Fussball

Können Sie Mladen Petric ersetzen?

Von Interview: Benny Semmler
Kam bisher vier Mal für den HSV in der Bundesliga zum Einsatz: Tunay Torun
© Getty

Tunay Torun. Er ist erst 19 Jahre alt - und plötzlich Hamburgs große Hoffnung im Sturm. Nach den bitteren Ausfällen von Paolo Guerrero und jetzt auch Mladen Petric hat HSV-Trainer Bruno Labbadia mit Marcus Berg nur noch einen gesunden Stürmer im Kader: Die Chance für den türkischen U-19-Nationalspieler, sich in der Bundesliga durchzusetzen.
 

"Wir müssen den Ausfall unserer Stürmer mit der gesamten Mannschaft auffangen, ich will nicht, dass der gesamte Druck auf unseren Youngstern lastet", sagte Bruno Labbadia nach der schockierenden Nachricht vom Hinrunden-Aus für Mladen Petric.

Wie kann Labbadia den Ausfall von Guerrero und Petric kompensieren?

Einer der Spieler, die der HSV-Coach damit aus der Verantwortung zu nehmen versucht, ist Tunay Torun. Der 19-Jährige gilt als eines der größten Hamburger Talente, stand in der Europa League gegen Tel Aviv und zuletzt in der Bundesliga gegen Berlin bereits jeweils die vollen 90 Minuten auf dem Platz.

Er zeigte dabei durchaus ordentliche Ansätze - und wäre damit ein potentieller Partner für Marcus Berg im HSV-Sturm. Mit SPOX sprach der gebürtige Hamburger über die Verletzung von Mladen Petric, seine große Chance - und die enorme Aufregung vor seinem ersten Bundesliga-Spiel.

SPOX: Tunay Torun, nach den Ausfällen von Paolo Guerrero und Mladen Petric soll die Jugend beim HSV zum Zug kommen. Das ist Ihre Chance.

Tunay Torun: Ich weiß. Aber man darf nicht zu viel erwarten. Schließlich sind Mladen und Paolo zwei Top-Stürmer. Sie sind schwer zu ersetzen. Mir fehlt natürlich noch ein Stück weit die Erfahrung. Das kommt alles mit der Zeit. Ich muss mich jetzt erstmal an diese riesigen, ausverkauften Stadien gewöhnen.

SPOX: Immerhin haben Sie schon in Hamburg und Berlin in großen Arenen gespielt. Schaffen Sie jetzt den Durchbruch?

Torun: Das Hertha-Spiel hat mir gezeigt: Ich kann in der Bundesliga mithalten, muss aber noch dazulernen, vor allem ruhiger werden. Bundesliga ist nicht Regionalliga. Nur: Irgendwann hat jeder mal angefangen. Und ich möchte mich täglich verbessern und meinen Weg machen.

SPOX: Am nächsten Spieltag kommt es zum Duell mit Bayer Leverkusen. Sind Sie dabei?

Torun: Das weiß ich nicht. Ich bin noch sehr jung und möchte hier keine Ansprüche stellen. Ich will mich anbieten. Momentan bin ich gut drauf.

SPOX: Was ist, wenn Sie nicht dabei sind?

Torun: Das kann passieren. Das wäre aber überhaupt nicht schlimm. Der Trainer hat mir gesagt, dass ich in den letzten beiden Spielen gut gearbeitet habe. Dennoch erwarte ich nicht, dass ich jetzt jedes Mal in der Startelf stehe.

SPOX: Gegen Hapoel Tel Aviv waren Sie in der Startelf. Wie hat Bruno Labbadia Ihnen das beigebracht?

Torun: Das Lustige war, dass er vor dem Spiel ausnahmsweise mal gar nichts gesagt hat. Ich saß bei der Besprechung und guckte überhaupt nicht auf die Aufstellungstafel. Na ja, irgendwann habe ich dann mal einen Blick drauf geworfen und plötzlich stand da mein Name. Ich habe sofort eine Gänsehaut bekommen.

SPOX: Und die Kollegen mussten Sie beruhigen?

Torun: Absolut. Ich habe plötzlich total nervös auf meiner Lippe gekaut. Zumindest behauptet das Mladen Petric. Der grinste sich schlapp und sagte mir dann: "Bleib mal ruhig. Wenn du jetzt schon nervös bist, dann wird das nichts."

SPOX: Und nach dem Spiel? Was haben die Kollegen gesagt?

Torun: Von Ze Roberto, David Jarolim und Mladen Petric gab es Glückwünsche und lobende Worte. Das macht mich stolz.

SPOX: Welchen Anteil hat Bruno Labbadia an Ihrem starken Debüt?

Torun: Er ist genau der richtige Trainer für mich. Er spricht viel und feuert die jungen Spieler in jeder Übung an, macht klare Ansagen. Ich habe mich dadurch verbessert.

SPOX: Also haben Sie schließlich alles richtig gemacht. Denn angeblich wollten Sie den Verein im Sommer verlassen....

Torun: Das stimmt gar nicht. Der Trainer hat mir sehr schnell mitgeteilt, dass er mit mir zusammenarbeiten möchte. Da war klar: Ich bleibe in Hamburg. Und es war die richtige Entscheidung.

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