Mario Gomez ist nach zehn Spielen beim FC Bayern noch keine Bank, sondern sitzt eher auf selbiger
Mario Gomez ist nach zehn Spielen beim FC Bayern noch keine Bank, sondern sitzt eher auf selbiger
© Getty

Der 30-Millionen-Mann bekommt Gegenwind

Sonntag, 27.09.2009

Ein Fest für Gomez-Kritiker

Mario Gomez steckt beim FC Bayern München zurzeit in der Krise. Gegen den Hamburger SV wurde er am Sonntagabend nur eingewechselt, sein Stammplatz ist erstmal weg. Karl-Heinz Rummenigge, Günter Netzer und Udo Lattek raten ihm nun: Fang bloß nicht an zu jammern!

Schon unter der Woche haderte Gomez mit dem Schicksal. Beim DFB-Pokalspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen (5:0) wurde der 24-Jährige wieder mal ausgewechselt, obwohl er zum zwischenzeitlichen 2:0 getroffen hatte.

In bislang zehn Pflichtspielen für den FC Bayern hat Gomez sechs Tore erzielt und zwei Assists beigesteuert - dennoch scheint er bei Trainer Louis van Gaal keine Lobby zu besitzen. In den letzten fünf Spielen durfte Gomez kein einziges Mal durchspielen.

Ein Umstand, der Gomez nachdenklich macht. "Wenn man bei einem neuen Verein trotz Torerfolgen rausgenommen wird, fängst du an, nach dem Warum zu fragen", sagte er nach dem Oberhausen-Spiel und gestand ein: "Es läuft momentan nicht perfekt bei mir."

Geht es nach Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge, sollte der Stürmer allerdings aufhören, seine leichte Sinnkrise weiter in der Öffentlichkeit auszuleben.

"Ich rate Mario dringend aufzuhören, sich zu beklagen"

"Ich habe vor ein paar Tagen mit seinem Agenten gesprochen und ihm gesagt, ich rate Mario dringend aufzuhören, sich zu beklagen oder in irgendeiner Art und Weise die Dinge falsch zu bewerten", sagte Rummenigge in einem Interview mit der "Welt am Sonntag".

Wenn man in München spielen will, müsse man hart arbeiten und Vollgas geben. Gomez müsse hier noch den Unterschied zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern verinnerlichen.

"Bei Bayern München heißt es, in jedem Spiel hundert Prozent und darüber zu gehen. Es gilt, diesen Kampf in jedem Spiel zu bestehen", sagte Rummenigge, ist sich aber im gleichen Atemzug sicher, "dass er sich durchsetzen wird. Er wird nicht nur Tore machen, sondern auch großartigem Fußball spielen."

Laut Netzer wird Gomez weitere Zeit brauchen

Ins selbe Horn stieß Günter Netzer in seiner Kolumne in der "Bild am Sonntag". "Er sollte aufhören, zu jammern und sich zu beschweren und seine Unzufriedenheit preis zu geben. Denn es ist berechtigt, dass er im Moment nicht spielt", schrieb der Fußball-Experte über Gomez. Er prophezeite zudem, dass Gomez länger brauchen werde, um für Bayern die erhoffte Verstärkung zu werden.

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"Gomez findet jetzt eine Situation vor, die er aus seiner Laufbahn noch nicht kannte: Er muss kämpfen um seinen Stammplatz. Er muss lernen, dass Stammspieler beim FC Bayern zu sein mehr bedeutet, als ab und an ein Tor zu schießen. Da wird mehr verlangt, er muss sich ins Kombinationsspiel einbringen und mehr Präsenz zeigen", schrieb Netzer.

Wenn Gomez das allerdings beherzige und irgendwann umsetze, "wird er bei seinen Fähigkeiten ein großer Spieler".

Mitschuld am Gegentor gegen Hamburg?

Beim Gastspiel der Bayern in Hamburg (0:1) war Gomez erst in der 66. Minute eingewechselt worden. Später war er am Gegentor mitbeteiligt, als er nach einem langen Sprint aus der Sturmspitze nach hinten an Torvorbereiter Ze Roberto dran war, im entscheidenden Moment aber zurücksteckte.

Das brachte ihm am Sonntag Kritik von Udo Lattek ein. "Man fragt sich, warum er soweit zurück läuft, wenn er dann nicht in den Zweikampf geht. Dann wäre er besser weg geblieben", sagte Lattek im "DSF-Doppelpass".

Lattek stimmte Netzer zudem in der Einschätzung zu, Gomez solle aufhören zu jammern. "Damit hat Günter absolut recht. Es wäre ja das erste Mal, dass ein Spieler durch Lamentieren in der Öffentlichkeit wieder in die Mannschaft kommt", so Lattek.

Hoeneß: "Mario trägt ein schweres Trikot"

Bayern-Manager Uli Hoeneß hatte unter der Woche schon angesprochen, dass Gomez aufgrund der hohen Ablösesumme von 30 Millionen Euro und dem damit verbundenen Status des teuersten deutschen Spielers aller Zeiten "ein schweres Trikot" trage.

Am Samstagabend bekräftigte Hoeneß diese Aussage: "Es zeigt sich bei Mario, dass der 30-Millionen-Euro-Transfer sehr auf ihm lastet. Er ist nicht mehr ganz so frei, wie er es in Stuttgart in der ganzen Saison war, als er die Bälle links und rechts in den Winkel gehauen hat und sich nichts dabei gedacht hat. Beim FC Bayern braucht man eine Zeit lang, bis man alles verarbeitet."

Er sei sich aber sicher, "dass wir in den kommenden Wochen und Monaten den Mario Gomez sehen, den wir kennen", meinte Hoeneß.

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Florian Bogner

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