Süd-Schlager Stuttgart vs. Bayern

Katze im engen Raum

Von Stefan Rommel
Samstag, 31.10.2009 | 00:01 Uhr
Mario Gomez wechselte für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Bayern München
© Getty
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Der Süd-Knaller zwischen dem VfB Stuttgart und Bayern München wird auch zur Rückkehr von Mario Gomez zu seinem alten Verein. Der Ex-Stuttgarter steht für Luca Toni in der Startelf. Trainer Louis van Gaal sorgte vor dem ersten Endspiel seines Gegenübers Markus Babbel unfreiwillig für ein bisschen Heiterkeit.

So spielen sie:

Stuttgart: Lehmann - Osorio, Tasci, Delpierre, Boka - Träsch - Kuzmanovic, Hitzlsperger - Hleb - Schieber, Marica.

FC Bayern: Butt - Lahm, van Buyten, Badstuber, Braafheid - van Bommel - Tymoschtschuk, Müller - Schweinsteiger - Klose, Gomez.

Louis van Gaal hat sich sehr viel Zeit genommen in diesem Sommer. Der Trainer hat sich, wie es eben seine Art ist, akribisch auf seine Zeit beim FC Bayern München vorbereitet. Unter anderem auch mit einem Deutsch-Kurs.

In wenigen Wochen hat sich der Niederländer die grundlegenden Elemente der deutschen Sprache angeeignet und bemüht sich seitdem redlich, seine Ansichten immer auf deutsch mitzuteilen.

Van Gaal macht das gut, nur manchmal geraten die Ausflüge in die fremde Sprache zu amüsanten Bonmots. So wie jetzt vor dem Süd-Knaller beim VfB Stuttgart (Sa., 15.15 Uhr im LIVE-TICKER und auf SKY).

Eigentlich wollte van Gaal wohl deutlich machen, dass ein angeschlagener Gegner wie Stuttgart ganz besonders gefährlich werden kann. Im van-Gaal-Deutsch geht das dann so: "Eine Katze in einem engen Raum macht komische Sprünge."

Immerhin darf sich van Gaal damit trösten, dass es ihm und seiner Mannschaft sportlich wieder recht gut geht. Ganz im Gegensatz zum Gastgeber. Markus Babbel spielt da trotz eifriger Dementi auf Bewährung, gegen die Bayern und am kommenden Mittwoch in Sevilla muss Zählbares her.

Die Ausgangslage: Mit acht Punkten aus zehn Spielen steht der VfB nur wegen des besseren Torverhältnisses nicht auf einem Abstiegsplatz. Die Lage ist hochbrisant, trotzdem bleibt das Stuttgarter Publikum noch verhältnismäßig ruhig.

Für Babbel stehen im Prinzip nur noch Endspiele an. "Ich gehe voran", sagt Babbel. "Ich lebe den Spielern vor, dass man da nur durch harte Arbeit und starken Willen wieder rauskommt."

Die Bayern sind nach dem knappen 2:1 über Eintracht Frankfurt und den günstigen Ergebnissen der Konkurrenz wieder in Reichweite zu den Spitzenplätzen.

"Wir haben Selbstvertrauen. Das 4:0 im Pokal in Frankfurt war die beste Vorstellung in meiner Periode", sagte van Gaal. "Wenn wir noch zwei Spiele gewinnen, sind wir Erster oder Zweiter."

Die Statistik: Die Koordinaten aus Stuttgarter Sicht lauten 16-19-49, was eine bedrohliche Kulisse bildet. Gegen keine andere Mannschaft hat der VfB eine schlechtere Bilanz.

Auch bei den bisher 42 Heimspielen sieht es nicht viel besser aus: Nur zwölf Mal siegte der VfB, neun Partien endeten remis, 21 Mal siegten die Bayern in Stuttgart. Das Torverhältnis lautet 54:70.

Die Trainer: Babbel und van Gaal sind die Meister der Rotation. Nicht nur personell wird häufig umgestellt, sondern auch im System. Babbel hat unglaubliche 27 Spieler bisher in allen Wettbewerben eingesetzt und schon vier verschiedene Systeme durchprobiert. Nachhaltigen Erfolg hat ihm noch keines gebracht. Ähnlich ist der Fall bei van Gaal gelagert, nur hat der Niederländer auch die entsprechenden Erfolge vorzuweisen.

Der Führungsstil unterscheidet sich allerdings fundmental. Während Babbel als ehemaliger VfB-Spieler von seiner Mannschaft geduzt wird, ist der herrische van Gaal die Respektsperson schlechthin.

Die Absenten: Cacau (Muskelfaserriss) und Sami Khedira (Überlastungsreaktion im Fuß) fallen beim VfB definitiv aus. Ein Fragezeichen steht noch hinter Ciprian Marica, den eine Oberschenkelprellung plagt.

Immerhin hat der VfB seinen Star Aliaksandr Hleb begnadigt. Nach dessen Ausraster gegen den eigenen Physiotherapeuten sollte Hleb zunächst auf die Tribüne verbannt werden. Angesichts der prekären Lage ruderten die Verantwortlichen zurück und verdonnerten den Weißrussen nur zu einer Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro.

Den Bayern fehlen weiterhin Franck Ribery (Reizung der Patellasehne) und Ivica Olic (Muskelbündelriss). Auch für Arjen Robben kommt nach dessen Knie-Operation ein Einsatz noch zu früh, van Gaal will seinen Landsmann erst am kommenden Dienstag in der Champions League gegen Bordeaux wieder bringen.

Der 11. Spieltag im Überblick

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