigen Diego-Dogma.

Bremens magische Achse

Seit dem Weggang des Brasilianers und der damit einhergehenden Umstellung des Spielsystems blüht eine Achse aus allen vier Mannschaftsteilen ganz besonders auf.

Tim Wiese: Letzte Saison ging es schon los. Wiese, der kompakte Vielflieger, stellte Trainings- und Ernährungsplan um. Weg vom jahrelang betriebenen Muskelaufbau, hin zu mehr Geschmeidigkeit und Beweglichkeit. Der Keeper ist seitdem drahtiger geworden, hat die Balance gefunden zwischen Linien- und Strafraumspiel.

619 Minuten blieb er zuletzt in der Liga ohne Gegentor. Eine beeindruckende Zahl, die allerdings nicht nur auf Wieses Zuverlässigkeit zurückzuführen ist. Im Gegenteil: Der Torhüter muss deutlich weniger Großchancen der Gegner zunichte machen, weil seine Vorderleute weniger zulassen.

Seine fußballerischen Fähigkeiten sind zwar noch verbesserungswürdig, was sich vor allem an Rückspielen sowie Abstößen und -würfen zeigt. Trotzdem: Aus dem begabten Wiese, der früher immer mal für den einen oder anderen Aussetzer gut war, ist ein konstanter Top-Torhüter geworden, der in seinem Kerngeschäft als Toreverhinderer bisher eine überragende Saison spielt.

Per Mertesacker: Merte hat sein ohnehin schon starkes Spiel tatsächlich weiter verfeinern können. Der Nationalspieler ist der Garant für die lange Nullnummer-Serie der Abwehr. Er rettet einige Male in brenzligen Situationen für seinen Keeper. Seine Antizipationsfähigkeit ist mittlerweile exzellent, Mertesacker stellt, abgesichert vom ebenfalls starken Naldo, viele Passwege des Gegners in die Spitze schon frühzeitig zu beziehungsweise interveniert energisch.

Da die Bremer Mannschaft in ihrer Gesamtheit längst nicht mehr so hoch steht, kommt nun endlich die unheimliche Zweikampfstärke der beiden Innenverteidiger zum Tragen. Im verdichteten Raum sind Mertesacker und Naldo kaum zu überlaufen.

Mertesackers Aufbauspiel ist von etwas mehr Risiko geprägt. Wo früher der Sicherheitspass auf die Außenbahn oder der Kurzpass in Diegos Fuß regierten, versucht sich Mertesacker mittlerweile erfolgreich in der Löw-Doktrin des harten Zuspiels vertikal nach vorne, gerne auch mal über 20 oder mehr Meter.

Und erst das Kopfballspiel: Bremen ist die einzige Mannschaft der gesamten Liga, die noch kein Kopfballtor kassiert hat. Michael Oenning, Trainer des kommenden Gegners 1. FC Nürnberg: "Die Statistik bei Werder mit den langen Kerls wie Naldo und Mertesacker überrascht mich nicht. Ich lasse lieber flach spielen."

Torsten Frings: Die WM treibt ihn an und macht ihn zum besten Frings seit langem. Während woanders die Konkurrenz im Tief steckt (Thomas Hitzlsperger), dreht Frings im selben Maß immer mehr auf.

In der Vorbereitung hat er sich mit Sonderschichten die paar Kilo Übergewicht abtrainiert, aber für seine Vita und seine bald 33 Jahre das Wichtigste: Endlich ist Frings wieder über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei, keine Wehwehchen plagen ihn, nichts zwickt.

In der Hierarchie ist er endlich am Ziel angelangt, nach Frank Baumanns Karriereende und dem Weggang der Lichtgestalt Diego ist er erstmals der unumstrittene Chef.

Auf dem Platz hat er deutlich defensiver denkende Nebenspieler um sich herum, die ihm viel Laufarbeit abnehmen und das Frustpotenzial dadurch deutlich verringern. Die Folge ist erst eine Gelbe Karte wegen Meckerns - letzte Saison haderte ein unzufriedener Frings noch fast in jedem Spiel mit dem Schiedsrichter.

Claudio Pizarro: Die Lebensversicherung. Was am Peruaner beeindruckt, ist seine Kaltschnäuzigkeit, auf und abseits des Platzes.

Das wochenlange Hin und Her um seine Zukunft in London, Bremen oder anderswo oder die Querelen um seinen Berater Carlos Delgado und seine angeblichen Verstrickungen in dubiose Geschäfte der Agentur "Image" streift er einfach ab wie eine unbequeme Weste - und trifft. Schon zwölf Mal in 14 Pflichtspielen.

Auch Pizarro ist ein Begünstigter der neuen Spielausrichtung und deren Protagonisten. Wo er letzte Saison noch oft den Weg zurück ins Mittelfeld gehen musste, um sich die Bälle zu holen, profitiert er jetzt von den drei Wuslern Mesut Özil, Marko Marin und Aaron Hunt um ihn herum.

Pizarro konzentriert sich vornehmlich auf den kurzen Doppelpass oder darauf, vor dem Tor zu lauern. Weniger Laufarbeit, mehr Konzentration auf den Torabschluss ist eins der Erfolgsgeheimnisse. Das andere: Seine überragende Kopfballstärke. Derzeit gibt es in der Liga kaum einen Spieler, der einen besseren Offensivkopfball anbietet als Pizarro. Nicht umsonst hat Werder schon unglaubliche 20 Pflichtspieltore nach einem ruhenden Ball erzielt.

Voraussichtliche Aufstellungen: 1. FC Nürnberg - Werder Bremen

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung