Die Suche nach dem Platz für Poldi

Von SPOX
Lukas Podolski hat nach seiner Rückkehr erst ein Liga-Tor für Köln erzielt
© Getty

Lukas Podolski hat beim FC seine Position noch nicht gefunden. HSV-Coach Bruno Labbadia steckt in einem Dilemma. Leverkusen braucht einen Ersatz für Rolfes und in Dortmund gibt's ein Sorgenkind. Das alles und mehr in Inside Bundesliga - für alle Fans und Manager-Spieler.

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Bayer Leverkusen: Tabellenerster nach neun Spieltagen, die beste Abwehr der Liga und im Topspiel dem HSV die ersten Heimpunkte geklaut - bei Bayer läuft's derzeit richtig rund. Gegen Dortmund muss der Spitzenreiter nun allerdings auf Simon Rolfes verzichten. Wegen einer Gelenkspülung fällt der Kapitän rund zehn Tage aus. Wer also ersetzt Rolfes auf der Doppelsechs neben Vidal? Ein Kandidat ist Gonzalo Castro, der von links hinten auf seine Lieblingsposition ins defensive Mittelfeld rutschen könnte. Wahrscheinlich aber setzt Heynckes auf Stefan Reinartz. Der 19-Jährige überzeugte beim Saisonauftakt schon einmal als Rolfes-Vertreter, verletzte sich dann allerdings. Mittlerweile ist Reinartz wieder fit und machte bei seinen Kurzeinsätzen zuletzt mit seiner unaufgeregten Spielweise Werbung in eigener Sache.

Eintracht Frankfurt: Vor dem Sieg gegen Hannover gab's für die Eintracht nur einen Zähler aus drei Spielen. Durch den Erfolg gegen die 96er lässt es sich nun einigermaßen entspannt zum Auswärtsspiel zum FC Bayern reisen, zumal mit Selim Teber, Marco Russ und Pirmin Schwegler drei Leistungsträger in den Kader zurückkehren. Fehlen wird dagegen Ioannis Amanatidis, den Nikos Liberopoulos abermals als einzige Spitze ersetzt. Die große Frage: Wer spielt dahinter? Caio ist nach erneut schwacher Leistung raus. Für ihn rückt Chris ins defensive Mittelfeld, Russ dafür wieder in die Innenverteidigung. Auch Schwegler bekommt einen Platz in der Startelf und verdrängt entweder Fenin oder Bajramovic. Und Teber kämpft mit Steinhöfer um die rechte Mittelfeldposition. So viel Auswahl hatte Skibbe schon lange nicht mehr.

Borussia Dortmund: Durch die Siege in Gladbach und gegen Bochum hat sich die Situation beim BVB entspannt, und das trotz der Verletzungssorgen. Aufgrund der Ausfälle von Tinga und Hajnal war Jürgen Klopp gegen Bochum gezwungen, taktisch wie personell zu experimentieren. So setzte der BVB im Mittelfeld auf zwei Sechser und eine offensive Dreierreihe davor. Nach der Pause erhielt Youngster Damien Le Tallec seine erste Chance in der Bundesliga. Ein anderer Neuzugang scheint hingegen keinen Fuß auf den Boden zu bekommen. Markus Feulner saß trotz Systemumstellung und personeller Engpässe die komplette Spielzeit auf der Bank. Seine Bilanz beim BVB bislang: Acht Bundesliga-Minuten. Die Hoffnung auf weitere dürfte nach dem letzten Spieltag nicht unbedingt größer geworden sein.

VfL Bochum: Dreimal stand Frank Heinemann beim VfL als Chefcoach in der Bundesliga bislang an der Linie. In Nürnberg gab es einen Sieg, gegen Wolfsburg immerhin ein Unentschieden, zuletzt in Dortmund allerdings die erste Pleite. Die Tendenz zeigt demnach eher nach unten. Völlig unschuldig daran ist Keeper Andreas Luthe. Der 22-Jährige hütet das VfL-Tor seit Heinemann von Koller übernommen hat und überzeugte dabei in allen Partien als starker Rückhalt. Gegen Werder kehrt nun allerdings Stammkeeper Philipp Heerwagen in den Kader zurück - und will natürlich spielen. Keine leichte Entscheidung für Heinemann, zumal sich Heerwagen vor seiner Verletzung in guter Verfassung präsentierte. Dennoch muss sich der Ex-Hachinger erstmal gedulden und Luthe den Vortritt lassen, denn dessen Tendenz zeigt derzeit eher nach oben.

Hamburger SV: Den besten Angriff der Liga hat der HSV noch immer, doch beim 0:0 gegen Leverkusen blieben die Norddeutschen zum ersten Mal in der laufenden Bundesliga-Saison ohne eigenen Treffer. Kein Wunder, schließlich sind nach den Verletzungen von Petric, Guerrero und Arslan kaum noch Stürmer für das 4-4-2-System übrig. Und die, die zur Verfügung stehen (Berg, Torun, Beister) sind noch nicht soweit, um konstant überzeugen zu können. Bliebe Coach Bruno Labbadia noch die Option, auf ein 4-3-3 umzustellen, mit Berg als zentralem Angreifer. Das Problem: Die vermeintlichen Außenstürmer sind entweder außer Form (Elia und Pitroipa) oder verletzt (Jansen und Castelen). Labbadia steckt also in einem echten Dilemma.

Borussia Mönchengladbach: Die Fohlen haben einen Absturz hinter sich. Nachdem das Team von Michael Frontzeck mit sieben Punkten aus vier Partien gut gestartet war, setzte es zuletzt fünf Niederlagen hintereinander. Die Folge: Gladbach ist Vorletzter. Um dem Negativtrend entgegenzuwirken änderte Frontzeck in Wolfsburg abermals seine Startformation und ließ Juan Arango zunächst auf der Bank. Der Venezolaner hatte sich zuletzt in schwacher Form präsentiert und war zudem mit der Nationalmannschaft unterwegs. Eine Dauerlösung ist Arangos Degradierung allerdings nicht, vor allem weil der 29-Jährige mit zwei Treffern bislang Gladbachs gefährlichster Mittelfeldspieler ist. Da Arango-Ersatz Marco Reus gegen Wolfsburg allerdings der einzige überzeugende Borusse war, wird gegen Köln wohl Karim Matmour weichen müssen.

1. FC Köln: Vier Punkte aus den Spielen in München und gegen Mainz, dabei kein Gegentor kassiert - der FC scheint langsam in Tritt zu kommen. Vor allem der Abwehrverbund wirkt mittlerweile gut aufeinander abgestimmt. In der Offensive hat Coach Zvonimir Soldo die richtige Mischung dagegen noch nicht gefunden. Gegen Mainz kehrte nun zwar Milivoje Novakovic in die erste Elf zurück, dafür musste allerdings Lukas Podolski seinen Platz räumen und über die rechte Mittelfeldseite kommen. Keine Position, auf der sich der 24-Jährige wohl fühlt, zumal Podolski in der Rückwärtsbewegung zu viele Defizite offenbart. Da Poldi und Novakovic jedoch - sofern fit - unantastbar sind, muss wohl Manasseh Ishiaku, zuletzt mit durchaus ordentlichen Ansätzen, in den sauren Apfel beißen und seinen Platz im Angriff an Podolski abtreten. Auf rechts könnte dann Sebastian Freis eine neue Chance erhalten.

1899 Hoffenheim: Das Team von Ralf Rangnick schien gerade in Tritt gekommen zu sein, da stoppten die beiden Niederlagen in Mainz und Bremen den Aufwärtstrend der Kraichgauer. Gegen Nürnberg soll nun die Wende eingeleitet werden. Doch wer soll's richten? Für den verletzten Andreas Beck rückt Andreas Ibertsberger aus dem Mittelfeld nach hinten. Und vorne setzt Rangnick gegen den Aufsteiger mit Ibisevic, Maicosuel und Obasi wohl wieder auf seine Drei-Stürmer-Taktik. Bleibt noch die Mittelfeldreihe, in der Carlos Eduardo seinen Platz sicher hat. Zittern muss dagegen Sejad Salihovic. Der Bosnier habe dem Team nach seiner Einwechslung in Bremen nicht geholfen, mahnte Rangnick öffentlich an und dachte laut über einen Einsatz von Franco Zuculini nach. Das Problem des Argentiniers: Um in die Startelf zu rutschen muss er neben Salihovic auch noch Luiz Gustavo oder Isaac Vorsah verdrängen.

1. FC Nürnberg: Durch den Sieg im Kellerduell gegen Hertha BSC hat sich der Club etwas Luft verschafft im Abstiegskampf, vor allem natürlich dank der Schweizer Torschützen Albert Bunjaku und Daniel Gygax, der in den Wochen zuvor nicht mal in den Kader berufen wurde. Der heimliche Gewinner des Hertha-Spiels war allerdings Mike Frantz. Der 23-Jährige stand zum zweiten Mal in Folge in der Startelf, bereitete zwei Treffer vor, bot eine ganz starke Partie und hat sich seinen Stammplatz dadurch fürs Erste gesichert. Frantz' Plus: Er ist ein dynamischer Antreiber, strahlt Torgefahr aus und hat im Gegensatz zu seinen Konkurrenten Broich, Gündogan, Risse und Gygax einen guten linken Fuß.

VfB Stuttgart: Markus Babbel ist derzeit wirklich unberechenbar. Der VfB-Coach wirbelt die Startaufstellung von Spieltag zu Spieltag munter durcheinander und hat die Rotation mittlerweile zu einem festen Bestandteil in Stuttgart werden lassen. In der Champions League gegen Sevilla zauberte Babbel eine weitere Überraschung aus dem Hut. Ricardo Osorio, in dieser Saison noch ohne Bundesliga-Einsatz, verteidigte von Beginn an rechts in der Viererkette und machte seine Sache ordentlich. Der Mexikaner ist damit im internen Ranking erstmal an Stefano Celozzi vorbeigezogen, der sich zuletzt einige böse Fehler erlaubte. Da Christian Träsch derzeit im Mittelfeld gebraucht wird und Khalid Boulahrouz seine Stärken im Abwehrzentrum hat, darf sich Osorio nun auch in der Bundesliga beweisen.

Der 10. Spieltag im Überblick