Fussball

Hoeneß: Sneijder wäre Ribery-Ersatz gewesen

Von SPOX
Uli Hoeneß (r.) wollte im Ribery-Poker ein Zeichen an die Konkurrenz setzen
© Getty

Ein Wechsel von Franck Ribery ist zumindest für diesen Sommer endgültig vom Tisch. Uli Hoeneß über die Hintergründe des Transfer-Theaters, Gedanken um Wesley Sneijder und Rafael van der Vaart und den Grund, warum Ribery unbedingt auf der Zehn spielen muss.

Franck Ribery ist das Thema beim FC Bayern. Immer noch. Mittlerweile geht es bei den Diskussionen um den Franzosen allerdings darum, wann Ribery wieder richtig fit ist und wo er künftig im System von Trainer Louis van Gaal am besten aufgehoben ist.

Ribery auf links oder direkt hinter den Spitzen? Vor Wochen hieß das noch Ribery bei Bayern oder Real Madrid? Ein Wechsel des Mittelfeldspielers ist zumindest für diesen Sommer allerdings endgültig vom Tisch.

Hoeneß: Bei 100 Millionen hätten wir verhandelt

In "Sport-Bild" spricht Manager Uli Hoeneß nun über die Hintergründe des Transfer-Theaters. Stolz sei er nicht, dass Ribery noch immer in München spielt, sagt Hoeneß: "Wir sind ja nur konsequent geblieben. Wir waren uns immer einig: Da geht nix!"

Allerdings habe man intern gesagt: "Ab 100 Millionen Euro verhandeln wir. Das war eine reine Abwehrmaßnahme. Wir dachten ja nicht, dass das jemand bezahlt", so Hoeneß.

Real meldete sich dennoch immer wieder - und handelte sich eine Abfuhr nach der anderen ein. Zu Jimenez Lopez, der für die Königlichen die Verhandlungen führte, sagte Hoeneß: "'Hast du was zu schreiben? Dann schreibe: Eins, null, null.' Er fragte: 'Was ist das?' Ich sagte ihm: 'Die einzige Summe über die wir reden.'"

Hoeneß weiter: "Wenn Real die Summe auf den Tisch gelegt hätte, wären wir vor einem echten Problem gestanden." Doch Real kam nicht.

Angst, dass Ribery geht

Dennoch habe er an einem Tag um Ribery Angst gehabt, so der Bayern-Manager. "Jemand sagte mir, es würde ein Angebot von 100 Millionen kommen - aber nicht von Real. Da hatte ich einen ganz schlechten Tag. Ich spürte eine Leere in mir, weil ich das Gefühl hatte: Jetzt ist Franck weg."

Und was passierte? "Es hat sich herausgestellt, dass es ein Missverständnis war. Da wollte einer drei Spieler mitverrechnen. Als ich das gehört hatte, da war ich richtig glücklich."

Signal an die Topklubs

Auch, weil das Verhalten der Bayern im Poker um Ribery für Hoeneß "ein Signal an die europäischen Topklubs" war. "Wir wollten zeigen, dass wir in der Wirtschaftskrise im Gegensatz zu den meisten anderen sehr gut dastehen."

Und weiter: "Wir wollten ein klares Signal setzen: Wir lassen uns von niemandem auf dem Kopf herumtanzen!"

Sneijder oder van der Vaart?

Letztlich hat sich der FC Bayern mit seinem Verhalten auch durchgesetzt, Ribery spielt immer noch für den Rekordmeister. Dennoch hat man sich beim FCB auch mit Alternativen für den Franzosen beschäftigt.

"Wenn wir Franck abgegeben hätten, hätten wir uns um Wesley Sneijder bemüht", so Hoeneß. Rafael van Vaart sei sogar schon vor seinem Wechsel zu Real ein Thema an der Säbener Straße gewesen.

"In den intensiven Gesprächen über ihn haben wir uns immer gefragt: Was ist er? Stürmer oder Mittelfeldspieler? Die Rolle des halben Stürmers, die er beim HSV hatte, gibt es bei uns ja nicht. Da waren wir uns sicher, dass wir das nicht machen können", so Hoeneß.

Van der Vaart bringt sich ins Gespräch

Die Absage zum Thema van der Vaart gilt auch jetzt noch, betont Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: "Wir haben nicht vor, auf dem Transfermarkt noch was zu tun." Wenn man nun van der Vaart holen würde, "wäre Schweinsteiger überflüssig. Und ich glaube nicht, dass das gut wäre", so Rummenigge.

Zuvor hatte sich der Niederländer über seinen Berater ins Gespräch gebracht. "Er hätte die nötige Klasse, um Bayern möglicherweise auf ein neues Level zu führen. Bayern und van der Vaart - das würde passen", sagte Berater Robert Geerlings der "tz".

Hoeneß: "Franck ist noch kein Grande"

Sneijder und van der Vaart sind nun allerdings ohnehin kein Thema mehr bei den Bayern. Aktuell zählt nur Ribery. Und der soll unter van Gaal künftig als Zehner ran.

"Ich bin der Meinung: Es ist ein interessanter Versuch. Denn wenn es funktioniert, wird er noch eine Stufe nach oben gehen", so Hoeneß, der auch erklärt, warum: "Auf der linken Seite wird Franck immer ein großer Spieler sein, aber eben kein 'Grande'. Ein 'Grande' spielt in der Zentrale. Das waren ein Maradona, Pele, Johan Cruyff oder Zinedine Zidane. Franck kann in diese Kategorie vorstoßen. Dann würde er sich sogar abheben von einem Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo."

Sagnol: "Ribery muss bei Bayern bleiben"

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung