Leverkusens neue Sorgenkinder

Von SPOX
Gekas (l., im Zweikampf mit Frings) wurde beim 0:0 gegen Bremen zur Halbzeit ausgewechselt
© Getty

Vedad Ibisevic trifft nicht mehr und muss deshalb erstmal auf die Bank. Bayer hat zwei neue Sorgenkinder, Hertha immerhin einen Lichtblick. Und: Ein Schalker ist kein One-Hit-Wonder. Das alles und mehr in Inside Bundesliga - für alle Fans und Manager-Spieler.

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1899 Hoffenheim: Diese Situation kennt Vedad Ibisevic überhaupt nicht. Sechs Spieltage ist diese Saison nun alt und bislang hat der Bosnier noch kein einziges Mal getroffen. Zum gleichen Zeitpunkt der letzten Spielzeit hatte der Angreifer bereits sieben Treffer erzielt. Und selbst bei seinem Bundesliga-Debüt in der Saison 2006/2007 erzielte Ibisevic immer mindestens alle fünf Partien einen Treffer, damals noch im Trikot von Alemannia Aachen. Nach seinem Kreuzbandriss ist Ibisevic noch längst nicht wieder der Alte. Ralf Rangnick brachte ihn dennoch immer wieder - und wird ihn auch in Zukunft bringen. In nächster Zeit wohl erstmal nur als Joker.

1. FC Nürnberg: Bei den Bayern probierte es Coach Oenning mit nur einem echten Stürmer. Im Pokal gegen Hoffenheim waren's dann immerhin schon zwei. Weder in München noch gegen 1899 hieß einer der Club-Angreifer Angelos Charisteas. Der Grieche wurde noch nicht mal eingewechselt. Kein Wunder, denn Charisteas stand beide Male überhaupt nicht im Kader - und das einzig und allein aus sportlichen Gründen. In den ersten Spielen bekam der Europameister von 2004 seine Chancen, ließ die allerdings zum Teil kläglich verstreichen und muss sich nun wieder hinten anstellen. Momentan sogar ganz hinten.

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Eintracht Frankfurt: Da kommt der Spitzenreiter nach Frankfurt, und die Eintracht beginnt ganz frech mit drei Stürmern. Am Ende sprang für die Hessen gegen den HSV immerhin ein Punkt heraus. Versucht es Skibbe gegen Stuttgart nun also erneut mit einer Dreier-Angriffsreihe? Das hängt zuallererst von Ioannis Amanatidis ab. Kann der angeschlagene Grieche nicht spielen, bilden Liberopoulos und Meier einen Zwei-Mann-Sturm. Kann Amanatidis auflaufen, muss sich Skibbe zwischen Bajramovic und Liberopoulos entscheiden. Heißt: Zwischen defensiver Stabilität und offensiver Power. Bislang wählte Skibbe meist ein bisschen mehr Risiko...

Hamburger SV: Er war die Entdeckung der U-21-EM. Zwar wussten viele um das Potenzial von Jerome Boateng, wie stark der Youngster allerdings gerade auf der Innenverteidiger-Position sein kann, vermochte man bestenfalls zu erahnen. In Bundesliga und Europa League musste Boateng zuletzt dennoch rechts ran, weil die etatmäßigen Rechtsverteidiger Benjamin und Demel fehlten. Der Ivorer ist nun aber wieder da. Und prompt rückte Boateng in Frankfurt in die Mitte - Rozehnal musste auf die Bank. Was manche als Rotation abtaten, könnte künftig allerdings zum Dauerzustand werden. Denn Labbadia schätzt die Qualitäten des Innenverteidigers Boateng.

Hertha BSC: Sie sind Letzter, sprechen selbst von einer Krise und wirken nicht unbedingt souverän. Die Schuld für den miserablen Saisonstart der Hertha wird vielerorts bei Trainer Favre gesucht. Doch was ist eigentlich mit den Spielern? Friedrich - außer Form, Cicero - völlig neben sich, Dardai - nur Mitläufer und Wichniarek ein Totalausfall. Die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen. Wirklich gut drauf ist eigentlich nur Gojko Kacar, und der ist verletzt. Immerhin ansatzweise brauchbare Leistungen liefert derzeit auch Patrick Ebert ab. Auch wenn's kaum einer mit bekommt und einer alleine nur wenig bewegen kann. Dennoch: Ein kleiner Silberstreif am Hertha-Horizont.

