Barca-Style beim VfL Bochum?

Von SPOX
Mittwoch, 28.10.2009 | 18:50 Uhr
Der VfL Bochum hat erst zwei Saisonsiege auf dem Konto
© Getty

Heiko Herrlich hat in Barcelona hospitiert und plant beim VfL ein 4-3-3. Martins droht trotz Grafites Abwesenheit die Bank und Feulner bekommt wohl endlich seine Chance beim BVB. Das alles und mehr in Inside Bundesliga - für alle Fans und Manager-Spieler.

VfL Wolfsburg: Torjäger Grafite wird erst am Freitagabend aus seinem Sonderurlaub zurück erwartet, für das Mainz-Spiel ist er deshalb keine Option. Für den Platz neben Edin Dzeko ist so ein Dreikampf entbrannt: Nach schwachen Leistungen hat Obafemi Martins Konkurrenz von Alexander Esswein ("Ich bin heiß")und Ashkan Dejagah bekommen. "Die Karten sind neu gemischt", sagt Armin Veh. Gegen Mainz sollte aber Martins noch mal eine letzte Bewährungschance von Beginn an erhalten. Im rechten Mittelfeld bietet sich als Alternative zu Dejagah Makoto Hasebe an. Und einen "Neuzugang" gibt es: Thomas Kahlenberg trainiert seit Freitag wieder, könnte in Mainz schon im Kader stehen.

Borussia Dortmund: Dezenter Aufwärtstrend in der Liga, blamables Pokal-Aus in Osnabrück - beim BVB weiß man derzeit nicht so richtig, woran man ist. Die letzten Leistungen in der Liga zementierten zwar das 4-2-3-1-System, doch innerhalb dessen gibt es relativ wenig echte personelle Alternativen. Der zuletzt unglücklich agierende Nelson Valdez wird mit der linken Halbposition nicht warm, so dass dort am ehesten eine Veränderung zu erwarten ist. Es bieten sich zwei Alternativen an: Der häufig eingewechselte Kevin Großkreutz oder 14-Minuten-Mann Markus Feulner. Käme Großkreutz ins Team, würde er auf die Position von Zidan hinter den Spitzen rutschen. Der Ägypter käme dann auf der Valdez-Position zum Einsatz. Doch da Zidan zuletzt in seiner neuen Rolle vor allem mit Lucas Barrios harmonierte, wäre damit nicht viel getan. So wird wohl eher Feulner den Vorzug bekommen. Der Ex-Mainzer könnte Valdez' Schwächen in der Rückwärtsbewegung - gerade beim Defensivkopfball - ausmerzen und auch offensiv bis zur gegnerischen Grundlinie Akzente setzen.

VfL Bochum: Mit Heiko Herrlich hat der VfL am Dienstag einen neuen Trainer präsentiert. Der 37-Jährige hat nur wenig Zeit bis zum Spiel in Frankfurt. Deshalb will er sich auf das Wesentliche konzentrieren. "Oft sind es die einfachen Dinge, die Spieler gut machen", sagt Herrlich. "Das muss man denen vermitteln - die einfachen Dinge." Dass er in der kurzen Zeit Aufstellung und System verändert, ist unwahrscheinlich. Auf lange Sicht könnte er dem VfL aber ein 4-3-3 verpassen. Immerhin hat Herrlich beim FC Barcelona hospitiert und ist von deren Philosophie begeistert. Deshalb soll er auch beim VfL die Vernetzung von Lizenzspielerabteilung, U 23 und U 19 fördern.

1. FC Nürnberg: Der Club hat vier der letzten fünf Spiele verloren und in fünf Partien kein Tor geschossen. Gegen Hoffenheim ging die Taktik mit nur einem Sechser nach hinten los. Gut möglich, dass Coach Michael Oenning gegen Spitzenteam Werder safety first wählt und einen zusätzlichen Defensivmann einbaut. Der formschwache Marek Mintal hätte eine Pause nötig. Thomas Broich wäre eine Option im Mittelfeld. Wieder im Kader stehen wird Dennis Diekmeier. Der 20-Jährige war vor dem Spiel gegen Hertha BSC mit akuter Atemnot kollabiert. Der Auslöser der lebensbedrohlichen Situation konnte trotz mehrerer Tests nicht gefunden werden. Diekmeier ist aber wieder einsatzbereit und brennt auf das Spiel gegen seinen Ex-Verein. Diekmeier: "Ich will gegen Werder unbedingt spielen." Juri Judt muss auf der rechten Verteidigerposition wohl für Diekmeier weichen.

1. FC Köln: Der FC hat den schlechtesten Sturm der Liga und der Vereinsgeschichte. Erst sechs Treffer erzielte das Team von Zvonimir Soldo - so wenig wie noch nie nach zehn Spieltagen. Gegen Trier löste der Trainer seine Mauertaktik der vergangenen Wochen und brachte alle seine Stürmer und den offensiven Fabrice Ehret als Linksverteidiger. Gegen Hannover wird das aber wieder anders aussehen. Nach den Verletzungen von Christopher Schorch und Pierre Wome (beide Muskelfaserriss) bekommt Kevin McKenna seine Chance, die er schon seit Wochen verlangt. Auf die Bank muss Kevin Pezzoni. Durch die Rückkehr von Maniche ist kein Platz mehr für den Mittelfeldspieler.

Bayer Leverkusen: Stillstand oder wichtige Punkte in engen Spielen? Zwei Mal in Folge nicht gewonnen, aber halt auch immer noch nicht verloren. Am Samstag auf Schalke könnte Trainer Jupp Heynckes von seiner offensiven Marschroute abweichen und gegen den Schalker Lauf die Defensive stärken. Zumal Renato Augusto und Simon Rolfes weiter angeschlagen sind. Lars Bender wird ziemlich sicher wieder beginnen und seine Rolle defensiver interpretieren als Rolfes. Selbst Thomas Zdebel ist eine Option gegen das Schalker 4-2-3-1. Noch eine gute Nachricht: Patrick Helmes trainiert wieder mit der Mannschaft. "In zwei Wochen will ich das komplette Training mit den Jungs mitmachen", sagt Helmes.

Hamburger SV: Die Personalprobleme im Sturm hat Bruno Labbadia in den Griff gekriegt. Das macht jetzt alles Marcus Berg. Der Schwede explodierte zuletzt förmlich mit dem Siegtreffer in Glasgow und dem Doppelpack auf Schalke. Der Ein-Mann-Sturm funktioniert also. Nur darf jetzt nichts in der Defensive passieren. David Rozehnal ist nach seiner Notbremse gegen Kevin Kuranyi für die Partie gegen Gladbach gesperrt. Jerome Boateng wird dafür in die Stammformation zurückkehren, auch wenn er Anfang der Woche noch über Knieprobleme klagte. Guy Demel wiederum plagten Rückenbeschwerden. Beide sollten aber am Samstag zum Einsatz kommen. Ebenfalls fit für die Startelf ist Marcell Jansen, der bei seinem Comeback in der Europa League in Glasgow einen starken Eindruck hinterließ. Für ihn müsste Piotr Trochowski oder Jonathan Pitroipa weichen.

Borussia Mönchengladbach: Auch wenn es gegen Köln zuletzt wieder keinen Dreier zu bejubeln gab, zwei Spieler durften sich danach dennoch als Sieger fühlen: Jean-Sebastien Jaures und Michael Bradley. Der viel gescholtene Franzose Jaures schaltete Lukas Podolski aus und erntete danach viel Lob. Sein Einsatz in Hamburg scheint sicher. Es sei denn Filip Daems kehrt ins Team zurück und ist hundertprozentig fit. Der Kapitän ist nach seiner Kniereizung aus dem Wolfsburg-Spiel wieder im Lauftraining und weckt Hoffnungen, dass es schon für Samstag reicht. Bradley ist im defensiven Mittelfeld gesetzt. Der 22-Jährige hat seine Formkrise überwunden und strahlt im Gegensatz zu seinem aktuell unter einer Grippe leidenden Konkurrenten Marcel Meeuwis auch Torgefahr aus.

Hertha BSC: In Berlin brechen für einige Profis harte Zeiten an: Allen voran für Artur Wichniarek und die Brasilien-Fraktion. Wichniarek wurde vom Boulevard schon "Witzniarek" genannt und ein Vereinswechsel nahegelegt. Unter Funkel sind Ramos und Raffael erstmal im Angriff gesetzt. Raffael ist auch der einzige Brasilianer, der unter Funkel spielen darf: Kaka platzierte er zuletzt auf der Ersatzbank, Cesar und Cicero gar nur auf der Tribüne.

Großer Gewinner unter dem neuen Coach: Fabian Lustenberger. Der ist im zentralen Mittelfeld neben Pal Dardai erstmal gesetzt. Ein Fragezeichen für das Dortmund-Spiel steht noch hinter Kacar, der im Training einen Pferdekuss abbekam.

FC Schalke 04: Beinahe täglich gibt es neue Horrormeldungen über die angeblich so prekäre finanzielle Situation bei den Knappen. Sportlich läuft es dagegen rund, auch weil Trainer Felix Magath wenige Verletzte zu beklagen hat. Das Pokalspiel bei 1860 München zwingt Magath nicht unbedingt zur Rotation. "Wir wollen künftig ja auch international spielen, da kommt es dann häufiger vor, dass man unter der Woche spielt", sagte der 56-Jährige. Die Youngster Lukas Schmitz und Christoph Moritz überzeugten zuletzt und werden im Team bleiben. Offen ist die Position im zentralen offensiven Mittelfeld. Mal durfte Levan Kenia ran, mal Ivan Rakitic. Mit Rakitic kam gegen den HSV die Wende.

Bundesliga: Der 11. Spieltag im Überblick

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