FC Schalke 04: Zambrano, Mineiro, Moritz - Felix Magath zauberte in dieser Saison schon viele überraschende Namen aus dem Hut. Gegen Wolfsburg stand nun plötzlich der 20-jährige Lukas Schmitz in der Startelf. Der kam bislang lediglich für die zweite Schalker Mannschaft zum Einsatz und war im Sommer vom VfL Bochum gekommen. Wie schon Zambrano, Mineiro und Moritz wird auch Schmitz auf Schalke kein One-Hit-Wonder. Denn: Personell ist S04 weiterhin dünn besetzt, und Schmitz kann sowohl im zentralen defensiven Mittelfeld als auch auf beiden Halbposition spielen. Und dort hat Magath Bedarf, weil er Westermann und Kobiaschwili auf anderen Positionen braucht und Moritz eher auf ganz außen sieht.

1. FC Köln: Wer das Trikot von Real Madrid trägt, ist eigentlich automatisch schon interessant. Die Kölner holten Christopher Schorch von den Königlichen allerdings nicht, weil er interessant ist, sondern in erster Linie aufgrund seiner Fähigkeiten als Abwehrspieler. In den ersten Partien kam Schorch nicht zum Zug, zuletzt allerdings machte der 20-Jährige seine Sache als Rechtsverteidiger durchaus ordentlich. Momentan gibt's auf rechts aber auch keine echte Konkurrenz, da Brecko wegen Womes Ausfall links aushelfen muss. Doch selbst wenn der Kameruner zurückkehrt, bleibt Schorch wohl erstmal in der ersten Elf.

VfL Bochum: Wenn ein neuer Coach nach einem Trainerwechsel seine erste Aufstellung macht, dann sind meist einige Änderungen zum Vorgänger dabei. Die gröbsten Änderungen, die VfL-Interimscoach Frank Heinemann vornahm, tragen die Namen Andreas Luthe und Dennis Grote. Luthe wurde direkt aus der Regionalliga-Mannschaft zur neuen Nummer eins befördert und wird das unter Heinemann zumindest solange bleiben, bis Heerwagen (Kieferbruch) wieder fit ist. Grote brachte es unter Koller auf gerade mal 47 Minuten Einsatzzeit. Im Pokal gegen Schalke stand der 23-Jährige nun gleich in der Startelf und spielte 90 Minuten durch. Fortsetzung folgt...

Bayer Leverkusen: Gegen Werder Bremen durfte Theofanis Gekas mal wieder von Beginn an ran, weil Eren Derdiyok gesperrt fehlte. Chance bekommen - Chance vertan. Denn der Grieche enttäuschte bei seiner Bewährungschance, musste schon zur Pause raus. 45 Minuten länger durfte Toni Kroos ran, für weitere Aufgaben, sprich Startelf-Einsätze, konnte sich aber auch er nicht empfehlen. Weder im rechten offensiven Mittelfeld noch im Zentrum hinter der einzigen Spitze Stefan Kießling. Da Renato Augusto allerdings wohl auch in Köln noch fehlt, setzt Heynckes erneut auf die Bayern-Leihgabe. Nächste Chance für Kroos...

SC Freiburg: An den ersten vier Spieltagen war Jonathan Jäger beim SC gesetzt. Dann verletzte sich der Franzose. Coach Robin Dutt war gezwungen, etwas zu ändern und probierte es mal mit Schuster, mal mit Makiadi. Der Neuzugang überzeugte beim Kantersieg in Berlin und hat sich damit vorerst Jägers Platz gesichert. Und wenn der wieder fit ist? Dann hat Makiadi trotzdem gute Chancen, im Team zu bleiben. Jäger würde dann wohl in den Sturm neben Idrissou rücken und Tommy Bechmann müsste auf die Bank.

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